Fußball Nationalmannschaft
Löw regt Diskussion über Coaching-Zone an

Am Rande des Fußball-Symposiums in Berlin will Joachim Löw auch über die Rolle des vierten Schiedsrichters sprechen. "Es ist absolut störend, dass eine Art Polizist für einen abgestellt wird", sagte der Bundestrainer.

Beim Fußball-Symposium in Berlin, das vom Weltverband Fifa und der Europäischen Fußball-Union (Uefa) organisiert wird, will Bundestrainer Joachim Löw eine Diskussion über die Rolle des vierten Schiedsrichters und der Coaching-Zone führen. "Das ist mir wichtig, anzusprechen. Man wird vom vierten Schiedsrichter permanent beobachtet, das halte ich für überzogen. Es ist absolut störend, dass eine Art Polizist für einen abgestellt wird", fand der 46-Jährige deutliche Worte.

Gemeinsam mit 51 weiteren Nationaltrainern und über 200 Fußball-Experten, darunter auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, will Löw solche und andere Probleme erörtern, vor allem aber die spieltaktischen Trends der WM aufarbeiten.

Viel Lob für deutschen WM-Auftritt

Dabei erntete der neue Bundestrainer bereits bei den ersten Gesprächen mit ausländischen Trainern wie Weltmeister-Coach Marcello Lippi Lob für die Spielweise der deutschen Nationalmannschaft. "Die Resonanz der Trainer auf unsere Entwicklung ist sehr positiv. Man spürt eine gewisse Anerkennung und erhält Komplimente", so Löw, bei der WM Assistent von Chefcoach Jürgen Klinsmann und seit dessen Rücktritt sein Nachfolger.

Von den Diskussionsrunden im kleineren Rahmen verspricht sich der Badener Löw mehr als von den zunächst gehaltenen Vorträgen. "Bislang gibt es keine Erkenntnisse, die wir nicht auch schon herausgestellt hätten", sagte der Bundestrainer. Er selbst habe während der Endrunde die Tendenz zu einer offensiveren Ausrichtung der Außenverteidiger sowie das System mit einer Spitze und einem kompakten Mittelfeld als hervorstechendste Trends ausgemacht.

Löw schloss allerdings aus, dass sich dieses Spielsystem auch bei der DFB-Auswahl durchsetzt: "Ich persönlich glaube, dass zwei Stürmer dem Offensivspiel gut tun. Das wollen wir beibehalten." Auch eine von vielen Teams praktizierte Umstellung auf zwei Defensivakteure vor der Abwehr erteilt Löw eine Absage: "Die Mittelfeldspieler müssen flexibel bleiben. Zwei "Sechser" stehen sich schnell auf den Füßen."

Keine personellen Änderungen gegen Georgien

Das Spielsystem wird also beibehalten, und auch beim Personal wird sich hinsichtlich des nächsten Länderspiels gegen Georgien am 7. Oktober in Rostock nicht viel ändern. So plant Löw trotz des wahrscheinlichen Ausfalls von Verteidiger Manuel Friedrich, keinen Spieler aus der U21 zu nominieren, die am 6. und 10. Oktober gegen England im Play-off um ein Ticket zur EM 2007 kämpft.

Stattdessen hofft Löw auf ein Comeback des Neu-Werderaners Per Mertesacker: "Wenn er in Bremen in den Spielrhythmus kommt, könnte ich mir vorstellen, dass ich auf ihn zurückgreifen kann." Seit zehn Tagen arbeitet der 21-Jährige auf dem Trainingsplatz für sein Comeback.

Zudem bestätigte Löw, dass im Kader für das Georgien-Spiel nach dem Rücktritt von Oliver Kahn der neue dritte Torhüter stehen wird. "Es gibt bereits eine Tendenz", verriet der Bundestrainer. Im Gespräch ist Robert Enke (Hannover 96), Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund) und Tim Wiese (Werder Bremen). Gegen die Mannschaft von Trainer Klaus Toppmöller wird zudem die etatmäßige Nummer zwei, der Stuttgarter Timo Hildebrand, anstelle von Stammkeeper Jens Lehmann zum Einsatz kommen.

© SID

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