Fußball Nationalmannschaft
Löw fordert gegen Norwegen "emotionalen" Auftritt

Im Spiel gegen Norwegen fordert Bundestrainer Joachim Löw einen "viel emotionaleren" Auftritt als zum Jahresabschluss gegen England und setzt dabei wieder auf Torhüter Rene Adler.

Neue Chance für Torsten Frings, Vertrauensbeweis für Rene Adler und Schaulaufen für Andreas Beck und Mesut Özil: Entgegen seiner Gepflogenheiten offenbarte Bundestrainer Joachim Löw vor dem ersten Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in diesem Jahr am heutigen Mittwoch in Düsseldorf gegen Norwegen (20.30 Uhr/live in der ARD) frühzeitig seine personellen Planungen, die für den Sturm Miroslav Klose und Mario Gomez in der Anfangsformation vorsehen.

Norwegen als idealer Sparringspartner

Gerade für diese wieder mal neu formierte Startformation seien die Skandinavier ein idealer Sparringspartner, da sie in ihrer defensiven Spielweise den kommenden Gegnern in der WM-Qualifikation, Liechtenstein und Wales, gleichen. "Unser Fokus richtet sich in diesem Jahr auf die frühzeitige Qualifikation für die WM, deshalb wollen wir uns entsprechend einspielen. Wir versprechen uns natürlich hinsichtlich der kommenden Spiele einige Aufschlüsse", sagte Löw.

Grundsätzlich fordert der 49-Jährige in diesem Jahr von allen WM-Kandidaten eine individuelle Verbesserungen, die zur Qualitätssteigerung beim Vize-Europameister beitragen soll: "Das zählt für uns alles zu einer zielorientierten Vorbereitung auf ein großes Turnier." Löw erwartet aber zunächst mal, dass seine Mannschaft beim Kräftemessen mit dem 59. der Fifa-Weltrangliste "viel emotionaler" auftritt als zum Jahresabschluss beim 1:2 gegen England.

Dazu soll in der längst nicht ausverkauften Düsseldorfer Arena vor allem die Rückkehr der gegen die "Three Lions" fehlenden Routiniers Michael Ballack und Torsten Frings beitragen, die im vergangenen Herbst mit ihrer Kritik am Bundestrainer für eine Palastrevolution gesorgt hatten. "Er macht körperlich einen viel besseren Eindruck als im vergangenen Jahr und ist wieder viel präsenter", sagte Löw über den Bremer Frings, der letztmals im EM-Finale gegen Spanien (0:1) über die volle Distanz im DFB-Team zum Einsatz gekommen war.

Frings sieht seine Rolle "noch genauso wie vorher"

"Ich sehe meine Rolle noch genauso wie vorher. Es gab nie eine Stammplatzgarantie", sagte Frings, der nach einer zwischenzeitlichen Degradierung zum Ersatzspieler im Herbst mit Rücktritt gedroht hatte. Diese Dinge seien aber ausgeräumt, sein Verhältnis zu Löw wieder absolut intakt, betonte der 32-Jährige, der ankündigte, Richtung WM 2010 in Südafrika weiter als Führungsspieler mit den Ton angeben zu wollen: "Die Rolle hat man ja, weil man schon Ewigkeiten dabei ist und sich oft genug bewiesen hat. Ich bin ein Spieler, der seine Meinung vertritt und versucht, anderen Spielern zu helfen."

Soweit sind Adler, Beck und Özil noch nicht, sollen es nach Vorstellung von Löw aber in Zukunft werden. Der Leverkusener Schlussmann Adler, der zuletzt gegen England und auch in der Liga geschwächelt hat, erhält eine neue Bewährungschance: "Er ist psychisch stabil, deshalb erwarten wir keine Probleme", sagte der Bundestrainer, der Adler über die volle Distanz spielen lässt. Zum Doppelspieltag würde dann im März neben Adler und Ersatzmann Wiese auch der diesmal nicht berücksichtigte Robert Enke eingeladen, kündigte der Bundestrainer frühzeitig an.

Ob dies für Özil und Beck gilt, ließ Löw noch offen, wenngleich man vor dem "heißen Herbst" mit den Spielen gegen die schärfsten Gruppenrivalen Russland und Finnland gegen die vermeintlich leichteren Gegner noch das ein oder andere ausprobieren werde. Zunächst sollen sich Özil und Beck aber positiv gegen Norwegen in Szene setzen. Der Hoffenheimer Beck wird auf der rechten Seite ebenso eine Hälfte zum Einsatz kommen wie Schottland-Legionär Andreas Hinkel, der sich nach Aussage von Löw ebenfalls eine weitere Chance verdient hat.

Gomez strebt Wiedergutmachung an

Im Angriff setzt der Bundestrainer auf die Doppel-Torschützen des vergangenen Wochenendes, Klose und Gomez. "Mario hat im vergangenen halben Jahr bei der Nationalmannschaft sicher nicht so gespielt, wie wir uns das vorstellen. Aber ich bin sicher, dass bei ihm der Knoten wieder platzt", sagte Löw über den Stuttgarter, der sich viel vorgenommen hat. "Ich habe einiges gutzumachen und will vor allem diejenigen überzeugen, die sagen, warum spielt denn der wieder in der Nationalmannschaft."

In Abwesenheit von Lukas Podolski, der im März wieder zur DFB-Auswahl stoßen soll, werden bei geschlossenem Stadiondach in der NRW-Landeshauptstadt auch die Leverkusener Stürmer Patrick Helmes und Stefan Kießling ihre Einsatzzeit bekommen. "Sie werden aber nicht überstrapaziert, da Leverkusen bereits am Freitag wieder in Hoffenheim spielt", erklärte Löw und unterstrich damit demonstrativ seine Rücksicht auf die Klubs.

© SID

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