Fußball Nationalmannschaft
Löw: "Wie Giftpfeile in die Abwehr gestoßen"

Nach dem 2:1-Sieg im EM-Qualifikationsspiel in Tschechien ist Bundestrainer Joachim Löw rundum zufrieden. Luft nach oben gebe es aber immer. Denn "das perfekte Spiel gibt es im Fußball nicht", so Löw.

Bundestrainer Joachim Löw hat mit seiner Mannschaft nach dem 2:1-Erfolg in Tschechien die EM-Endrunde vor Augen. Das Spiel in Prag begeisterte auch Löw, der genau wie die Zuschauer "ein unheimlich schnelles Spiel" gesehen hat.

Frage: Joachim Löw, in beeindruckender Art und Weise hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit dem 2:1-Erfolg gegen Tschechien in Prag einen großen Schritt in Richtung EM 2008 gemacht. Wie haben Sie den siebten Sieg im achten Spiel unter ihrer Regie gesehen?

Joachim Löw: "Ich hatte auf der Bank das Gefühl, dass es ein unheimlich schnelles Spiel war. Von Beginn an war kein Taktieren zu spüren, beide Mannschaften sind ein hohes Tempo gegangen. Die Abwehr stand wie eine Mauer, im Mittelfeld haben wir sehr intelligent gespielt und im Angriff sind die Spieler wie Giftpfeile in die gegnerische Abwehr gestoßen. Vor allem defensiv haben wir die Aufgabe gegen die Tschechen super gelöst. Ohne Foul zu spielen, haben wir in 90 Minuten kaum eine Chance zugelassen. Wir können nur bemängeln, dass wir nicht früher das 3:0 erzielt haben."

Frage: "War das bereits perfekter Fußball oder hat die DFB-Auswahl sogar noch Luft nach oben?

Löw: "Das perfekte Spiel gibt es im Fußball nicht. Aber wir versuchen natürlich immer, unser Niveau zu halten. Wir haben gegen die Tschechen sehr viele Dinge hervorragend gemacht, aber für einen Trainer gibt es immer noch genügend Ansätze, wie man in einigen Situationen zielstrebiger und schneller agieren kann. Doch wie konzentriert sich die Mannschaft im Training auf das Spiel vorbereitet hat, das war schon überragend."

Frage: "Matchwinner mit zwei Toren war Kevin Kuranyi, der bei der WM im vergangenen Sommer nicht dabei war. Eigentlich war der Schalker Angreifer nur Ersatz für den gesperrten Miroslav Klose. Werden die Karten im Angriff jetzt neu gemischt?

Löw: "Als Trainer ist man natürlich enorm froh, wenn man die Möglichkeit hat, einen Spieler wie Miroslav Klose adäquat zu ersetzen. Vor einigen Wochen wurde gesagt, dass Mario Gomez und Klose den Sturm bilden sollten. Durch Sperren und Verletzungen sind jetzt andere Spieler in den Mittelpunkt gerückt. Kevin Kuranyi hat erneut bewiesen, dass er zurecht wieder bei der Nationalmannschaft ist und entscheidende Tore erzielen kann. Er hat sich das durch gute Leistungen im Verein auch verdient. Aber auch Lukas Podolski, Klose und Gomez haben unglaubliche Qualitäten. Wir haben jetzt eine längere Pause bis zum nächsten Spiel in der EM-Qualifikation. Ich bin froh, dass ich Alternativen habe.

Frage: "Die deutsche Nationalmannschaft hat sich nur ein Jahr nach dem bitteren 1:4 gegen Italien in Europa wieder mächtig Respekt verschafft. Was bedeutet der Sieg gegen die Tschechen für das Selbstverständnis des WM-Dritten?

Löw: "Der Sieg bedeutet schon sehr viel, weil wir auswärts gegen Tschechien gewonnen haben. Die Tschechen sind ein ernstzunehmender Konkurrent und gehören eigentlich zur Spitze in Europa. Aber wir haben ohnehin die ganze Woche nur von einem Sieg gesprochen und sind nicht hierher gefahren, um einen Punkt zu holen. Wir haben einen Auftrag gehabt und ihn erfüllt. Das war ein wichtiger Schritt in Richtung EM."

© SID

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