Fußball Nationalmannschaft
Löw und Co. gehen optimistisch in "Reifeprüfung"

Das deutsche Nationalteam geht mit Respekt, aber zugleich mit viel Selbstvertrauen in das heutige EM-Qualifikationsspiel gegen die Tschechische Republik in Prag. Bei einem Sieg wäre die Endrunde einen Schritt näher.

Die deutsche Nationalmannschaft steht heute (20.45 Uhr/live in der ARD) im EM-Qualifikationsspiel gegen Gastgeber Tschechische Republik in Prag vor ihrer Reifeprüfung in der "Ära Joachim Löw". "Ich verspüre keinen besonderen Druck, auch wenn natürlich ein ungewöhnliches Kribbeln da ist. Aber das sind Festtage im Fußball, auf die man sich immer besonders freut", sagte der Bundestrainer nach der Ankunft in der verregneten tschechischen Hauptstadt.

"Vor meinem ersten Spiel als Chefcoach gegen Schweden stand ich im Fokus, dann beim ersten Pflichtspiel in der EM-Qualifikation gegen Irland und jetzt eben wieder", berichtet der Nachfolger von Jürgen Klinsmann, der in seiner neuen Funktion bislang die außergewöhnliche Bilanz von sechs Siegen und nur einem Remis (1:1 gegen Zypern) aus sieben Spielen vorweisen kann. "Das ist reine Statistik", weiß der DFB-Coach, der vor dem allerdings wegen des Wetterchaos um eine halbe Stunde verspäteten Abflug am Freitagvormittag in die tschechische Hauptstadt trotz allem Optimismus vorbaut: "Auch wenn wir verlieren sollten, stehen wir in der Qualifikation noch gut da."

Ballack mit breiter Brust

Dieser Fall wird aber nach Meinung aller Protagonisten nicht eintreten, wie auch Kapitän Michael Ballack versicherte. "Sicherlich haben wir einige Ausfälle zu verkraften, aber wir haben vor allem im Sturm Leute hintendran, die nahtlos einspringen können. Deshalb spielen wir trotz des nötigen Respekts vor dem Gegner auf Sieg", sagte der England-Legionär.

Dass die deutsche Mannschaft auswärts lange keinen dicken Brocken mehr schlagen konnte, spielt für Löw keine Rolle. "Wir haben zuletzt auswärts gut gespielt, nicht zuletzt beim 4:1 in der Slowakei, wo wir ein Jahr zuvor noch eine böse Überraschung erlebt hatten", meinte der Bundestrainer, in dessen Startformation von Samstag wohl sieben Akteure stehen werden, die bei der blamablen EM-Vorrundenniederlage 2004 in Portugal gegen eine tschechische B-Elf (1:2) auf dem Platz gestanden haben.

Metzelder und Frings einsatzfähig

"Das interessiert doch keinen mehr. Wir haben heute eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz", meinte Löw, der sein Team beim Abschlusstraining in der engen Arena von Sparta Prag am Freitagabend noch einmal heiß machte. Wie in der vergangenen Tagen absolvierten auch die angeschlagenen Christoph Metzelder und Torsten Frings das volle Programm und sind damit einsatzfähig.

"Wir haben uns gut auf Tschechien vorbereitet. Alle Spieler sind fit und gut drauf", versicherte der Klinsmann-Nachfolger, der vor allem die neuen Kräfte lobte: "Gonzalo Castro, Stefan Kießling umd Roberto Hilbert haben im Training einen hervorragenden Eindruck hinterlassen und bewiesen, dass ich mich auf sie verlassen kann", meinte Löw, der möglicherweise schon in der Goldenen Stadt dem einen oder anderen Neuling zum Debüt verhilft: "Ich lasse mir alle Optionen offen."

Dass die deutsche Mannschaft am Sonntag nach dem Gipfeltreffen gegen den punktgleichen Zweiten der Qualifikationsgruppe D den Rückflug nach Düsseldorf als alleiniger Tabellenführer antritt, steht für die Spieler außer Frage: "Wir gewinnen, weil wir die besseren Spieler haben", meinte Torjäger Lukas Podolski, der gemeinsam mit Kevin Kuranyi im Angriff für die nötigen Treffer sorgen soll.

Bierhoff will andere Teams nicht stark machen

"Wenn wir gewinnen, haben wir mit Sicherheit etwas mehr Ruhe", sagte auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der weiß, dass eine Niederlage in diesem Gipfeltreffen die deutsche Elf bis zu den nächsten EM-Qualifikationsspielen im Juni gegen San Marino und die Slowakei verfolgen würde. "Wenn wir verlieren, sind andere Mannschaften wieder hinten dran", warnte denn auch der frühere DFB-Kapitän. Die unbequemen Iren, die am Samstag Wales empfangen, sind derzeit mit sieben Punkten Dritter vor der Slowakei (6). Deutschland und Tschechien haben jeweils zehn Zähler.

© SID

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