Fußball Nationalmannschaft
Streit eskaliert: Frings provoziert Rauswurf

Im Lager der deutschen Nationalmannschaft ist keine Ruhe in Sicht. Mittelfeldspieler Torsten Frings hat seine Kritik an Bundestrainer Joachim Löw erneuert und Michael Ballack den Rücken gestärkt. Mit mehreren Aussagen heizte der beleidigte Bremer Mittelfeldspieler den seit Tagen eskalierenden Streit im DFB-Team weiter an und provoziert damit geradezu seinen Rauswurf.

ATHEN. Der Friedensgipfel zwischen Joachim Löw und Michael Ballack wirft seine Schatten voraus, derweil stellt sich Torsten Frings immer weiter ins Abseits. Der Bremer ließ nach Werders 2:2 in der Champions League bei Panathinaikos Athen mit launigen Kommentaren und einem Witz auf Kosten des Bundestrainers keine Gelegenheit aus, seinen Rauswurf aus der Fußball-Nationalmannschaft zu provozieren: Mit dem Handy in der Hand schlenderte Frings kurz nach Mitternacht aus den Katakomben des Athener Olympiastadions und witzelte: "Das ist Jogi Löw gewesen, er hat mir zu meiner Leistung gratuliert." Doch mit jeder Frage nach seiner Zukunft in der Nationalmannschaft und zu Bundestrainer Löw steigerte sich Frings' Ärger. "Er merkt auch, wenn etwas nicht korrekt abläuft", sagte Frings am frühen Donnerstagmorgen zu der von Kapitän Ballack in einem Interview geäußerten Kritik am Bundestrainer. "Wenn er meint, etwas läuft nicht korrekt ab, dass er dann was sagen muss, das ist als Kapitän sein gutes Recht", meinte der Bremer. "Er will für das Team nur das Beste."

Ballack hatte in einem Interview mit der FAZ unter anderem sein Unverständnis über die Nicht-Berücksichtigung des Bremers bei den letzten beiden Länderspielen geäußert. Frings stößt sich nach eigener Aussage ganz besonders an der Form der Zurückstufung durch Löw: "Man sollte sich mal Gedanken machen, warum gestandene Spieler sich so aufregen."

Konsequenzen von Löw fürchtet Fings offenbar nicht. "Wie soll Löw denn reagieren? Ich hab ja jetzt schon nicht gespielt. Was soll mir schon passieren?", sagte Frings bei Premiere. Den sportlichen Vergleich mit jüngeren Spielern werde und brauche er nicht zu scheuen. Frings: "Ich bin seit elf Jahren Profi, und mir ist noch nie etwas geschenkt worden. Ich habe mich immer allen Auseinandersetzungen gestellt."

In Anspielung auf den Ärger um Kevin Kuranyis Flucht aus dem Nationalteam, seine eigene Rücktrittsdrohung und Ballacks Aussagen erklärte Frings zudem: "Das ist ja nicht umsonst so, dass solche Entscheidungen getroffen worden sind, dass gestandene Spieler sauer sind, sich aufregen oder etwas einfordern." Und forderte: "Vielleicht sollte man sich auch mal Gedanken machen, warum da so ist."

Dass Ballack ihm per Interview beigesprungen ist, hat Frings offensichtlich gut getan, ihn aber wohl auch zu der erneuten Kritik angestachelt. "Michael ist mein Freund, wir haben öfter Kontakt", sagte der 31-Jährige zu seinem Verhältnis zum Profi des FC Chelsea. "Wir haben zusammen in der U21 gespielt, wir waren jahrelang ein Super-Gespann in der Nationalmannschaft. Und er kann das auch nicht verstehen, dass ich nicht gespielt habe. Ein gutes Gespann wird auseinandergerissen."

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