Fußball Nationalmannschaft
Löw: „Wir haben die richtigen Lehren gezogen“

Bundestrainer Joachim Löw hat nach dem 4:0-Erfolg über Liechtenstein eine Bilanz gezogen, die ihn insgesamt zufrieden stellt. Im Interview spricht er über die Chancenverwertung, den Versuch der Wiedergutmachung und die Frage, ob der verhinderte Torjäger Mario Gomez zur tragischen Figur im DFB-Team zu werden droht.

Frage: Wie lautet Ihr Fazit nach dem 4:0 gegen Liechtenstein?

Joachim Löw: Wir haben die Pflichtaufgabe erfüllt. Insgesamt hat die Mannschaft eine engagierte Leistung gezeigt. Vor allem in der Anfangsphase und in den ersten zehn Minuten nach der Pause haben wir sehr viel Druck ausgeübt. Insgesamt hätten wir aber über die gesamte Spieldauer konsequenter spielen müssen. Unter dem Strich bin ich aber zufrieden, das war ein guter Auftakt in den Doppelspieltag.

Nach zuvor zwei Niederlagen gegen England und Norwegen wollte ihre Mannschaft Wiedergutmachung betreiben. Ist das Ihrer Meinung nach gelungen?

Ich denke schon. Man hat von Beginn an gesehen, dass die Spieler sehr motiviert waren. Sicherlich hätten wir das ein oder andere Tor mehr schießen können, aber Liechtenstein hat sehr tief gestanden und die Räume eng gemacht. Da ist es nicht so einfach. Ich habe aber nicht nur schöne Tore, sondern auch einige gute Kombinationen auf unserer Seite gesehen. Wir haben uns die Woche mehr mit den Spielen gegen England und Norwegen beschäftigt als mit Liechtenstein und unsere Leistung in diesen beiden Spielen hinterfragt. Wichtig war für uns, die richtigen Lehren aus diesen Spielen zu ziehen. Und ich denke, das haben wir getan.

Mario Gomez ist seit 13 Spielen ohne Treffer, selbst gegen Liechtenstein konnte er nicht überzeugen und wurde am Ende sogar ausgepfiffen. Wird er zur tragischen Figur in der Nationalmannschaft?

Überhaupt nicht. Ich erkenne auch keine Tragik. Ich finde es zudem unglücklich, dass ein Nationalspieler von den eigenen Fans ausgepfiffen anstatt unterstützt wird. Aber ich mache mir bei Mario keine Sorgen, weil ich seine Qualitäten kenne. Es wäre natürlich schön gewesen, wenn er gegen Liechtenstein getroffen hätte. Aber ich bin sicher, dass der Knoten schon bald bei ihm platzen wird. Letztendlich werden wir ihn wieder stark machen.

Wird Gomez auch am Mittwoch in Wales spielen?

Das ist durchaus denkbar. Wir müssen zunächst aber eine Bestandsaufnahme machen und schauen, in welcher körperlicher Verfassung unsere Spieler sind.

Wie schätzen Sie die nächste Aufgabe in Wales ein, das nach der 0:2-Pleite gegen Finnland seine vagen Hoffnungen auf die WM-Teilnahme begraben kann?

Die Waliser wollten an diesem Doppelspieltag mit zwei Heimsiegen ihre Ausgangsposition verbessern, das ist ihnen nicht gelungen. Gegen uns werden sie aber versuchen, nach der Niederlage gegen Finnland eine Reaktion zu zeigen. Sie müssen gegen uns gewinnen, wenn sie noch eine theoretische Chance haben wollen, deshalb müssen sie offensiver spielen als gewohnt. Ich hoffe, dass wie dadurch mehr Räume haben und diese auch nutzen. Unser Ziel sind drei Punkte, damit wir als souveräner Tabellenführer in die Sommerpause gehen. Aber klar ist auch, Wales ist ein anderes Kaliber als Liechtenstein.

© SID

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