Fußball Nationalmannschaft
Löw: „Ein Tag zum Vergessen“

Es war der bitterste Tag für Joachim Löw als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft. Im vorgezogenen Endspiel um Platz eins in der EM-Qualifikationsgruppe D kassierte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eine empfindliche 0:3 (0:2)-Niederlage gegen Tschechien. Nach dem Spiel nahm Löw Stellung.

Frage: "Joachim Löw, wie bewerten Sie das Spiel Ihrer Mannschaft?"

Löw: "Es war ein schlechtes Spiel in jeder Beziehung. Alles, was uns in den vergangenen Monaten so stark gemacht hat, hat gefehlt. Es war eigentlich ein Tag zum Vergessen."

Frage: "Hat der Mannschaft nach der geschafften EM-Qualifikation möglicherweise die Spannung gefehlt?"

Löw: "Beim Abschlusstraining hatte ich das Gefühl, dass die Spannung wieder da ist. Aber wir sind in den alten Trott verfallen, haben quer gespielt, ohne Tempo, ohne Bewegung, ohne Organisation. Das frühe Gegentor hat uns aus dem Rhythmus gebracht. Mir ist trotzdem unerklärlich, warum wir so zäh und schwerfällig ins Spiel gekommen sind."

Frage: "Wie beurteilen Sie etwa die Leistung von Lukas Podolski?"

Löw: "Ich gehe bestimmt nicht in die Einzelkritik, da könnte man alle elf Spieler rauspicken. Niemand hat die Leistung gebracht, die man von ihm kennt, alle Spieler waren unter ihrem Niveau. Ich will das nicht an den Stürmern festmachen, auch aus dem Mittelfeld kamen wenig Ideen, wenig Druck, wenig Flanken. Wir haben zu weit vom Gegner weggestanden, die Balleroberung war schlecht, wir sind den Situationen hinterhergelaufen."

Frage: "Das 1:4 vor der WM in Italien wurde immer als Impuls für die Mannschaft gewertet. Was könnte diese Niederlage bewirken?"

Löw. "Wir müssen und werden aus diesem Spiel einiges lernen und die Lehren daraus ziehen. Wir müssen uns alle an die Nase packen. Darüber müssen wir beim nächsten Lehrgang intensiv reden. Wir müssen noch vieles lernen, um permanent in der Spitze mitzuspielen."

Frage: "Ist das für Sie ein herber Rückschlag?"

Löw: "Von herbem Rückschlag würde ich nicht sprechen. Wir haben uns frühzeitig für die EM qualifiziert. Aber man hat eben gesehen, dass wir einige Ausfälle doch nicht so leicht kompensieren können. Dieses Spiel wird uns nicht aus der Bahn werfen. Die Mannschaft ist zu reif und zu stark. Es ist jetzt nicht alles schlecht, was vor zwei Tagen noch gut war."

Frage: "Deutschland wurde von vielen schon als Topfavorit gehandelt. Wie sehen Sie das nach diesem Spiel?"

Löw: "Gerade waren wir noch der Topfavorit. Jetzt sind wir zurück in der Realität. Ich habe immer gesagt, dass wir nicht der absolute Topfavorit sind. Wir gehören zu einem Favoritenkreis. Ich habe auch gesagt, dass wir uns noch verbessern müssen, um dieser Rolle gerecht zu werden. Entscheidend ist aber letztendlich 2008, wenn der erste Pfiff bei der EM erfolgt. Dann beginnt das wahre Kräftemessen mit Nationen wie Frankreich oder Italien."

Frage: "Die Mannschaft wurde erstmals seit langer Zeit von den Fans wieder ausgepfiffen. Hat Sie das überrascht?"

Löw: "Nach einem 0:3 ist es klar, dass die Zuschauer ihren Unmut äußern. Aber diese junge Mannschaft, die in der Entwicklung ist und in den letzten Monaten gut gespielt hat, hat keine Pfiffe verdient. Ich erwarte, dass man da vielleicht auch mal ruhig ist. Wir wissen selbst, dass wir enttäuschend gespielt haben."

© SID

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