Fußball Nationalmannschaft
Löw bringt seine Auswahl ins Schwitzen

Bundestrainer Joachim Löw hat im Trainingslager der DFB-Elf das Tempo angezogen. Basketball, Krafttraining und Sondereinheiten für Klose und Metzelder stehen auf dem Programm.

Von wegen Urlaub: Basketball zur Schulung des Zweikampfverhaltens, Krafttraining für die Fitness und Sonderschichten für Miroslav Klose und Christoph Metzelder stehen auf dem Plan. Bundestrainer Joachim Löw zieht im Trainingslager der deutschen Nationalelf auf Mallorca bereits nach drei Tagen die Zügel an und bringt die Kandidaten für die Euro in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) mit ungewöhnlichen Maßnahmen mächtig ins Schwitzen.

"Wir haben den ehemaligen Nationalspieler Denis Wucherer als Basketball-Trainer mitgenommen, um unser Defensivverhalten weiter zu verbessern. Mir hat schon immer das Zweikampfverhalten beim Basketball imponiert. Wir wollen den Fußball nicht neu erfinden, aber das Basketballtraining ist eine große Bereicherung", sagte der 48-Jährige bei der 55-minütigen Pressekonferenz im Stadion San Moix.

Sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch ließen die 24 Nationalspieler den Fußball beiseite und absolvierten im Teamhotel jeweils eine 75-minütige Basketball-Einheit, bei der sich laut Löw insbesondere Tim Borowski, Piotr Trochowski und Per Mertesacker in den Vordergrund spielten. "Ich bin schon der Meinung, dass in Deutschland noch immer zu viel Foul gespielt wird. Im Zweikampf den Gegner zur Seite zu drängen, ohne permanenten Körperkontakt, das ist unser Ziel", meinte Löw, der am Mittwoch einen unheimlich gelösten Eindruck machte.

Nachholbedarf bei Klose und Metzelder

Zufrieden berichtete Löw, der bei der Euro sein erstes Turnier als Chefcoach der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bestreitet, dass die am Montag abgenommenen Blutwerte der Nationalspieler überwiegend gute Werte ergeben hätten. Um vor allem im Kraftbereich weiter zuzulegen, ging es auch am Mittwochmorgen zunächst wieder für knapp zwei Stunden in den Kraftraum, um die Rücken- und Oberkörpermuskulatur weiter zu stabilisieren.

"Auch wenn bei der Europameisterschaft bis zum Finale eine Partie weniger ausgetragen wird als bei der Weltmeisterschaft, geht dieser Vorteil verloren, weil der Spielplan enger und damit die Zeit zur Regeneration zwischen den Spielen reduziert ist", erklärte Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer, warum die Fitnesseinheiten zu Beginn der EM-Vorbereitung eine derart große Rolle spielen.

Allerdings gibt es auch Spieler mit massiven Nachholbedarf. Sondereinheiten müssen insbesondere WM-Torschützenkönig Klose und der lange Zeit verletzte Metzelder absolvieren.

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