Fußball Nationalmannschaft
Zwanziger verteidigt DFB-Asienreise

Theo Zwanziger hat kurz vor dem Abflug die Asienreise der deutschen Nationalmannschaft erneut verteidigt. Diese diene nur dem "Wohle des deutschen Fußballs", so der DFB-Präsident.

Kurz vor der Abreise nach China hat Theo Zwanziger noch einmal den Asientrip der deutschen Nationalmannschaft (26. Mai bis 3. Juni) vehement verteidigt. "Speziell in China ist das Interesse am deutschen Fußball, vor allem an der Bundesliga, sehr groß. Und die Sympathie für unsere Nationalspieler ist ebenfalls sehr groß. Deshalb ist es wichtig, sich vor Ort zu präsentieren, die Kontakte weiter auszubauen und neue Verbindungen herzustellen. Diese Reise ist deshalb auch zum Wohle des deutschen Fußballs", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Der 63-Jährige räumte aber ein, dass die Reise "natürlich in erster Linie aus einer sportpolitischen Verpflichtung heraus" zustandegekommen ist. "Zum einen haben uns die Asiaten bei der Bewerbung für die WM 2006 hervorragend unterstützt, zum anderen haben wir in China noch eine Rückspielverpflichtung für das Länderspiel 2005 in Hamburg zu erfüllen und außerdem mit den Chinesen vor fünf Jahren einen Kooperationsvertrag gemeinsam mit der DFL abgeschlossen. Da ist es eine Frage des gegenseitigen Respekts, wenn man diesen Verpflichtungen nachkommt", sagte Zwanziger.

Asienreise aus gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und sportlicher Sicht wichtig

Ihm sei aber sehr wohl bewusst, dass es für eine solche Reise, "die aus gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und auch sportlicher Sicht sehr wichtig ist, keinen optimalen Termin gibt. Es wird immer Argumente geben, warum gerade ein anderer Zeitpunkt günstiger sein könnte". Dennoch stehe der Vize-Europameister trotz der vielen Ausfälle in den beiden Länderspielen gegen China am 29. Mai in Shanghai (14.00 Uhr Mesz/live in der ARD) und am 2. Juni in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (20.00 Uhr Mesz/live im ZDF) in der Pflicht. Eine Blamage wie beim Einsatz einer deutschen B-Mannschaft beim Konföderationen-Pokal 1999 in Mexiko befürchtet der DFB-Boss nicht.

"Die Mannschaft, die diese Reise bestreitet, besteht aus Spielern, die ohne Wenn und Aber sportliche Qualitäten haben und so gesehen auch international ein attraktives Team bilden. Vor Jahren wäre man noch froh gewesen, wenn man angesichts der vielen Absagen, die ja unter anderem wegen des Pokalfinales und der U21-EM im Vorfeld eingeplant waren, überhaupt elf Mann zusammenbekommen hätte. Jetzt ist es zum Glück so, dass der Bundestrainer immer noch die Qual der Wahl hat und einige sogar enttäuscht sind, dass sie nicht nominiert worden sind", meinte Zwanziger und fügte hinzu: "Ich erwarte von einer starken deutschen Mannschaft gegen China und die Vereinigten Arabischen Emirate ein gutes Auftreten und zwei Siege."

Nationalmannschafts-Neulinge sollen ihre Chance nutzen

Auch Liga-Präsident Reinhard Rauball glaubt an zwei gute Auftritte der deutschen Mannschaft: "In sportlicher Hinsicht bin ich davon überzeugt, dass der Bundestrainer die Begegnungen nicht auf die leichte Schulter nehmen wird und dass die Neulinge mit Blick auf die WM im nächsten Jahr ihre Chance entschlossen nutzen wollen."

Ebenfalls optimistisch äußerte sich auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff im SID-Interview: "Wir haben natürlich einige Ausfälle. Aber wir können immer noch ein sehr attraktives Team aufbieten, mit dem wir auch in einem wichtigen WM-Qualifikationsspiel gute Siegchancen hätten. Es sind bis auf Miroslav Klose alle Stammspieler der Nationalmannschaft dabei, die bei den Bundesligateams von Platz eins bis acht unter Vertrag stehen. Natürlich ist das Fehlen von Kapitän Michael Ballack sowie der Leverkusener und Bremer ein Verlust, aber wir können immer nur wiederholen, dass dies bei der Planung der Länderspiel-Reise von Anfang an klar war."

© SID

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