Fußball Regionalliga
Dresden muss nach Baustopp um die Lizenz bangen

Nachdem der Bau des neuen Stadions wegen Mängeln im Vertragswerk zwischen der Stadt und dem Bauunternehmen HBM gestoppt wurde, muss der krisengeschüttelte Regionalligist Dynamo Dresden nun sogar um seine Lizenz fürchten.

Die Krise beim Regionalligisten Dynamo Dresden spitzt sich immer weiter zu: Der überlebenswichtige Stadionbau wurde gestoppt, die Lizenz ist in Gefahr, hinzu kommen auch noch Korruptionsermittlungen. Das Regierungspräsidium lehnte das Finanzierungskonzept für die geplante 43-Millionen-Euro-Arena wegen "schwerwiegender Mängel" im Vertragswerk zwischen der Stadt und dem Bauunternehmen HBM ab. Zuvor hatte es in Dresden bereits Wirbel nach dem Abschied von Trainer Peter Pacult gegeben.

Dynamo-Geschäftsführer Köster zeigt sich geschockt

"Natürlich sind wir geschockt. Ein Verbleib im alten Stadion hätte katastrophale wirtschaftliche Konsequenzen", erklärte Dynamo-Geschäftsführer Volkmar Köster. Und nicht nur wirtschaftliche, denn zudem droht dem klar auf Zweitliga-Rückkehr befindlichen Regionalliga-Tabellenführer der Entzug der Spielgenehmigung im maroden Harbig-Stadion. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte die Auflagen nur unter der Voraussetzung ausgesetzt, dass im September der Bau der Arena beim achtmaligen DDR-Meister beginnt. Jetzt wird in diesem Jahr wohl definitiv kein Bagger mehr anrollen.

"Wenn das Projekt erneut ins Stocken gerät, müssen wir das neu bewerten", sagte Gerhard Kißlinger vom DFB-Sicherheitssausschuss der "Sächsischen Zeitung: "Alle Verantwortlichen müssen sich darüber im Klaren sein, dass für die zweite und auch die künftig eingleisige dritte Liga höhere Standards gelten." Um die dringendsten Auflagen für das Uralt-Stadion abzuarbeiten, wären 2,8 Mill. Euro nötig. Eine Komplettsanierung würde laut Köster "einen zweistelligen Millionenbetrag" kosten: "Das wäre Irrsinn, solche Summen in eine Ruine zu investieren."

Probleme an allen Ecken und Enden

Das Bauprojekt der neuen Arena krankt jedoch an allen Ecken und Enden. Gegen den ehemaligen Dynamo-Aufsichtsratschef Friedemann Küchenmeister ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten im Bewerbungsverfahren. Küchenmeister weist alle Vorwürfe zurück. Klar ist jedoch, dass die Stadt bei den Verträgen über den Stadionbau geschludert hat. Alle unternehmerischen Risiken liegen bei der Stadt, es wurde versäumt, die städtische 40-Millionen-Euro-Bürgschaft bei der EU anzumelden und im schlimmsten Fall droht Dresden sogar der Totalverlust des Stadions an die finanzierenden Banken - deshalb zog das Regierungspräsidium die Notbremse.

Dresdens Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann kündigte umgehende Gespräche mit dem Regierungspräsidium an, um doch noch die Genehmigung für den Bau zu bekommen. Dynamo-Präsident Jochen Rudi: "Wir brauchen dieses Stadion für die Zukunft des Vereins." Dessen Name übrigens auch gefährdet ist, denn neben dem Verein haben auch drei Fans beim deutschen Patentamt die Rechte für die Wortmarke SG Dynamo Dresden beantragt...

© SID

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