Fußball Nationalmannschaft
Zwanziger hat "kein Verständnis" für Ballack

Auf seine Kritik an Bundestrainer Joachim Löw bekam Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack eine prompte Antwort. DFB-Präsident Theo Zwanziger ist "enttäuscht über den Stil".

Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack steht nach seiner Attacke gegen Bundestrainer Joachim Löw im Kreuzfeuer der Kritik. Nach einer Telefonkonferenz mit Löw und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff am Mittwochmorgen verurteilte DFB-Präsident Theo Zwanziger das Vorgehen von Ballack aufs Schärfste.

"Ich bin enttäuscht über den Stil von Michael Ballack. Dadurch ist eine schwierige und komplizierte Situation entstanden. Die Entwicklung unserer Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren ist absolut positiv, deshalb habe ich kein Verständis dafür, dass aus dem Team heraus über die Medien gezielt Kritik an Joachim Löw geübt wird. Solche Kommentare sind absolut unangebracht. Im Interesse des Erfolges der Mannschaft hat die Autorität des Bundestrainers die höchste Priorität", sagte Zwanziger auf sid-Anfrage.

Der DFB-Präsident weilt derzeit in Zürich bei einer Sitzung des Fifa-Organisationskomitees für die WM 2010 in Südafrika. In einer Telefonkonferenz am Mittwochmorgen besprach Zwanziger mit Löw und Bierhoff die Attacke von Ballack, der sich in einem Interview mit der FAZ am Dienstag vehement für seinen Teamkollegen Torsten Frings eingesetzt und von Löw mehr Respekt und Ehrlichkeit im Umgang mit den älteren Nationalspielern gefordert hatte. "Respekt und Loyalität ist doch das Wenigste, was man als verdienter Nationalspieler erwarten kann", meinte der 32-Jährige.

Beckenbauer: "Jeder meldet sich zu Wort"

Neben Zwanziger und Löw, der ein "zeitnahes Gespräch" mit Ballack führen wird, zeigte auch DFB-Vizepräsident Franz Beckenbauer kein Verständnis für die Kritik des DFB-Kapitäns. "Grundsätzlich wird mir zuviel geredet in der Nationalmannschaft. Jeder meldet sich zu Wort, ob das ein Kuranyi ist, der plötzlich verschwindet oder ein Frings, der meint zurücktreten zu müssen. Jetzt kommt Michael Ballack als Kapitän. Man sollte diese Unebenheiten, wenn es solche gibt, intern bereinigen", sagte Beckenbauer bei Premiere.

Laut Beckenbauer nehmen sich einige Nationalspieler derzeit zu wichtig: "Manchmal sind mir die Empfindlichkeiten ein bisschen zu groß. Das ist ein Mimosenhaufen geworden, das ist schier unglaublich. Die sollen ihren Mund halten und Fußball spielen. In solchen Situationen muss man das Gespräch mit dem Trainer, und nicht mit dem Journalisten suchen."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%