Fußball Nationalmannschaft
Özil soll deutsches Spiel lenken

Mesut Özil wird im Länderspiel gegen Südafrika sein Startelf-Debüt in der deutschen Nationalmannschaft geben. Der Bremer soll die zuletzt enttäuschende deutsche Offensive beleben.

Mit alter Leichtigkeit und dem neuen Hoffnungsträger Mesut Özil will die deutsche Nationalmannschaft die Herzen der Fans zurückerobern und Selbstvertrauen für den Endspurt in der WM-Qualifikation tanken. Der seit Wochen überragende Mittelfeldspieler von Werder Bremen kommt im Länderspiel gegen Südafrika heute in Leverkusen (20.45 Uhr/live im ZDF) erstmals von Beginn an zum Einsatz und soll an der Seite von DFB-Kapitän Michael Ballack beim zuletzt enttäuschenden Vize-Europameister die Spielkultur zurückbringen.

"Er verfügt über ein gutes Timing und eine gute Technik und kann zudem schnell und präzise in die Tiefe passen. Zudem ist er kombinationssicher und torgefährlich", sagte Bundestrainer Joachim Löw über den U21-Europameister, der unter dem Bayer-Kreuz seinen insgesamt dritten Einsatz in der A-Mannschaft bestreitet.

Ballack: "Mesut hat sich aufgedrängt"

Löws Assistent Hansi Flick, der am Vortag des Spiels den ersten Einsatz des Deutsch-Türken in der Startelf bestätigte, fügte hinzu: "Er wird im offensiven Mittelfeld spielen, denn er ist jemand, der das Spiel lenken kann." So sieht es auch Kapitän Michael Ballack, der trotz starker Leistungen bei seinem Klub FC Chelsea mit der Führungsrolle zuletzt überfordert war.

"Mesut hat in den ersten Wochen der Saison tolle Leistungen gebracht und sich aufgedrängt. Daher ist es nur logisch, dass er seine Chance erhält. Er hat alle Eigenschaften für eine typische Nummer zehn", meinte der Routinier, der sich im Zusammenspiel mit dem ehemaligen Schalker neue Impulse für die Mannschaft und für sich selbst neue Freiräume erhofft.

Ballack glaubt, dass Özil durch seine "unbekümmerte Art" die zuletzt offenbarte Verkrampfung in der Mannschaft lösen und ihr wieder "die Spielfreude und Leichtigkeit" zurückgeben kann, die zuletzt vermisst wurde. Um sich für das nächste Qualifikationsspiel am Mittwoch in Hannover gegen Aserbaidschan und vor allem für den Gruppen-Showdown am 10. Oktober in Russland wieder die nötige Sicherheit zu holen, müsse nach Ballacks Meinung aber auch "die Laufbereitschaft" wieder stimmen. "Das hat auch etwas mit Arbeit zu tun", merkte Löws verlängerter Arm an und nahm seine Mitspieler in die Pflicht: "Auch in einem Freundschaftsspiel darf man keinen Schritt nachlassen. Sonst fragen wir uns nachher wieder, warum es erneut nicht so geklappt hat, wie wir uns das vorgestellt haben."

Respekt vor Spielstärke der WM-Gastgeber

Dass es gegen die Südafrikaner, die in der Weltrangliste knapp 70 Plätze hinter Deutschland liegen, nicht einfach wird, hat die Mannschaft am Freitagvormittag vor Augen geführt bekommen. "Das ist eine spielstarke Mannschaft, ähnlich wie Russland", sagte Ballack nach der Videoanalyse, bei der nach Angaben von Flick einige DFB-Profis von den WM-Gastgebern "sehr beeindruckt" gewesen seien.

Flick warnte davor, sich schon zu sehr mit dem Russland-Spiel zu beschäftigen. "Wir sind gut beraten, einen Schritt nach dem anderen zu machen", sagte der Löw-Assistent. Ballack wagte dagegen schon einen Blick in die Zukunft: "Wir haben trotz schwankender Leistungen in den vergangenen Wochen und Monaten immer gute Ergebnisse erzielt. Und aus der Erfahrung weiß man, dass wir immer da sind, wenn es darauf ankommt. Das ist die große Stärke der deutschen Mannschaft."

Khedira feiert Länderspiel-Debüt

Mit welchem weiteren Personal der dreimalige Welt- und Europameister den Test gegen "Bafana Bafana" bestreitet, wollte Flick aber noch nicht verraten. Klar ist, dass Rene Adler zwischen den Pfosten steht und Sami Khedira vom VfB Stuttgart sein Länderspiel-Debüt geben wird. "Wir wissen allerdings noch nicht, ob Sami beginnen wird oder im Laufe der Begegnung rein kommen wird", sagte Flick.

Offen sind noch die Positionen in der Innenverteidigung und im Angriff, in dem vor allem hinter dem Einsatz von Miroslav Klose nach zuletzt schwachen Leistungen bei Bayern München ein großes Fragezeichen steht. "Klose ist im Moment ein Rätsel, aber vielleicht helfen ihm die zwei Länderspiele, damit der Knoten platzt", sagte Bayern-Präsident und "Kaiser" Franz Beckenbauer dem DSF.

Für Ballack besteht dagegen kein Grund, angesichts von 45 Toren in 89 Länderspielen über Kloses Position nachzudenken. "Die Diskussionen um Miro sind überflüssig. Jeder weiß, was er kann und in der Nationalmannschaft hat er eine überragende Quote." Auch im Falle Lukas Podolski, der nach seiner Ohrfeige gegen Ballack beim 2:0 in Wales Anfang April auf Bewährung in der Nationalmannschaft spielt, gab der England-Legionär Entwarnung: "Die Sache ist ausgeräumt. Wir sind beide sehr professionell und schauen nach vorne."

© SID

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