Fußball Nationalmannschaft
Viel Arbeit für DFB-Teammanager Bierhoff

"Das waren anstrengende Tage", sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff nach Beendigung des Schuhstreits. Der frühere DFB-Kapitän hatte in den vergangenen Wochen alle Hände voll zu tun.

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hatte in den vergangenen Wochen nicht nur den Schuhstreit zu schlichten. Nach der Weltmeisterschaft hatte der frühere DFB-Kapitän einige Probleme zu lösen. Trotzdem fand Bierhoff Zeit, mit der Nationalmannschaft zu trainieren. Sowie zu Beginn dieser Woche, als der Teammanager im Training für den erkrankten Arne Friedrich einsprang und Bundestrainer Joachim Löw so am Ende wenigsten neun gegen neun spielen lassen konnte. "Das macht mir immer noch Spaß und bringt mich auf andere Gedanken", sagte der Nationalmannschafts-Manager.

"Das waren anstrengende Tage"

So war der Schuhstreit für kurze Zeit vergessen. "Das waren anstrengende Tage", gab Bierhoff zu, nachdem das Sommertheater am Donnerstag endlich ein Ende gefunden hatte und alle Beteiligten zufrieden und ohne Gesichtsverlust vor die Öffentlichkeit treten konnten. Bierhoff bedankte sich anschließend artig beim geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, der als Vermittler hervorragende Arbeit geleistet habe, und auch bei DFB-Ausrüster adidas für dessen Entgegenkommen.

Immer und immer wieder betonte der einstige Torjäger die tolle Qualität der Produkte mit den drei Streifen, obwohl er selbst noch bis Ende Juli als Repräsentant auf der Gehaltsliste des größten adidas-Konkurrenten Nike gestanden hatte. "Ich habe mich adidas gegenüber immer fair verhalten und die Interessen des DFB-Ausrüsters und -Sponsors stets gegenüber den Nationalspielern vertreten. Da habe ich in der Vergangenheit oft ein Machtwort sprechen müssen", sagt Bierhoff, der sogar eine juristische Auseiandersetzung mit Deutschlands auflagenstärkster Sport-Wochenzeitung nicht scheute, nachdem diese Bierhoff im Schuhstreit Parteilichkeit zugunsten seines ehemaligen Exklusiv-Ausrüsters unterstellt hatte.

Ansonsten konnte Bierhoff aber auch dieses Problem geräuschlos lösen, so wie er es zuvor schon bei anderen Dingen vorgemacht hatte. Denn auch mit der Präsentation des neuen Löw-Assistenten Hans-Dieter Flick in der vergangenen Woche hatte der Manager viele Experten überrascht. Zwar hatte in erster Linie Bundestrainer Löw diese Wahl getroffen, mit Hilfe von Franz Beckenbauer eiste der Teammanager den ehemaligen Bundesligaprofi aber trotz bestehenden Vertrages aus dem Trainerstab von Red Bull Salzburg los. "Das war eine tolle Leistung von Oliver Bierhoff, der wieder mal sehr viel Geschick bewiesen hat", betonte Theo Zwanziger.

Wichtiger Ansprechpartner für DFB-Boss Zwanziger

Der DFB-Boss sieht sich in der Verpflichtung des Europameisters von 1996, der am 1. August 2004 dieses neu geschaffene Amt angetreten und seinen Vertrag vorzeitig bis 2010 verlängert hat, immer wieder bestätigt: "Er ist für mich in vielerlei Hinsicht ein wichtiger Ansprechpartner."

Deshalb war Zwanziger auch nicht verstimmt, als es Mitte des vergangenen Monats einige in der Öffentlichkeit aufgebauschten Unstimmigkeiten zwischen Bierhoff und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer wegen der Personalie Erich Rutemöller gegeben hatte. "Ich brauche sie beide. Wenn es zu Diskussionen kommt, werden wir sie austreten. Damit kann ich besser umgehen, als wenn Friedhofsruhe in einem Verband herrscht", meinte der 61-Jährige zum Verhältnis der beiden ehemaligen Nationalmannschafts-Kollegen, die mittlerweile in einigen Gesprächen alle Unstimmigkeiten beseitig haben.

Um die Kommunikation weiter zu verbessern und solche Irritationen wie zuletzt zu vermeiden, soll auch das vom DFB-Präsidium beschlossene "sportliche Leitungsgremium" beitragen, das künftig regelmäßig zusammenkommen wird. "Alle wichtigen sportlichen Dinge werden künftig in diesem Kompetenzteam besprochen", kündigte Bierhoff an. Noch im September soll sich diese illustre Runde zusammensetzen.

Peters als externer Berater im Gespräch

Neben Bierhoff werden Sammer, Löw und Flick, aber auch die U21-Trainer Dieter Eilts sowie DFB-Chefausbilder und U20-Coach Erich Rutemöller diesem Team angehören. DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt, der kommenden Samstag auf dem DFB-Bundestag zum neuen Schatzmeister gewählt werden soll, und dessen designierter Nachfolger Wolfgang Niersbach, dessen künftiger Titel Direktor Teammanagement lauten soll, werden ebenfalls dazu gehören. Als externen Berater will Bierhoff den beim Regionalligaverein TSG Hoffenheim tätigen Hockey-Bundestrainer Berhard Peters einbeziehen, der für den damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann und auch Bierhoff eigentlich der Wunschkandidat für den Sportdirektor-Posten gewesen war.

"Es wird regelmäßige Sitzungen mit Teilnahmepflicht geben", sagt Bierhoff, der vor allem Themen wie die Ausweitung des Scoutings auf den Nachwuchsbereich, Spielphilosophien, aber auch Personalentscheidungen oder Länderspielansetzungen mit in diese Diskussionen einfließen lassen will. Ebenso wichtig ist ihm, dass der zurzeit sanft schlummernde Arbeitskreis Nationalmannschaft wiederbelebt wird: "Künftig wird wieder ein Manager eines Bundesligisten, der Nationalspieler abstellt, bei Länderspielreisen zur Delegation gehören."

© SID

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