Fußball Nationalmannschaft
Löw kritisiert "zu viele überflüssige Fouls"

Im Rahmen der Trainertagung hat Bundestrainer Löw von seinen Kollegen in der Bundesliga eine bessere Zweikampfschulung für Profis gefordert. Auch das Verhältnis zu Schiedsrichtern wurde angesprochen.

Im Rahmen der jährlichen Trainertagung hat Bundestrainer Joachim Löw von seinen Kollegen in der Bundesliga eine bessere Zweikampfschulung für die Profis gefordert. "Das Zweikampfverhalten muss sich verbessern, wir sehen einfach zu viele Fouls, die nicht notwendig sind", erklärte Löw nach der Veranstaltung in Hamburg: "Ziel muss es sein, den Ball zu erobern und nicht einfach nur eine gegnerische Aktion auf Kosten eines Freistoßes zu stoppen."

Auf gemeinsame Initiative der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte sich Löw in der Hansestadt mit insgesamt 23 Trainerns aus der ersten und zweiten Liga getroffen. Aus der Eliteklasse war wegen einer kurzfristigen Absage von Armin Veh allein der deutsche Meister VfB Stuttgart nicht anwesend. Huub Stevens vom Hamburger SV, der aus familiären Gründen in den Niederlanden weilt, wurde von Assistent Markus Schupp vertreten.

Die Runde tagte am Montag etwa drei Stunden in einem Nobelhotel an der Außenalster. Viele Trainer sahen sich aber bereits am Vorabend gemeinsam das Bundesligaspiel zwischen dem HSV und Bayern München an. "Dieses Treffen ist sehr wichtig und notwendig, wir haben uns über viele Themen ausgetauscht", sagte Löw, "die Kommunikation zwischen der Bundesliga und den Bundestrainern ist inzwischen sehr gut. Viel wurde auch in Kleingruppen beim Spiel und dem Abendessen gesprochen."

Hohes Niveau bei der U20-WM

Neben Löws Forderung nach einem geschickteren Zweikampfverhalten stand auch ein Vortrag von DFB-Chefscout Urs Siegenthaler über seine Erkenntnisse bei der U20-WM sowie der Copa America im Vordergrund. "Er war von dem Niveau bei der U20-WM begeistert und hat uns alle gewarnt, das sind die Gegner in drei, vier Jahren", erklärte Löw.

Ein wichtiges Thema war das Verhältnis der Trainer zu den Schiedsrichtern. Lehrwart Eugen Strigel und Bundesliga-Schiri Florian Meyer (Burgdorf) versuchten, den Trainern die Sichtweise der Unparteiischen näher zu bringen. Meyer, der am Sonntag beim Duell Hamburg-München mit umstrittenen Entscheidungen mehrmals im Blickpunkt stand, schilderte dabei seine Sicht der Partie, die durch die "Artenschutzdebatte" von Uli Hoeneß zusätzlich aufgeheizt worden war.

Differenzen über die Art der Spielleitung scheinen aber weiterhin zu bestehen. "Die Kommunikation mit den Schiedsrichtern ist zwar besser geworden, wir liegen in einigen Punkten aber auseinander", sagte Trainer Michael Skibbe von Bayer Leverkusen, "wir haben in der Praxis hin und wieder das Gefühl, dass nicht dem Spiel entsprechend gepfiffen wird, sondern strikt nach den Regeln."

Gegen Rumänien werden Stammspieler geschont

Löw hat sich mit den Trainern auch über die Belastungen der Nationalspieler ausgetauscht. So kündigte er an, im Länderspiel am 12. September (20.30 Uhr/live in der ARD) in Köln gegen Rumänien den einen oder anderen Stammspieler zu schonen. Trotz seiner Ellbogen- und Achillessehnenprobleme wird Nationaltorwart Jens Lehmann vom FC Arsenal am Dienstag zum Treffpunkt der Nationalmannschaft nach Köln reisen.

Dort absolvieren die EM-Kandidaten einen Fitnesstest. Löw geht davon aus, dass Lehmann am Samstag (20.30 Uhr/live im ZDF) in der EM-Qualifikation in Cardiff gegen Wales spielen wird. Der DFB-Cheftrainer ist froh, dass die Stürmer Miroslav Klose, Lukas Podolski (beide Bayern München) und Mario Gomez (VfB Stuttgart), die zuletzt in England gefehlt hatten, wieder zurückkehren. Podolski soll in den nächsten Tagen nach seiner viermonatigen Pause wegen einer Knie-OP wieder herangeführt werden und könnte am 12. September (20.30 Uhr/live in der ARD) in Köln zu einem Kurzeinsatz gegen Rumänien kommen.

© SID

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