Fußball Nationalmannschaft
Selbstkritischer Bierhoff räumt Fehler ein

Der Manager der deutschen Nationalmannschaft Oliver Bierhoff räumt Fehler bei seiner Außendarstellung ein. Bierhoff gibt zu, die Auswirkungen unterschätzt zu haben.

Oliver Bierhoff hat im Umgang mit der Öffentlichkeit Fehler eingeräumt, Meinungsverschiedenheiten mit Michael Ballack zugegeben und zugleich betont, dass er mit ganzer Kraft bis mindestens 2010 seinen Job als Manager der deutschen Nationalmannschaft ausüben will.

"Meine Außendarstellung war nicht immer optimal. Ich räume auch ein, dass ich einige Dinge verkehrt oder etwas naiv angegangen bin, die Außenwirkung unterschätzt habe", sagte der 40-Jährige im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Samstagsausgabe).

Damit bezog sich der frühere DFB-Kapitän auch auf die Kritik an seiner Person im Zusammenhang mit seiner Vermarktungsagentur Projekt B. "Operativ habe ich nichts zu tun mit der Agentur. Grundsätzlich ist es so, dass alle meine Aktivitäten mit dem Deutschen Fußball-Bund abgestimmt sind, auch die Werbeverträge. Es ist üblich, dass der DFB für seine sportlichen Führungskräfte gesonderte Vermarktungspartner sucht", erklärte Bierhoff zu diesem Thema.

"Wir haben nicht immer glücklich agiert"

Gleichzeitig hofft der frühere Stürmer, dass die Nationalmannschaft 2009 nach den Turbulenzen im ablaufenden Jahr mit den Konflikten zwischen ihm und Ballack sowie Bundestrainer Joachim Löw und seinem Kapitän wieder in ein ruhiges Fahrwasser kommt. Dabei solle das zuletzt immer wieder gebrauchte Wort "Respekt" aber nicht überstrapaziert werden.

"Trotzdem nennen wir den Nationalspielern von Anfang an Respekt und Professionalität als wichtige Pfeiler unserer Arbeit. Nur müssen wir das von der DFB-Verbandsspitze bis zum Trainerteam und Management auch vorleben. Und da, das muss man selbstkritisch sagen, haben auch wir im ablaufenden Jahr nicht immer glücklich agiert."

Sommermärchen vorbei

Bierhoff forderte mit Blick auf die WM-Endrunde 2010 in Südafrika dazu auf, sich bei der Nationalmannschaft wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren und nicht mehr zu sehr den Blick auf die Vergangenheit zu richten: "Grundsätzlich müssen wir aber begreifen, dass das Sommermärchen und auch das "Sommermärchen reloaded" - wenn man die EM 2008 so bezeichnen will - zu Ende sind. Außerdem passt es ja in diese Zeit der Weltwirtschaftskrise, dass wir uns sammeln, von dieser Welle runterkommen. Insofern kann man die Reibereien auch als Zeichen sehen: Das Märchen ist vorbei, wir müssen wieder ganz bodenständig arbeiten."

Dass es innerhalb der DFB-Auswahl aber auch zukünftig Konflikte geben wird, steht für Bierhoff außer Frage. Konflikte im Nationalteam werde es immer geben. "Wir leben in einem Mikrokosmos, in dem es so zugeht wie im richtigen Leben, da gibt"s auch mal Streit. Aber solche Probleme löst man. Die Reaktion von Ballack - auch die von Torsten Frings - zeigt umgekehrt auch, dass die Nationalelf ein wichtiger Aspekt ihrer Karriere ist, auf den sie nicht verzichten und für den sie sich auch unterordnen wollen."

Bierhoff gab zu, dass "Michael und ich nicht immer auf einer Wellenlänge sind und über verschiedene Dinge unterschiedlich denken", was aber grundsätzlich kein großes Problem sei, da er den Kapitän grundsätzlich sehr schätze: "Michael ist ein toller Fußballer, der uns bis zur WM 2010 noch viel Freude bereiten wird und sportlich voranbringt. Allerdings sollten wir davon wegkommen, dass einer denkt, er sei besser, unersetzbar oder cleverer als der andere. Wir haben ein gemeinsames Ziel: die WM 2010."

Mehr Rücksicht auf die jüngeren Zuschauer

Fas Fernsehen forderte Bierhoff auf, bei den Anstoßzeiten der Länderspiele künftig mehr Rücksicht auf die jüngeren Zuschauer zu nehmen: "Wichtig wäre, dass wir die Nationalelf, Deutschlands liebstes Kind, auch für Kinder zugänglich machen - dass wir es schaffen, zwei- oder dreimal im Jahr früher als 20.45 Uhr auf dem Schirm zu sein. Als Öffentlich-Rechtliche sollten die Sender an die kleine Minderheit denken."

© SID

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