Fußball Nationalmannschaft
"Polen" Klose und Poldi wie in alten Zeiten

Stark wie in alten Zeiten präsentierten sich Miroslav Klose und Lukas Podolski im Spiel gegen Aserbaidschan. Das Sturmduo erzielte drei der sechs Treffer für das DFB-Team.

Lukas Podolski wollte nach seiner Gala in seinem Wohnzimmer ganz schnell nach Hause zu Frau und Kind, derweil absolvierte sein Traumpartner Miroslav Klose gut gelaunt einen wahren Interview-Marathon. Der Münchner, der durch seine beiden Treffer beim 6:1 (3:0) der deutschen Nationalmannschaft gegen Aserbaidschan in der DFB-Torjägerliste auf den zweiten Platz vorgerückt ist, stellte seine eigene Leistung unter den Scheffel und brach stattdessen eine Lanze für seinen kongenialen Sturm-Kollegen bei der WM 2006.

"Lukas hat heute allen gezeigt, was er drauf hat. Ich weiß ohnehin, was er kann und wie viel er für die Nationalmannschaft wert ist. Das sage ich nicht, weil ich mit ihm befreundet bin, sondern weil ich von seiner Klasse überzeugt bin", sagte der DFB-Torjäger nach seinen Länderspieltreffern 54 und 55 über den zuletzt in die Kritik geratenen Kölner Podolski.

Richtige Antwort Podolskis

Dieser wiederum hatte vor seinem eigenem Publikum nach seiner schwachen Vorstellung vier Tage zuvor in Belgien (1:0) die richtige Antwort gegeben und mit seinem 41. Treffer im 81 Länderspiel zudem nach Einsätzen mit Kölns Präsidenten und FC-Ikone Wolfgang Overath aufgeschlossen. "So ein Spiel gibt ein bisschen Selbstvertrauen. Es hat einfach Spaß gemacht, vor allem hier in Köln, aber das war nicht ausschlaggebend. Ich wollte einfach ein gutes Spiel machen, was mir in Belgien nicht gelungen ist. Jetzt habe ich ein Tor gemacht und eins vorbereitet, ich denke, da kann man glücklich nach Hause gehen", erklärte der kölsche Prinz kurz und bündig und verließ die Katakomben des Stadions genauso dynamisch, wie er zuvor auf dem Platz agiert hatte.

"Lukas war anzumerken, dass er gewillt war, viel Laufarbeit zu absolvieren. Er beweist seine Stärke in der Nationalmannschaft immer wieder, allein seine Torquote spricht für ihn. Ich denke, er hat eine unglaubliche Dynamik gezeigt. Er hat sich viele Möglichkeiten erarbeitet und war stets gefährlich", lobte Bundestrainer Joachim Löw den FC-Star, den er nach dessen Auftritt in Brüssel noch öffentlich gerüffelt hatte. Allerdings muss Podolski weiterhin damit leben, dass Kritiker ihm vorwerfen, vornehmlich nur gegen die sogenannten kleinen Fußball-Nationen zu treffen.

Klose holt auf Gerd Müller auf

Klose, dem bereits in Belgien der Siegtreffer gelungen war und der gegen das Team des ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts erneut eine überzeugende Vorstellung als Alleinunterhalter im Sturm bot, stellte die Gesamtleistung heraus. "Wir haben als Mannschaft gut kombiniert und schöne Tor geschossen. Ich denke, die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen", resümierte der 32-Jährige, der seine Aufholjagd in der DFB-Torjägerliste auf den nach wie vor mit großem Abstand führenden Gerd Müller (68) in den nächsten Monaten und Jahren fortsetzen will. Vor Jahresfrist hatte Klose beim 4:0 in Hannover gegen Aserbaidschan ebenfalls zweimal getroffen.

"Ich hoffe, dass wir uns für die EM in Polen und der Ukraine qualifizieren und ich in meinem Heimatland Polen dann auch noch mal zeigen kann, was ich drauf habe", sagte Klose, der vor dem Anpfiff nachträglich für sein 100. Länderspiel geehrt worden war, das er bei der WM in Südafrika beim 4:0 gegen Argentinien absolviert hatte. In Köln feierte Klose seinen 103. Einsatz für Deutschland und zog damit mit Franz Beckenbauer gleich.

Ähnliche Vorstellungen wie Klose hat auch Podolski, der ebenfalls seine Wurzeln in Polen hat. "Auf 100 Länderspiele würde ich gerne kommen, das ist mein nächstes Ziel, und dann schauen wir weiter." Vielleicht ja in seinem Geburtsland.

© SID

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