Fußball Nationalmannschaft
Löw kann auf qualifizierte, junge Talente bauen

Auf dem Weg zur Euro 2008 bieten sich Bundestrainer Joachim Löw sehr gute Perspektiven. Schon lange nicht mehr war der Fundus an jungen, hochqualifizierten Talenten für die DFB-Elf so groß.

Womöglich wird Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann recht behalten, als er bei seinem Abschied dem deutschen Fußball und speziell der Arbeit mit der Nationalmannschaft eine glänzende Zukunft prophezeite. In der Tat bieten sich dem neuen Bundestrainer Joachim Löw zwei Jahre vor der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz sehr gute Perspektiven. Schon lange nicht mehr war der Fundus an Talenten und Kandidaten, die kurz- oder mittelfristig den Sprung in das A-Team des deutschen Fußball-Bundes (DFB) schaffen können, so groß. Löw kann inzwischen aus über 40 Spielern auswählen. Vorbei sind die Zeiten, als der Bundestrainer noch den Mangel verwalten musste.

"Wir müssen nicht zukaufen, die Bundesliga muss selbst neue Stars entwickeln. Wir sind auf einem guten Weg, ich sehe sehr viele gute junge Spieler in Deutschland", sagte unlängst Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß. Und auch der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ist nach vielen Jahren der Depression "überzeugt, dass die Bundesliga das Thema Nachwuchs aufgearbeitet hat und viele junge Spieler die Bundesliga bereichern werden."

Profiteur war schon Klinsmann, der bewusst auf junge Spieler setzte, und es ist nun Löw, der den eingeschlagenen Weg unbedingt fortsetzen möchte. "Wir haben ein Ensemble von hochqualifizierten jungen Spielern. Es gibt viele Talente, die in den nächsten Jahren an die A-Nationalmannschaft herangeführt werden müssen", verdeutlicht der neue Bundestrainer sein Ansinnen.

Löw hat schon neue Kandidaten in der Hinterhand

Löw hat vor dem ersten Länderspiel der neuen Saison am 16. August in Gelsenkirchen gegen Schweden schon die ersten Kandidaten für eine weitere Blutauffrischung beim WM-Dritten genannt. So würden etwa der Hamburger Piotr Trochowski, der Neu-Leverkusener Stefan Kießling oder der Gladbacher Eugen Polanski an die Tür zum DFB-Team anklopfen: "Das sind Leute, die schon vor der WM ganz nah dran waren und mit guten Leistungen den Sprung in die Mannschaft schaffen können."

Im Gegensatz zu noch nicht lange zurückliegenden Zeiten hat Löw inzwischen bei der Zusammensetzung seines Kaders, der eine erfolgreiche EM-Qualifikation spielen soll, die Qual der Wahl. Von den 23 WM-Teilnehmern hat nur Torwart Oliver Kahn seinen Rücktritt erklärt. Dazu dürften Jens Nowotny (32) und Oliver Neuville (33) aus Altersgründen wohl durch das Sieb fallen. Bei Bernd Schneider (32) muss man abwarten. Der Rest wie etwa Schweinsteiger, Odonkor, Podolski, Lahm und Co. hat die beste Fußball-Zeit noch vor sich.

Chancen auf eine Nominierung rechnen sich für das Schweden-Spiel die für die WM ausgebooteten Kevin Kuranyi, Patrick Owomoyela und Fabian Ernst aus. Der derzeit verletzte Sebastian Deisler steht in einigen Monaten vor einem Comeback.

Doch es gibt noch andere Spieler, die über Perspektiven verfügen und bei entsprechenden Leistungen in der Liga zu einem Thema für Löw werden könnten. Simon Rolfes (24) hatte in der vergangenen Saison in Leverkusen überzeugen können und stand schon bei Klinsmann auf dem Zettel. Markus Brenszka (22) verdrängte zuletzt in Dortmund Nationalverteidiger Christoph Metzelder.

Zahlreiche junge Spieler könnten sich empfehlen

Weitere Kandidaten könnten Benjamin Lauth (HSV/24), Clemens Fritz (Bremen/26), Florian Kringe (Dortmund/23), Paul Freier (Leverkusen/27) oder Christian Schulz (Bremen/23) werden. Dazu drängen aus den U-Teams des DFB Spieler wie Malik Fathi (Hertha/22), Nando Rafael (Gladbach/22), Kevin-Prince Boateng (Hertha/19), Roberto Hilbert (Stuttgart/21) oder Gonzalo Castro (Leverkusen/19) nach oben.

Eine Planstelle ist auf jeden Fall bei den Torhütern frei geworden. Hinter der unumstrittenen Nummer eins Jens Lehmann bewerben sich Timo Hildebrand, Tim Wiese, Roman Weidenfeller und Robert Enke um mindestens einen Platz.

Der ehemalige Bundestrainer Klinsmann ist vom deutschen "Jugendstil" auf jeden Fall überzeugt: "Wir haben gezeigt, dass man auf deutsche Talente bauen muss. Diese junge Mannschaft wird ihren Weg weitergehen und noch viel Erfolge haben, gerade unseren jungen Wilden können noch mächtig zulegen."

© SID

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