Fußball Regionalliga: Dynamo erstattet Strafanzeige gegen Unbekannt

Fußball Regionalliga
Dynamo erstattet Strafanzeige gegen Unbekannt

Wegen der Vorfälle vom Sonntag hat Regionalligist Dynamo Dresden bei der Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Die "Fans", die Hetzjagd auf die Fußballer gemacht hatten, sollen Stadion- und Hausverbot erhalten.

Nach der Hetzjagd von vermummten Chaoten auf die Fußballer am Sonntag hat Regionalligist Dynamo Dresden bei der Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Mit Hilfe von TV-Aufnahmen sollen die Täter identifiziert werden. Des Weiteren wird gegen alle namentlich ermittelten Personen ein sofortiges Stadion- und Hausverbot verhängt.

Dennoch bleibt die Kritik an Geschäftsführer Volkmar Köster bestehen. Die Spieler Marco Vorbeck und Alexander Ludwig hatten Köster an den Vorfällen eine gewisse Mitschuld gegeben. Köster meinte nach der 0:1-Niederlage gegen den VfL Osnabrück: "Die Fans haben das Recht, ihren Unmut zu äußern." Gegen die beiden früheren Bundesligaprofis will Dynamo ausschließlich intern vorgehen.

"Das sind keine Dynamo-Fans"

"Wenn unsere Fans ihren Unmut gegenüber den Spielern für deren schwache Leistung kundtun, ist das normal. Auch Pfiffe oder harte Worte sind aus Frust über die erneute Niederlage noch verständlich", sagte Köster auch am Montag. "Aber kein Grund auf der Welt rechtfertigt eine solche körperliche und verbale Bedrohung unserer Mannschaft. Das sind keine Dynamo-Fans, da sie bewusst negative Auswirkungen auf den Verein billigend in Kauf nehmen", erklärte der Geschäftsführer weiter.

Bereits nach dem Spiel gegen Osnabrück am Samstag hatte der Sicherheitsdienst die Spieler schützen müssen. Nach dem Sonntagstraining lauerten etwa 50, teils vermummte, Anhänger den Spielern auf und verfolgten diese. Dabei explodierten Knallkörper, mit Schreckschusspistolen soll in die Luft gefeuert worden sein. Zu körperlichen Auseinandersetzungen kam es jedoch nicht. In einem Gespräch konnten Trainer Norbert Meier und die Spieler die aufgebrachten Anhänger beruhigen.

Doch der Konflikt zwischen Mannschaft und Köster flammte erst richtig auf. Ludwig beschwerte sich, dass der Geschäftsführer die Spieler mit seinen Äußerungen zu Freiwild erklärt habe. Vorbeck sagte, das "was der Köster da von sich gelassen hat, geht gar nicht". Die Mannschaft bekam vom Vorstand umgehend einen Maulkorb verpasst. Die als Aufstiegsfavorit gestarteten Dynamos gewannen in der Rückrunde nur eines von vier Spielen und dümpeln in der Tabelle auf Platz sieben bereits sechs Punkte hinter den Aufstiegsrängen.

Sammer sieht "sozialgesellschaftliche Gründe"

Kritik gegen den Geschäftsführer kommt auch aus der sächsischen Politik. CDU-Landtagsmitglied Alexander Krauß forderte die Sponsoren auf, Druck auf Köster auszuüben. "Jeder Gewalttäter kann sich durch Herrn Köster nur bestätigt fühlen", sagte Krauß. Er distanziere sich nur halbherzig von Hooligans. "Wenn das Gewaltproblem von Dynamo an der Wurzel gepackt werden soll, dann muss Köster endlich gehen", so der Politiker.

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hingegen sieht solche Szenarien als ein regionales Problem im Osten. "Das spielt sich mehr dort ab als im Westen - das ist Realität", sagte der Europameister von 1996 und frühere Dynamo-Profi in einer TV-Diskussionsrunde. Man dürfe dies aber nicht isoliert betrachten, sagte Sammer und verwies auf "sozialgesellschaftliche Gründe". Bei Perspektivlosigkeit würden Ängste entstehen, es bestünde leichter der Hang zur Gewalt.

© SID

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