Fußball Nationalmannschaft
Löw steht vor brisanten Entscheidungen

Sechs Rückkehrer stehen bereit, Lukas Podolski will durch seine geliebte DFB-Elf aus dem Abseits - aber die Jung-Nationalspieler drängen auf eine neue Chance: Bei der ersten Nominierung im Länderspiel-Jahr 2009 muss Bundestrainer Joachim Löw einige brisante Fälle lösen.

dpa BERLIN. Mit Kapitän Michael Ballack, Torwart Robert Enke, Bayern-Verteidiger Philipp Lahm und dem einstigen Kritiker Torsten Frings sind vier Führungskräfte der deutschen Fußball-Nationalmannschaft heiß auf ihr Comeback am 11. Februar in Düsseldorf gegen Norwegen. Zudem rechnen sich der Hamburger Marcell Jansen und der Bremer Clemens Fritz, die im vergangenen Jahr noch mit ins Europameisterschaftsfinale eingezogen waren, wieder Chancen aus.

Die Kader-Plätze sind schon zu Jahresbeginn so heiß umkämpft wie selten zuvor. Löw weiß spätestens nach den Missfallens-Bekundungen von Ballack und Frings um die Brisanz des Themas, setzt aber auf die positive Kraft der Reibereien und der Konkurrenz: "Die Lehren sind für alle gezogen." Bastian Schweinsteiger fürchtet keine weiteren Debatten: "Das Thema ist schon beendet." Der Münchner geht von einer reibungslosen Rückkehr der "Rebellen" aus: "Wir wissen, dass Michael Ballack und Torsten Frings viel für uns tun können." Insbesondere Ballack sei sehr wertvoll: "Er ist unser Kapitän, er spielt bei Chelsea, er bringt das Spiel voran."

Inwieweit Podolski dem Team helfen könnte, bleibt offen. Gegen England hatte der zukünftige Köln-Rückkehrer am 19. November vergangenen Jahres sein letztes Spiel überhaupt bestritten, beim FC Bayern kämpft er seitdem um den Anschluss. Miroslav Klose musste sich am Mittwoch wegen einer Blessur am linken Knie in ärztliche Behandlung begeben. Ein Problemfall bleibt zudem Christoph Metzelder, der auch nach dem Trainerwechsel bei Real Madrid nur Ersatzkraft ist.

Jones, Hinkel und Weis erste Streichkandidaten

Auf jeden Fall muss Löw einige Akteure, die beim 1:2 zum Jahres-Abschluss 2008 gegen England dabei waren, streichen. Erste Kandidaten sind der Schalker Jermaine Jones, der Wahl-Schotte Andreas Hinkel sowie der Hoffenheimer Tobias Weis. Wenn Löw bei seinem Plan bleibt, sein Personal am Sonntag im Düsseldorf mit nur zwei Torhütern zu versammeln, dürfte der Bremer Tim Wiese trotz einer guten Leistung in seinem ersten Länderspiel gegen England durch das Sieb fallen: René Adler und Rückkehrer Enke werden die Nummer 1 unter sich ausmachen.

Die Debütanten Marvin Compper und Marcel Schäfer könnten dagegen wieder im Aufgebot auftauchen. Auch der Stuttgarter Sami Khedira und der aufstrebende Hoffenheimer Rechtsverteidiger Andreas Beck stehen auf dem Zettel der DFB-Trainer, zumal sich der Berliner Arne Friedrich mit einer Rückenverletzung plagt. Löw will auch 2009 dazu nutzen, "Spieler zu fördern und zu sehen, ob sie in der Lage sind, das Niveau Richtung 2010, 2011, 2012 zu erreichen." Trotz der klaren Priorität, in diesem Jahr die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Südafrika zu sichern, betonte der DFB-Chefcoach: "Das wird mit Sicherheit auch nochmal vorangetrieben."

Beste Gelegenheit dafür wird Löw auf der diesjährigen Asienreise mit Spielen am 29. Mai in Shanghai gegen China sowie am 2. Juni in Abu Dhabi gegen die Vereinigten Arabischen Emirate haben. Denn auf Spieler der beiden Pokal-Finalisten muss der Bundestrainer dabei verzichten. Zudem findet am 27. Mai in Rom das Champions-League- Finale statt; hier könnten Ballack mit dem FC Chelsea oder die Auswahlspieler des FC Bayern beteiligt sein. Löw wird also "improvisieren" müssen: "Das ist gut. Da können sich junge Spieler nochmal in den Vordergrund spielen."

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