Fußball Nationalmannschaft
Löw: "Ein ganz neues Gefühl"

Nach dem 3:0-Erfolg im EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei hat Bundestrainer Joachim Löw seine Elf gelobt. "Die Mannschaft zeigt eine unglaubliche Willenskraft", so der Coach.

Bundestrainer Joachim Löw im Gespräch über den Sieg im EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei, ein gefühltes Auswärtsspiel und die Energie-Quelle seiner Elf.

Frage: "Joachim Löw, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat den härtesten Konkurrenten Türkei mit 3:0 besiegt. Wie bewerten Sie das Spiel und das Ergebnis?"

Joachim Löw: "Die Situation war nicht einfach. Die türkischen Fans waren klar in der Überzahl, es war fast ein Auswärtsspiel für uns und deshalb auch eine besondere Drucksituation. Aber wir haben verdient gewonnen, auch wenn wir kurz nach der Pause zwei-, dreimal etwas Glück hatten. Da haben wir uns nicht gut befreit. Aber ich bin absolut zufrieden mit dem Spiel und dem Ergebnis. Das war sicher ein wichtiger Schritt in Richtung Qualifikation zur EM."

Frage: "Was zeichnet Ihre Mannschaft aus?"

Löw: "Sie zeigt einen tollen Einsatz und eine unglaubliche Willenskraft. Ich muss der Mannschaft ein Kompliment aussprechen, dass sie nach den Anstrengungen bei der WM punktuell so eine Topform hat. Man kann nicht erwarten, dass sie fußballerisch 90 Minuten immer völlig überzeugt. Aber sie ist sich in ihrer Spielweise sicher und zieht daraus viel Selbstbewusstsein. Auch wenn das nicht immer spektakulär ist, schafft sie es, ein Spiel zu dominieren. Die Basis ist in den letzten Monaten sehr, sehr gut geworden. Wir sind auch in der Lage, den ein oder anderen Spieler zu ersetzen."

Frage: "Viele Spieler, insbesondere die Bayern, hatten zuletzt in den Vereinen erhebliche Probleme. Wie ist dieser Umschwung im Nationaltrikot zu erklären?"

Löw: "Die Bayern-Spieler wie Lahm, Müller, Badstuber oder auch Klose haben bei der WM eine unglaubliche Energieleistung vollbracht. Sie hatten danach nur drei Wochen Vorbereitung. Da kann man nicht erwarten, dass sie permanent in Hochform sind. Sie sind aber erfolgsbesessen und zielorientiert und können auf den Punkt alles abrufen. Das hat bei ihnen auch in der Champions League geklappt. In der Bundesliga müssen sie es natürlich noch schaffen, bessere Leistungen zu bringen."

Frage: "Mesut Özil stand stark unter Druck, er wurde bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Wie zufrieden waren Sie mit seiner Leistung?"

Löw: "Er hat schon bei der WM gezeigt, dass er sich von außergewöhnlichen Situationen nicht beeindrucken lässt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass er mehr angespannt war als sonst auch. Er wurde in der zweiten Hälfte wie auch Toni Kroos immer präsenter und hat sich immer besser bewegt. Beide haben sowohl defensiv als auch offensiv viel getan. Das Tor hat Mesut toll gemacht, das freut mich für ihn."

Frage: "Ihrer Mannschaft steht nun mit der Reise nach Kasachstan eine außergewöhnliche Herausforderung bevor. Bereiten Ihnen die ungewohnten Umstände Sorgen?"

Löw: "Auf uns wartet eine beschwerliche Anreise, einige Stunden Flug und vier Stunden Zeitumstellung. Das ist nicht einfach zu bewerkstelligen. Aber ich bin überzeugt, dass die Mannschaft die gleiche Einstellung wie gegen die Türkei finden und diese Hürde in Kasachstan nehmen wird. Dies hat sie zuletzt auch nach dem Belgien-Spiel gegen Aserbaidschan gezeigt."

Frage: "Ist es nicht komisch, über 4 000 km für ein EM-Qualifikationsspiel fliegen zu müssen?"

Löw: "Das ist natürlich eine ganz neue Situation, ein neues Gefühl und eine neue Erfahrung. Wir haben uns entschlossen, erst einen Tag vor dem Spiel anzureisen, wir wollen in unserem deutschen Rhythmus bleiben. Wir werden diese Herausforderung annehmen und das bewältigen."

Frage: "Wie sieht die Vorbereitung auf den Gegner aus?"

Löw: "Die wird sehr intensiv sein. Kasachstan ist eindeutig besser als Aserbaidschan. Dazu kommt der ungewohnte Kunstrasen. Sie spielen sehr körperbetont und hatten gegen die Türkei und auch gegen Belgien einige gute Chancen. Außerdem haben sie einen deutschen Trainer und verkörpern deshalb auch einige deutsche Tugenden. Wir müssen auf der Hut sein."

Frage: "Wie sehr könnte der Kunstrasenplatz zu einem Problem werden?"

Löw: "Es ist vielleicht ein kleiner Vorteil, dass ein Teil der Mannschaft in Moskau schon einmal ein wichtiges Spiel auf Kunstrasen gespielt hat. Wir haben diesmal zwar nur zwei Tage. Aber wird müssen und werden es schaffen, uns auch darauf einzustellen."

© SID

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