Fußball Nationalmannschaft
Löw: "Ich kann das Spiel richtig einordnen"

Nach dem 2:1-Erfolg der Nationalelf in England war Joachim Löw sehr zufrieden mit seinem Team. In einen Interview räumte der Bundestrainer der anstehenden EM-Qualifikation gegen Wales aber Priorität ein.

Das 2:1 im Wembleystadion gegen den Rivalen England war ein toller Prestigeerfolg für das deutsche Nationalteam. In einem Interview sprach Bundestrainer Joachim Löw über das Spiel und die anstehenden Aufgaben seines Teams.

Frage: "2:1 mit einer Notelf in Wembley gegen England gewonnen. Wie ordnen Sie diesen Sieg ein."

Joachim Löw: "Ich bin sehr glücklich und stolz auf diese Mannschaft. Es gibt nicht so viele Orte, wo man sich so sehr über einen Sieg freut. Ich kann das Spiel und den Sieg aber richtig einordnen. Das Ergebnis ist eine tolle Begleiterscheinung, aber wichtiger ist die EM-Qualifikation sowie die Entwicklung der Mannschaft und der einzelnen Spieler. So schön dieser Erfolg auch ist, ein Sieg in Wales im September würde mir mehr bedeuten."

Frage: "Sie haben viele taktische Änderungen vorgenommen, wie man sie nicht unbedingt erwarten konnte..."

Löw: "Es gab aufgrund der vielen Verletzten einige Überlegungen, am Ende haben wir uns entschlossen, aufgrund der Ausfälle von Klose, Podolski und Gomez nur mit einer Spitze zu spielen, was wir eigentlich nicht so gerne machen. Zudem wollte ich nach den Ausfällen von Ballack und Frings in Lahm einen intelligenten Spieler ins Mittelfeld stellen, der hinter Schneider und Trochowski den zweiten Ball abfängt und zudem dann wieder klug nach vorne spielen kann. Zudem hatte sich Pander aufgrund seiner zuletzt starken Leistungen einen Einsatz verdient. Ich bin froh, dass wir auch in der Lage sind, mal ein anderes System zu spielen, wenn es nötig ist."

Frage: "Wie bewerten Sie den Auftritt von Christian Pander bei seinem Debüt?"

Löw: "Er hat gut angefangen, dann aber vor dem 0:1 einen Schnitzer begangen, Es war beeindruckend, wie er diesen Fehler weggesteckt hat. Er hat sich schnell wieder gefangen und nicht nur wegen seines schönen Tores ein hervorragendes Spiel gemacht."

Frage: "Gab es denn auch Dinge, die Ihnen nicht gefallen haben?"

Löw: "In den ersten 20 Minuten haben wir uns zu stark hinten reindrängen lassen, hatten vielleicht zu viel Respekt - vor dem Gegner und der Atmosphäre mit 90 000 Zuschauern. Zudem hat man gemerkt, dass diese Mannschaft so noch nie zusammengespielt hat. Nach dem Gegentor haben wir den Mut gehabt, zurückzukommen. Und nach dem 1:1 ging ein Ruck durch die Mannschaft, weil wir gemerkt haben, dass wir Tore machen können. In der Folge haben wir sogar ein Übergewicht im Mittelfeld geschaffen. Nach der Pause hätten wir unsere Konterchancen konsequenter nutzen müssen, um den Engländern den, ich drücke es mal so drastisch aus, Todesstoß zu versetzen. Aber angesichts der Umstände kann ich darüber hinwegsehen."

Frage: "Falls Ballack und Frings in Wales ebenfalls fehlen, wäre diese Formation dann noch einmal denkbar?"

Löw: "Frings wird uns auch gegen Wales noch fehlen, hinter Ballack steht zumindest ein großes Fragezeichen. Dennoch soll Lahm, der eigentlich alle Positionen spielen kann, wieder auf die Außenposition rücken, weil er da unglaublich wichtig ist. Wir müssem aber erst mal sehen, wer uns in zwei Wochen wieder zur Verfügung steht."

© SID

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