Fußball Nationalmannschaft
Löws Diagnostiker testen die EM-Kandidaten

Vier Tage vor dem EM-Qualifikationsspiel in Wales lädt Bundestrainer Joachim Löw heute in Köln zum ersten Fitnesstest der neuen Saison. Insgesamt 28 Spieler des erweiterten DFB-Kaders werden auf Herz und Nieren geprüft.

Im noblen Interconti-Hotel im Zentrum Kölns fließt heute der Schweiß, wenn sich die 28 Kandidaten der deutschen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft 2008 dem ersten Fitnesstest der neuen Saison unterziehen, der Bundestrainer Joachim Löw und seinem Stab wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der körperlichen Verfassung seiner Profis geben soll.

"Es ist für die weitere Trainingssteuerung der kommenden Monate sehr wichtig, dass wir bereits zu Beginn der EM-Saison detaillierte Daten über den Fitnesszustand eines jeden Spielers vorliegen haben", sagt Löw, der am Rande der schweißtreibenden Übungen vor allem den Kontakt mit den Spielern aus der zweiten Reihe wie Gerald Asamoah (Schalke 04) oder Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach) suchen will. "Alle, die dabei sind, haben auch die Chance bei der EM dabei zu sein", sagt der Bundestrainer vor dem Start der Testserien. Der Schalker Gerald Asamoah musste allerdings am Montag wegen einer kurzfristig aufgetretenen allergischen Reaktion auf Lebensmittel seine Teilnahme absagen.

"Mindestens so gut wie im vergangenen Sommer"

Tim Meyer, unter dessen Leitung die Übungen durchgeführt wurden, stellt aber klar, dass die Ergebnisse nur bedingt mit den aus den Jahren 2004 bis 2006 erzielten Daten verglichen werden können. "Es ist nicht so einfach, eine Erwartung zu formulieren, die Resultate sollten mindestestens genauso gut sein wie im vergangenen Sommer. Wichtg ist, dass die Werte stabil über einen längeren Zeitraum seit Mai 2006 gehalten wurden", sagt der DFB-Internist.

Er verwies zudem darauf, dass viele neue Spieler dabei sind. Zudem müsse man vor einer Gesamtbeurteilung noch abwarten, welche Ergebnisse die Ausdauertests bringen, die erst im kommenden Monat durchgeführt werden.

Insgesamt erhofft sich der Lehrstuhlinhaber für Sportmedizin an der Universität Paderborn, der in Köln wieder von diversen Leistungsdiagnostikern sowie US-Fitnesstrainer Mark Versteegen unterstützt wird, positive Resultate. "Es müsste ein Vorteil sein, dass die Fitnessarbeit bei den Klubs intensiviert wurde. Bei einigen Vereinen wurden für diesen Bereich auch zusätzliche Leute eingestellt. Aber das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht", erklärt Meyer, der zudem das gute Verhältnis zu seinen Kollegen aus der Bundesliga hervorhob.

"Es ist eine äußerst positive Zusammenarbeit", betont Meyer, der auch nach der öffentlichen Kritik von Löw an der medizinischen Versorgung bei einigen Klubs im vergangenen Monat keine negativen Rückmeldungen erhalten hat. "Ich fand Löws Anmerkungen ebenfalls nicht so dramatisch, wie sie teilweise in der Öffentlichkeit dargestellt wurden. Von meinen Kollegen hat deshalb auch keiner daran Anstoß genommen", so der DFB-Doc, der in Köln wieder vier verschiedene Übungen für die Nationalspieler ansetzt.

Sprinten, Dehnen, Halten

Zwei Sprinttests, bei denen einmal gerade und einmal mit Seitwärtsbewegung gelaufen werden muss, ein Sprungkrafttest sowie ein funktioneller Test für Stabilität, Haltung, Dehnfähigkeit, bei dem es auch um Verletzungsvorsorge geht, stehen ab den frühen Morgenstunden auf dem Programm.

Nicht dabei sind die verletzten Michael Ballack, Tim Borowski, Torsten Frings, Clemens Fritz, Sebastian Kehl und Jan Schlaudraff, die auch für das EM-Qualifikationsspiel am Samstag gegen Wales (20. 30 Uhr Mesz/live im ZDF) absagen mussten. Der in Cardiff gesperrte Bernd Schneider soll dagegen alle Übungen mitmachen, er wird eventuell für das Länderspiel am 12. September in Köln gegen Rumänien nachnominiert.

© SID

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