Fußball Nationalmannschaft
Löw will deutsche Titel-Durststrecke beenden

Joachim Löw will die nun schon zwölf Jahre andauernde Titel-Durststrecke der deutschen Nationalmannschaft bei der EM beenden. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren.

Zwölf Jahre sind inzwischen vergangen, seit die deutsche Nationalmannschaft den letzten großen Titel gewinnen konnte. Wenn es nach dem Willen von Bundestrainer Joachim Löw geht, soll im Juni 2008 der nächste Triumph folgen. Die Vorbereitungen dafür laufen 87 Tage vor EM-Beginn auf Hochtouren.

Am Mittwoch und Donnerstag steht für Löw bei einem Uefa-Workshop in Wien ein Gedankenaustausch mit den 15 Kollegen der teilnehmenden Länder hinsichtlich der EM in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) auf dem Programm. Dazu gehört am Abend auch ein traditioneller Besuch beim "Heurigen".

"Ich werde nicht gerade angeschaut, als ob wir zum Favoritenkreis gehören würden", scherzte der DFB-Coach, um dann ernsthaft hinzuzufügen: "Es gibt einige Mannschaften, die das Turnier gewinnen können. Dazu gehören auch wir."

EM-Kandidaten sollen auch im Training beobachtet werden

Knapp drei Monate vor der Euro steht Löw aber noch viel Arbeit ins Haus, nachdem die Leistungen der deutschen Elf zuletzt stagniert hatten. Auch personell gibt es vor dem Länderspiel am 26. März (20.45 Uhr/live im ZDF) in Basel gegen die Schweiz noch einige Fragezeichen.

Es ist die letzte Testmöglichkeit für Löw vor der Nominierung des 23-köpfigen EM-Kaders am 16. Mai. Noch etwa 40 Spieler dürfen sich im Moment Hoffnungen machen. Einige Kandidaten will Löw demnächst sogar im Training unter die Lupe nehmen lassen, "um zu sehen, ob sie auch im Training gewillt sind, an ihre Leistungsgrenze zu gehen".

Sorgen bereiten Löw derzeit seine verletzten Leistungsträger Torsten Frings und Christoph Metzelder. "Sie sind auf einem ordentlichen Weg, aber man muss geduldig sein. Ob sie bei der EM in einer Topverfassung sind, muss man abwarten. Hoffentlich kommen sie bald wieder in einen Spielrhythmus", sagte Löw. Der Bremer Frings fällt seit Wochen mit einer Knieverletzung aus, Metzelder von Real Madrid wurde am Fuß operiert.

Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, dass Real den erst im Sommer verpflichteten Abwehrspieler wieder abgeben will. Dies seien reine Spekulationen, "ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Real damit beschäftigt", meinte Löw dazu.

Löw stärkt Lehmann weiter den Rücken

Zum wiederholten Male stärkte der DFB-Coach indes seiner Nummer eins Jens Lehmann den Rücken. Der Ersatzkeeper des FC Arsenal werde "auf jeden Fall" in der Schweiz spielen: "Wir werden ihn jetzt nicht wegen seiner Leistung beim Österreich-Spiel in Frage stellen. Er hat davor überzeugt."

Entsprechend erteilte Löw auch Torwart Frank Rost vom Hamburger SV eine Absage für die EM. "Für die Nationalmannschaft ist er kein Thema", sagte er der Sport Bild. Auch die jungen Torleute Manuel Neuer (Schalke) und Rene Adler (Leverkusen) spielen in den Planungen von Löw derzeit offenbar keine Rolle. Bei der Nominierung des Schweiz-Kaders sei nicht damit zu rechnen, "dass einer dazukommt, der noch nie dabei war".

Sorgen hinsichtlich der EM-Teilnahme muss sich wohl auch der Bremer Tim Borowski machen. Er sei nach Verletzungen nicht mehr der Tim Borowski, den man kenne. Auf die Frage, ob er in der Schweiz dabei sei, meinte Löw: "Grundsätzlich habe ich es vor, ihn dazuzunehmen. Ich habe ihm im Februar aber auch gesagt, dass es derzeit nicht reichen würde. Er müsse sechs, sieben Spiele in Folge machen, um seinen Rhythmus zu finden. Dann ist er wieder ein Thema." Dies gelte auch für den Dortmunder Sebastian Kehl.

Bayerns Rotation erfreut den Bundestrainer

Wohlwollend betrachtet Löw momentan die Rotation bei Bayern München. Dadurch bekämen auch Spieler wie Lukas Podolski oder Marcell Jansen Spielpraxis. Andererseits würde ein Philipp Lahm auch einmal geschont werden. "Das ist in meinem Interesse." Positiv sei auch, dass die deutschen Klubs im Moment im Europapokal noch gut vertreten sind, so Löw: "Das hebt den Stellenwert der Liga und bedeutet eine hohe Motivation für die Spieler."

© SID

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