Fußball Nationalmannschaft
Scolari verbietet Ballack-Reise zu Löw

Der FC Chelsea hat Michael Ballack verboten, zu einem Treffen mit Joachim Löw nach Deutschland zu fliegen. Ballacks Trainer Scolari sieht dessen Heilungsprozess dadurch gefährdet.

Reiseverbot für Michael Ballack: Eine zeitnahe Lösung des Disputs zwischen Bundestrainer Joachim Löw und seinem Kapitän droht am Widerstand von dessen Vereinstrainer Luiz Felipe Scolari zu scheitern. Harald Stenger, Mediendirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), bestätigte dem Sport-Informations-Dienst (sid), dass "beim DFB ein Fax des FC Chelsea eingetroffen ist, in dem mitgeteilt wird, dass der Flug nach Deutschland vom Verein aus gesundheitlichen Gründen nicht erlaubt wird". Über die weitere Vorgehensweise will der DFB "über das Wochenende beraten".

Ballack soll sich von seiner Operation erholen

Der Coach des Ballack-Klubs hatte der Süddeutschen Zeitung (Wochenendausgabe) ein Interview gegeben, in dem er ein Verbot für Ballack ankündigte. "Er ist ein Spieler von Chelsea. Falls Joachim Löw mit ihm sprechen will, lade ich den Nationaltrainer ein, zu uns zu kommen, ein, zwei Tage mit uns zu verbringen und mit ihm zu sprechen", sagte der Brasilianer.

Ballack könne "jetzt nicht nach Deutschland reisen. Er erholt sich von einer Operation und wird von den Ärzten behandelt. Es ist nicht gut für Ballack und für Deutschland, wenn er jetzt fährt. Das ist zu diesem Zeitpunkt unmöglich", erklärte Scolari.

Zwanziger überlässt Löw die Entscheidung

Ballack hatte sich im Anschluss an die Länderspiele gegen Russland (2:1) und Wales (1:0) einer Operation an beiden Füßen unterzogen. Nach Ballacks Kritik an Löws Personalpolitik hatte der Bundestrainer ein zeitnahes Treffen in Deutschland gefordert.

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger kündigte derweuil an, Joachim Löw im Machtkampf mit Ballack die alleinige Entscheidungsgewalt zu überlassen. Zwanziger hofft aber auf eine friedliche Lösung. "Die Entscheidung trifft alleine der Bundestrainer und niemand sonst. Und ich werde dann informiert", sagte Zwanziger bei Premiere.

Gleichzeitig äußerte der DFB-Präsident die Hoffnung, "dass Konsequenzen in weitreichendem Ausmaß vermieden werden können" und "beide eine Basis finden für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit". Gleichzeitig übte Zwanziger noch einmal Kritik an Ballacks Vorgehensweise, der Löw in einem FAZ-Interview kritisiert hatte: "Ich kann nicht begreifen, dass man so etwas über die Medien äußert. Man muss wissen, was man macht, wenn man so ein Interview gibt und es dann noch autorisiert."

© SID

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