Fußball: Real Madrid reichster Fußball-Verein der Welt

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Real Madrid reichster Fußball-Verein der Welt

dpa MüNCHEN. Die „Königlichen“ von Real Madrid haben Manchester United erstmals die Krone des Spitzenverdieners entrissen, Bayern München und Schalke 04 haben Boden gut gemacht.

Das ist das Ergebnis der zum neunten Mal veröffentlichten Rangliste der 20 umsatzstärksten Fußball-Clubs durch die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte. Manchester musste demnach erstmals einen Rückgang hinnehmen - statt 259 Mill. Euro kamen in der Saison 2004/05 „nur“ 246,4 Mill. Euro in die Kasse. In derselben Spielzeit machte Real einen Riesensprung und steigerte die Einnahmen von 236 auf 275,7 Mill. Euro. Der FC Bayern verbesserte sich mit 189,5 Mill. Euro (Vorjahr: 166,3) von Platz neun auf sieben.

Schalke 04 machte als 14. mit 97,4 Mill. Euro (Vorjahr: 91,4) drei Plätze gut. Damit waren die Gelsenkirchener - wenn auch nur in geringem Maße - mit daran beteiligt, dass die „Top 20“ erstmals die Drei-Mrd.-Euro-Grenze knackte.

Beim deutschen Vorzeige-Club FC Bayern nahm die Chefetage die Rangliste gelassen zur Kenntnis. „Das ist eine schöne Zahl, dass man weit gekommen ist“, sagte Finanzvorstand Karl Hopfner der dpa, „besser wäre es, die Wirtschaftlichkeit und Effizienz zu berechnen“. Die Münchner haben laut Hopfner im untersuchten Zeitraum einen Gewinn von 6,6 Mill. Euro nach Steuern aufzuweisen, er verwies zudem auf vorhandenes Eigenkapital. Hopfner: „Wir fühlen uns wohl.“ Geringere TV-Gelder im Vergleich zum Ausland kompensiert der FC Bayern zum Teil durch andere Einnahmen, wie zum Beispiel aus dem Sponsoring. „Man sieht, was wir in anderen Bereichen leisten“, meinte Hopfner.

In der Rangliste, in der nur europäische Vereine vertreten sind, haben englische Clubs mit acht Teams den größten Anteil. Wie rentabel die Clubs arbeiten, geht aus dem Ranking nicht hervor. Laut Dan Jones von Deloitte ist „Manchester United im täglichen Geschäft klar der profitabelste Club“.

Zwar nehmen die Madrilenen jede Menge Geld ein, doch mit vollen Händen geben sie es auch für neue Stars - in dieser Saison mehr als 80 Mill. Euro - wieder aus. Das macht auch der Tabellenfünfte der Umsatz-Rangliste, der FC Chelsea (220,8 Mill. Euro), vor allem dank Eigentümer Roman Abramowitsch. Seit der Öl-Milliardär dort vor drei Jahren einstieg, wurden rund 400 Mill. Euro in das Star-Ensemble investiert. „Bei 204 Mill. Euro Verlust wie bei Chelsea müsste eigentlich die Uefa eingreifen: Dass in der Champions League nur Clubs mit ausgeglichenem Budget mitspielen dürfen“, prangerte Bayern-Manager Uli Hoeneß mal an. „Chelsea und Real Madrid wären dann nicht mehr dabei, der FC Bayern würde immer die Champions League gewinnen.“

Wie kein anderer Club erzielte Real Erlöse aus dem guten Namen seiner Stars, wie David Beckham oder Ronaldo. Durch Trikotverkäufe, Lizenzgebühren oder Sponsoren-Einnahmen gingen 124 Mill. Euro ein. Im Vergleich dazu kassierte Manchester, der gern angeführte Musterschüler in Sachen Vermarktung, nur 72,2 Mill. Euro. Bayern München ist beim Posten Trikot-Werbung mit bis zu 20 Mill. Euro zwar besser als Madrid (14), das aber in dem Gesamtsegment mit den besagten 124 Mill. Euro die Nase vor den Bayern (117,4) hat.

„Fußball bleibt europaweit ein Wachstumsmarkt, insbesondere auf Top-Niveau“, sagte Stefan Ludwig, Prokurist der Sportbusiness Gruppe von Deloitte. Er sieht auch deutsche Clubs auf dem Vormarsch. Der neue TV-Vertrag garantiert 1,26 Mrd. Euro Fernsehgelder in den nächsten drei Jahren. Die WM-Arenen wurden mit 1,5 Milliarde Euro auf Vordermann gebracht oder neu gebaut, was sich in den kommenden Jahren für die Bundesligisten wohl rentieren sollte.

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