Fußball Nationalmannschaft
Nike-Angebot an DFB von Bierhoff übergeben

Das Angebot des Sportartikelherstellers Nike an den Deutschen Fußball-Bund ist von Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff persönlich überreicht worden. Nike bietet für einen Acht-Jahres-Vertrag 500 Mill. Euro.

Oliver Bierhoff persönlich hat das üppige Angebot des US-Sportartikelherstellers Nike an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) im November 2006 persönlich übergeben. Das bestätigte DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger dem Fachmagazin kicker. Nike bietet dem DFB für einen Acht-Jahres-Vertrag ab 2011 insgesamt 500 Mill. Euro.

Zwanziger betonte allerdings, dass Bierhoff als ehemaliger Repräsentant des US-Sportartikel-Giganten in die laufenden Gespräche mit Nike nicht eingebunden sei.

Zwanziger stellt sich hinter Bierhoff

"An Gerüchten und dummem Geschwätz will ich mich nicht beteiligen. Man wirft Oliver Bierhoff zu Unrecht vor, dass noch eine Abhängigkeit zu Nike bestünde. Oliver Bierhoff hat unser vollstes Vertrauen, und er hat darauf zu achten, dass es zu keiner Interessenskollision kommt", hatte Zwanziger bereits am Dienstag auf einer Pressekonferenz in der DFB-Zentrale in Frankfurt betont.

Bierhoff hatte das verschlossene Kuvert mit dem Nike-Angebot im Herbst vergangenen Jahres persönlich im Frankfurter Büro von Zwanziger abgegeben, ohne allerdings den Inhalt zu kennen. Zuvor war dem DFB-Präsidenten eigenen Angaben zufolge das lukrative Angebot bereits "mündlich zugerufen" worden.

Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte dem Nationalmannschafts-Manager zuletzt unterstellt, sich als ehemaliger Berater ganz bewusst für Nike eingesetzt zu haben: "Man kann sich so ein Angebot anhören, aber man darf es nicht in die Öffentlichkeit tragen. Und eben das wurde gezielt gemacht, um Druck zu erzeugen. Man muss mit diesen Dingen seriös umgehen, und eben das tut Oliver Bierhoff nicht", sagte Rummenigge Sport Bild. Verbands-Boss Zwanziger und der DFB nehmen den Nationalmannschafts-Manager allerdings in Schutz. Schließlich sei es nicht verwerflich, wenn Bierhoff die Gewinnmaximierung des DFB forciere.

Gespräch mit Rummenigge vor Schweiz-Spiel

Vor dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz am 7. Februar in Düsseldorf will Zwanziger nun das Gespräch mit Rummenigge suchen. "Wir werden uns im Zuge des Länderspiels treffen und atmosphärische Dinge regeln", meinte der DFB-Chef.

Bierhoff hatte sein Amt beim DFB im Sommer 2004 angetreten. Seinen kurz zuvor mit Nike bis 2010 verlängerten Vertrag löste er nach seiner Unterschrift beim Verband mit sofortiger Wirkung auf. Dennoch wird der ehemalige Weltklassestürmer von Nike-Konkurrent und DFB-Ausrüster adidas kritisch beäugt.

adidas will Vertrag verlängern

Dem DFB liegt seit November des vergangenen Jahres eine Offerte von Nike über rund eine halbe Milliarde Euro für acht Jahre ab 2011 vor. Allerdings pocht der langjährige DFB-Partner adidas, der seit 1954 mit dem deutschen Verband kooperiert, auf eine Verlängerung des Ausrüstervertrages bis 2014. Eine entsprechende Absichtserklärung war vom DFB im Zuge des Streits um die freie Schuhwahl der Nationalspieler am 31. August 2006 per Pressemitteilung bestätigt worden.

adidas prüft nun in den kommenden Wochen das vom Mainzer Universitätsprofessor Prof. Dr. Mathias Habersack für den DFB erstellte Rechtsgutachten. Demnach existiert mit adidas keine rechtsgültige Verlängerung des Ausrüstervertrags bis 2014. Sollten die unterschiedlichen Positionen allerdings weiter bestehen, werden die Beteiligten von ihrer vertraglichen Vereinbarung Gebrauch machen und eine Schiedsgerichts-Lösung herbeiführen.

Die Entscheidung des Schiedsgerichts werden der DFB und adidas aber in jedem Fall akzeptieren. Eine langjährige juristische Auseinandersetzung ist damit ausgeschlossen. Sollte das Schiedsgericht zu der Ansicht kommen, dass der Vertrag zwischen Verband und adidas bis 2014 Gültigkeit besitzt, wird zudem Nike sein Angebot zurückziehen.

© SID

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