Fußball Nationalmannschaft
Zwanziger will Klinsmann zum Umzug bewegen

Der Geschäftsführende DFB-Präsident Dr. Theo Zanziger will Bundestrainer Jürgen Klinsmann offenbar zu einem Wohnortwechsel nach Deutschland bewegen. Dies gab er bei einer Tagung in Düsseldorf bekannt.

Dr. Theo Zwanziger will Bundestrainer Jürgen Klinsmann nun offenbar zu einem Umzug nach Deutschland bewegen. "Ich bin sicher, dass wir Jürgen Klinsmann davon überzeugen können, dass die Leute ihn hier haben wollen", sagte der Geschäftsführende DFB-Präsident auf einer Tagung in Düsseldorf und fügte hinzu: "Wenn Jürgen Klinsmann das nicht selbst sieht - aber ich bin sicher, dass er das sieht."

Zwanziger erwartet Zeichen von Klinsmann

Mit einem flammenden Appell an den inzwischen umstrittenen Klinsmann, dessen Kritiker sowie das gesamte Fußball-Volk versuchte der DFB-Boss, die Wogen in der Bundestrainer-Diskussion zu glätten. Zwanziger weiter: "Ich denke aber, dass Klinsmann jetzt weiß, was die Leute von ihm erwarten und er ein Zeichen setzen wird."

Statt Drohungen will der DFB-Boss dabei aber allein Argumente einsetzen. "Da ist kein Machtwort gefragt, sondern Überzeugungskraft. Mit Auf-den-Tisch-schlagen erreicht man nichts", sagte Zwanziger in Richtung von Kritikern wie Ex-Nationalspieler Günter Netzer, der Klinsmann fehlenden Realitätssinn vorgeworfen und ein entschiedenes Eingreifen Zwanzigers gefordert hatte.

Grundsätzlich stärkte der DFB-Präsident Klinsmann den Rücken. "Er ist schwierig. Aber einfache Typen werden nicht Weltmeister", betonte Zwanziger: "Man braucht Typen, die ihren Weg gehen und ihren Kurs nicht dauernd ändern. Allerdings muss ein Bundestrainer klug sein und wissen, dass er nicht im luftleeren Raum schwebt. Er muss unberechtigte Kritik abprallen lassen und berechtigte annehmen."

"Wir haben keine anderen"

Ein Umdenken im personellen Bereich forderte Zwanziger von Klinsmann nicht. "Ich bin kein Trainer, und es ist um Gottes Willen nicht meine Aufgabe, die Mannschaft aufzustellen", erklärte der aus Altendiez stammende Jurist: "Aber es wichtig, dass wir trotz des deprimierenden Spiels in Italien zu unseren jungen Spielern stehen. Wir haben keine anderen."

Deshalb appellierte der Rheinländer 91 Tage vor Beginn der WM im eigenen Land an das deutsche Fußball-Volk, keine zu negative Stimmung aufkommen zu lassen: "Bei aller berechtigten Kritik sollten wir den Zusammenhalt nicht vergessen. Sonst verspielen wir unsere Chancen auf eine sportlich gute WM."

Zwanziger will die Fans in Dortmund beruhigen

Dies richtete Zwanziger vor allem an die Fans in Dortmund, wo am 22. März das nächsten Länderspiel gegen die USA stattfindet. Die dortigen Borussen-Fans bat er trotz der vor allem vom Stil her fragwürdigen Ausbootung von Lokalmatador Christian Wörns und der permanenten Nicht-Berücksichtigung seines Klubkollegen Sebastian Kehl um Besonnenheit. "Ich kann die Fans in Dortmund nach allem, was passiert ist, gut verstehen", sagte der DFB-Boss: "Aber man muss die Entscheidungen eines Trainers akzeptieren. Außerdem sind wir doch alle in erster Linie Fans der Nationalmannschaft und sollten diese unterstützen."

Die Freude auf die WM, so versicherte Zwanziger, werde er sich weder durch die derzeitig angespannte Stimmung in Fußball-Deutschland, noch durch den möglicherweise neuerlichen Manipulationsskandal vermiesen lassen. Ebenso bleibe er mit Hinblick auf das sportliche Abschneiden bei der WM zuversichtlich.

"Die Mannschaft wird sich in der Vorrunde schwer tun", glaubt der DFB-Präsident. "Aber wann war das denn jemals anders? Das Achtelfinale ist das Schlüsselspiel. Wenn wir das überstehen, werden wir sicher sehr weit kommen. Wir müssen einfach mit der Zuversicht in dieses Turnier gehen, dass wir Weltmeister werden können, wenn wir alle zusammenhalten."

© SID

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