Fußball Nationalmannschaft
Löws Sommermärchen geht in die Verlängerung

Der DFB möchte den Vertrag mit Bundestrainer Joachim Löw nach geschaffter EM-Qualifikation so schnell wie möglich verlängern. Dabei ist Löw aber besonders wichtig, "ob man von den Methoden und dem System überzeugt ist".

Das Sommermärchen 2006 hat für Joachim Löw auch 2007 noch kein Ende gefunden. "Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich nicht gedacht habe, dass der Übergang nach der tollen WM in die EM-Qualifikation so reibungslos verläuft", erklärte der Bundestrainer vor dem möglicherweise schon entscheidenden EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft am heutigen Samstag in Dublin gegen Irland.

Zwanziger: "Wir wissen genau, was wir an Löw haben"

Und gerade, weil es so gut läuft, will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den nach der EM 2008 auslaufenden Vertrag mit dem ehemaligen Klinsmann-Assistenten nach geschaffter Qualifikation unabhängig vom Turnierverlauf in der Schweiz und Österreich so schnell wie möglich verlängern. "Das ist unser Ziel, denn wir wissen genau, was wir an Löw haben, der seit 2004 unheimlich viel für den deutschen Fußball getan hat", erklärte DFB-Präsident Theo Zwanziger dem sid, ohne sich auf ein genaues Zeitfenster festzulegen.

Doch ein Selbstläufer werden die Verhandlungen mit Löw, die möglicherweise schon in diesem Monat beginnen, nicht. Denn der 47-Jährige stellte in dieser Woche klare Bedingungen, machte sein Verbleib beim Verband von einigen Dingen abhängig. Nicht vom Geld, wie man zumeist im Fußball vermutet, auch wenn Löw, der angeblich 1,5 Mill. Euro pro Jahr verdient, mit einer angemessenen Gehaltserhöhung rechnen darf.

Löw will nach der Euro 2008 mehr Einfluss haben als zuletzt. "Es war der Wunsch des DFB, über einen neuen Vertrag zu sprechen, dazu bin ich auch bereit, wenn die Qualifikation geschafft ist. Grundsätzlich möchte ich aber vom DFB hören, ob man sich an den Ergebnissen orientiert oder von den Methoden, dem System überzeugt ist. Dazu gehören auch viele Dinge, die wir angeschoben haben, wie die Trainerausbildung und die Spielphilosophie bis zum Jugend-Unterbau. Für mich als Trainer ist es wichtig, das zu wissen", sagte der Bundestrainer vor der Abreise nach Dublin.

Löw möchte an Weiterentwicklung der Mannschaft gemessen werden

Der Schwarzwälder, der ganz bewusst nur zwei Jahre bis zur WM 2010 verlängern möchte, will nicht nur an Resultaten, sondern vor allem an der Weiterentwicklung der Mannschaft gemessen werden, die seiner Meinung nach trotz einer kontinuierlichen Steigerung noch längst nicht zur Weltspitze gehört. "Wir sind im Moment stabil, aber bei weitem noch nicht so stark, dass wir dauerhaft mit den ganz Großen mithalten können. Da müssen wir in den nächsten Jahren noch viel tun, viel verbessern. Aber wir sind auf dem richtigen Weg", sagte der ehemalige Stuttgarter Bundesligacoach.

Nach 14 Spielen der Nationalmannschaft unter Löws Führung und der herausragenden Bilanz von zwölf Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage vor dem Irland-Spiel kann man dies mit Fug und Recht behaupten, wenngleich der akribische Stratege Löw immer noch Steigerungsbedarf sieht, und das nahezu bei allen EM-Kandidaten, wie er den 33 in Berlin versammelten Profis bei dem sogenannten Bergfest einmal verdeutlichte.

Für Teammanager Oliver Bierhoff steht deshalb auch fest, dass Löw am Ruder bleiben muss. "Er ist der ideale Trainer für uns, das sehen auch die Spieler so. Mit ihm können wir ganz weit nach oben kommen." Löw, der den von seinem Vorgänger Jürgen Klinsmann erweiteten Personalstab größtenteils übernommen und nur kleine Korrekturen angebracht hat, will offensichtlich seine hervorragende Verhandlungsposition nutzen, um die Richtlinien-Kompetenz für die Zukunft abzustecken und zu erweitern. Der Bundestrainer will künftig nicht nur bei der A-Nationalmannschaft das Sagen haben, sondern auch in allen relevanten Bereichen Einfluss nehmen, um schon im Unterbau und durch die Infrastruktur die Qualität in der Nationalmannschaft systematisch zu verbessern.

"Man diskutiert derzeit viel über Geld und Investoren, dabei müssen wir auch die Ausbildung optimieren. Es geht darum, die Qualität zu erhöhen. Natürlich erschreckt es mich, wenn die deutschen Klubs fünf von sechs Spielen in der Champions League verlieren", sagte Löw und nahm auch die Bundesligaklubs in die Pflicht. Auch die Bayern-"Lautsprecher" Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß, die zuletzt Löw wegen diverser Dinge kritisiert hatten: "Auch Rummenigge und Hoeneß wollen nur das eine, die Qualität unseres Fußballs verbessern."

© SID

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