Fußball Nationalmannschaft
Löw holt Özil und Beck ins A-Team

Bundestrainer Joachim Löw hat den Bremer Mesut Özil und den Hoffenheimer Andreas Beck für das Länderspiel am kommenden Mittwoch gegen Norwegen erstmals ins Nationalteam berufen.

Mit dem Deutsch-Türken Mesut Özil und Andreas Beck, aber ohne Torjäger Lukas Podolski und Schlussmann Robert Enke: Bundestrainer Joachim Löw hat mit seinem Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für das erste Länderspiel des Jahres am kommenden Mittwoch (11. Februar) in Düsseldorf gegen Norwegen (20.30 Uhr/live in der ARD) wieder einmal für Überraschungen gesorgt.

Ballack und Frings wieder dabei

Dass in Kapitän Michael Ballack und Torsten Frings im Gegensatz zum England-Länderspiel im vergangenen November (1:2) zwei Routiniers wieder dabei sind, die Ende 2008 noch als Rebellen in Erscheinung getreten waren und für die erste handfeste Krise in der Amtszeit von Löw gesorgt hatten, war nur eine Randnotiz. Ebenso die erneute Nichtberücksichtigung von Christoph Metzelder (Real Madrid) für den 21-köpfigen Kader.

Bemerkenswert war dagegen die Entscheidung von Löw pro Özil, der womöglich gegen Norwegen als dritter Nationalspieler türkischer Abstammung nach Mustafa Dogan und Serdar Tasci in die Annalen eingeht und dadurch nicht mehr für die Türkei spielberechtigt wäre.

"Verständnis für schwierige Situation"

"Um Mesut hat sich der türkische Verband in jüngster Vergangenheit intensiv bemüht, und wir hatten Verständnis für seine schwierige Situation. Deshalb war es selbstverständlich für uns, zunächst einmal abzuwarten, bis er sich entscheidet, ob er für die deutsche Nationalmannschaft spielen will", erläuterte Löw.

Der Bremer habe ihm in einem Telefongespräch am vergangenen Freitag "klar zum Ausdruck gebracht, dass er künftig für unser Team auflaufen will. Damit war für uns klar, dass wir ihn erstmals für das Länderspiel gegen Norwegen nominieren". Die letzten Modalitäten seien dann am Montag bei einem Besuch von Özil in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main geklärt worden. Unabhängig davon sei der 20-Jährige für das Mittelfeld "ein weiterer Kandidat mit Perspektive".

"Ich freue mich über die Einladung"

Der in Gelsenkirchen geborene Özil, der für die deutsche U21 bislang zehnmal im Einsatz war, reagierte nach den vielen Gerüchten der vergangenen Tage - unter anderem sollte er ebenfalls am Donnerstag vom türkischen Nationaltrainer Fatih Terim für den Test gegen die Elfenbeinküste nominiert werden - erleichtert: "Ich freue mich über die Einladung und werde meine Chance in der deutschen Nationalmannschaft suchen."

Obwohl für ihn eigentlich immer festgestanden habe, für Deutschland zu spielen, habe er sich die Entscheidung nicht leicht gemacht: "Das ist auch keine Entscheidung gegen meine türkischen Wurzeln. Meine Familie lebt nun in der dritten Generation in Deutschland, ich habe mich hier immer wohlgefühlt und meine Chancen in den Junioren-Auswahlteams des DFB bekommen. Deshalb hoffe ich auch, dass ich im Sommer bei der Europameisterschaft in Schweden den bisher erfolgreichen Weg mit der deutschen U21 fortsetzen kann."

"Wir wissen, was er kann"

Während sich Özil ebenso wie der Hoffenheimer Andreas Beck freuen durften, musste Enke, der nach seinem Kahnbeinbruch im vergangenen Oktober zum Rückrundenauftakt mit Hannover 96 gegen Schalke 04 (1:0) wieder positive Schlagzeilen machte, eine bittere Pille schlucken. "Nach längerer Verletzungspause hat Robert bisher erst einmal in der Bundesliga gespielt. Wir wissen, was er kann. Für ihn ist es jedoch wichtig, dass er in den kommenden Wochen wieder Spielpraxis im Verein sammelt", begründete Löw seinen Entschluss, den Enke allerdings nicht ganz nachvollziehen konnte.

"In Düsseldorf hätte sich für mich der Kreis zur Nationalmannschaft wieder schließen können, aber auch ohne diesen Hintergrund meiner Verletzung bin ich natürlich nicht glücklich über die Nichtnominierung", kommentierte Enke die Entscheidung, versprach aber zugleich: "Ich werde weiter versuchen, meine Leistung, so wie am vergangenen Wochenende, zu bringen bzw. zu festigen und gehe fest davon aus, dass ich bei dem nächsten Termin wieder dabei bin."

Löw will Podolski Zeit geben

Beck, der nach den diesmal nicht berücksichtigten Marvin Compper und Tobias Weis als dritter Hoffenheimer eine Einladung von Löw erhielt, wolle man dagegen eine Chance in der DFB-Auswahl geben, seine Leistungsfähigkeit auch bei der Nationalelf unter Beweis zu stellen. "Er hat eine gute Entwicklung in Hoffenheim gemacht und daher wollen wir ihn auf der rechten Seite testen", so der Bundestrainer. Beck meinte selbst: "Für mich ist es erst einmal wichtig, dass ich dabei bin. Wenn ich einige Minuten oder sogar eine Halbzeit spielen würde, wäre das toll."

Dass der Leverkusener Stefan Kießling anstelle von Podolski im Kader steht, erklärte Löw damit, dass der künftige Kölner seit drei Monaten durch Verletzungen und Krankheit nicht voll belastbar sei: "Wir wollen ihm die notwendige Zeit einräumen, damit er sich seine gewohnte Form erarbeiten kann."

Das DFB-Aufgebot für das Länderspiel gegen Norwegen:

Tor: Rene Adler (Bayer Leverkusen), Tim Wiese (Werder Bremen)

Abwehr: Andreas Beck (1 899 Hoffenheim), Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), Andreas Hinkel (Celtic Glasgow), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Serdar Tasci (VfB Stuttgart), Heiko Westermann (Schalke 04)

Mittelfeld: Michael Ballack (FC Chelsea), Torsten Frings (Werder Bremen), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Marko Marin (Borussia Mönchengladbach), Mesut Özil (Werder Bremen), Simon Rolfes (Bayer Leverkusen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV)

Angriff: Mario Gomez (VfB Stuttgart), Patrick Helmes (Bayer Leverkusen), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen), Miroslav Klose (Bayern München)

© SID

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