Fußball Nationalmannschaft
Löw nutzt Spiel gegen die Schweiz zum Sturm-Test

Im ersten Länderspiel des Jahres 2007 trifft die deutsche Nationalmannschaft heute (20 Uhr/live im ZDF) in Düsseldorf auf die Schweiz. Bundestrainer Joachim Löw will dabei im Sturm auch Mario Gomez eine Chance geben.

Für Joachim Löw ist das Länderspiel Deutschland gegen die Schweiz heute in Düsseldorf (20 Uhr/live im ZDF) vor allem wichtig, um einen adäquaten Ersatz für Miroslav Klose zu finden. "Ich möchte wichtige Erkenntnisse sammeln und möglichst herausfinden, wer Klose im März am besten ersetzen kann", meinte der Bundestrainer vor der Begegnung mit dem EM-Gastgeber 2008.

Klose, dessen Einsatz in der seit Wochen ausverkauften Düsseldorfer Arena wegen einer Kapselverletzung am Daumen noch unsicher war, fehlt im möglicherweise vorentscheidenden EM-Qualifikationsspiel der in ihrer Ausscheidungsgruppe führenden DFB-Auswahl am 24. März in Prag gegen den punktgleichen Tabellenzweiten Tschechien wegen einer Gelbsperre. "Falls Miro grünes Licht gibt, wird er von Beginn an spielen. Es ist aber angedacht, dass alle vier Stürmer gegen die Schweiz zum Einsatz kommen", meinte Löw.

"Alle drei haben zuletzt überzeugt"

Der Bundestrainer, der in der NRW-Metropole den etatmäßigen Klose-Partner Lukas Podolski wegen dessen Sperre ersetzen muss, stellte den potenziellen Kandidaten durchweg ein gutes Zeugnis aus. "Alle drei Stürmer, die neben Klose dabei sind, haben zuletzt überzeugt und sich ihre Chance verdient", meinte der 47-Jährige. Er habe sich aber noch nicht festgelegt, ob Rückkehrer Kevin Kuranyi, Neuling Mario Gomez oder Mike Hanke an der Seite des Bremers beginnen.

"Kuranyi hat zuletzt vor allem spielerisch zugelegt. Er hat maßgeblichen Anteil am derzeitigen Höhenflug der Schalker", lobte Löw den früheren Stuttgarter. Aber auch Gomez und Hanke hätten in den bisherigen Spielen der Rückrunde nicht nur wegen ihrer Tore positiv auf sich aufmerksam gemacht. Insgeheim hofft Löw für das Spiel in Prag aber auch noch auf eine Rückkehr des derzeit verletzten Mönchengladbachers Oliver Neuville, der dem Bundestrainer am Montagabend im Düsseldorfer Mannschaftshotel einen Besuch abgestattet hatte.

"Für mich ist das ein Neuanfang"

Während Hanke und Gomez vor Selbstbewusstsein strotzen, hält sich Kuranyi aufgrund seiner Erfahrungen vornehm zurück. "Meine Leidenszeit ist vorbei, aber ich muss mir wieder alles neu erarbeiten. Für mich ist das ein Neuanfang", sagte der frühere Stuttgarter, der sich allerdings gerne an das bislang letzte Länderspiel gegen die Schweiz am 2. Juni 2004 in Basel erinnerte, in dem er beide Tore zum 2:0-Sieg der DFB-Auswahl erzielt hatte.

Seine Konkurrenten wählten dagegen forschere Töne. "Ich denke, dass ich die Einladung verdient habe und möchte meine Leistung im Verein auch bei der Nationalmannschaft bestätigen", sagte der Stuttgarter Torjäger Gomez mit breiter Brust und auch der Wolfsburger Hanke will angreifen: "Ich will beweisen, dass ich mehr als eine Alternative bin. Auf Dauer will ich mir einen Stammplatz erkämpfen."

Metzelder ist wieder dabei

Die Qual der Wahl hat Löw am Mittwoch aber nicht nur im Angriff, sondern auch in der Abwehr. Erstmals nach dem Weltturnier im vergangenen Sommer kann der Bundestrainer wieder auf das WM-Bollwerk Per Mertesacker und Christoph Metzelder zurückgreifen. "Ich freue mich, dass beide wieder dabei sind. Bei der WM haben Christoph und Per ein hervorragendes Duo in der Innenverteidigung gebildet. Das war die Basis für eine stabile Abwehr", meinte Löw, fügte im gleichen Atemzug aber hinzu: "Auch Arne Friedrich und Manuel Friedrich haben in den Spielen nach der WM ihre Sache ausgezeichnet gemacht."

Lahm und "Schweini" von Beginn an

Am Dienstagabend hatte sich der Bundestrainer beim einzigen Training in voller Mannschaftsstärke bezüglich der Anfangsformation noch einmal einen Überblick verschafft. Während einige Personalfragen noch offen waren, legte sich Löw immerhin schon darauf fest, dass die bei Bayern München geschundenen Seelen Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm von Beginn an spielen. "Sie haben in der Nationalmannschaft immer gute Leistungen gezeigt. Ich bin davon überzeugt, dass sie das auch gegen die Schweiz wieder tun", sagte Löw, der keine Auswirkung der Bayern-Krise auf die Nationalmannschaft befürchtet.

"Es ist doch immer so, dass nicht alle Spieler mit blendender Laune zur Nationalmannschaft kommen. Die Bremer waren nach der Niederlage gegen Schalke auch nicht in bester Stimmung, als sie zu uns kamen. Ich habe aber mit allen Spieler kurze Gespräche geführt und keine negativen Gefühle feststellen können", meinte der Bundestrainer, der die Nationalmannschaft als "Oase" bezeichnete, in der die Spieler eine "positive Luftveränderung" erfahren.

© SID

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