Fußball Regionalliga
Regionalliga startet in ihre letzte Saison

Für 37 Vereine beginnt heute die wohl spannendste Regionalliga-Saison aller Zeiten. Insgesamt 17 von ihnen werden am Ende in die Viertklassigkeit abrutschen. Ein finanzieller Drahtseilakt für viele der Klubs.

Wenn heute der Startschuss für die Regionalliga-Spielzeit fällt, dann heißt es: Aus 37 mach 16. Das Hauen und Stechen um die Qualifikation für die eingleisige dritte Profiliga wird für die Regionalligisten im Norden und Süden zur Lotterie. Nicht weniger als 17 Klubs steigen nach der Saison in die Viertklassigkeit ab, nur je zwei Aufsteiger und die auf den Rängen drei bis zehn platzierten Teams sind fein raus. Die Angst vor dem sportlichen und finanziellen Desaster verleitet zum Drahtseilakt.

"Wer sich übernimmt, dem wird nicht im Laufe der Saison das Geld ausgehen, sondern am Ende, wenn er merkt, dass er nicht in der Liga spielt, die er erreichen wollte", erklärt Willi Hink, Direktor Spielbetrieb beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), dem Sport Informations Dienst (sid): "Natürlich müssen die Vereine Vernunft walten lassen, aber dafür gibt es ja das Zulassungsverfahren. Bei wem wir Bedenken haben, der wird regelmäßig überprüft. In der Regel ist die Spielzeit solide finanziert."

Prominente Namen als Publikumsmagneten

Viele Vereine haben ihren Kader mit Ex-Profis aufgerüstet und ihren Etat in die Höhe geschraubt, um im nächsten Jahr von höheren Fernsehgeldern und Zuschauereinnahmen zu profitieren und nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. "Einige werden die Nerven verlieren", prophezeit Heiko Weber, Trainer von Energie Cottbus II.

Hinter den jeweils zwei Zweitliga-Aufsteigern berechtigen in beiden Staffeln die Plätze drei bis zehn zum Sprung in die dritte Profiliga. In die 20er-Liga, die von den vier Zweitliga-Absteigern komplettiert wird, dürfen nur insgesamt vier Zweitvertretungen von Bundesligaklubs rutschen. Sollten sich am Saisonende mehr Klubs aus dem Bundesliga-Unterbau auf den "Aufstiegsplätzen" tummeln, wird die 3. Liga ab Platz elf aufgefüllt.

Weil die Qualifikation angesichts fast verdoppelter Fernsehgelder ab 2008/09 besonders attraktiv ist, setzen einige Klubs auf prominente Namen. Zum Beispiel Ex-Nationalspieler und Weltpokalsieger Thomas Linke, der im Alter von 37 Jahren künftig noch einmal für Bayern München II die Schuhe schnürt. Oder Heiko Gerber und Andreas "Zecke" Neuendorf (FC Ingolstadt), Roman Tyce und Darius Kampa (Spvgg Unterhaching). Im Norden spielen neuerdings Otto Addo (Hamburger SV II) und Axel Lawaree (Fortuna Düsseldorf), der in der abgelaufenen Zweitliga-Saison 15 Tore für den FC Augsburg schoss.

Absteiger als Aufstiegsfavoriten

Aufstiegsfavoriten sind logischerweise die Absteiger der Vorsaison, im Norden nannten 15 Trainer als ersten Anwärter für einen Platz in der 2. Bundesliga Rot-Weiss Essen. Auch Eintracht Braunschweig mit Trainer Benno Möhlmann werden exzellente Chancen eingeräumt, ebenso wie Fortuna Düsseldorf, das beim Sportwettenanbieter bwin als Aufsteiger Nummer eins gehandelt wird.

In der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens gibt man sich gewohnt unbescheiden. Oberbürgermeister Joachim Erwin hat für den 31. Mai 2008 vorsorglich den Rathausbalkon geblockt, nach Jahren der Tristesse soll über der Fortuna wieder die Sonne scheinen. "Erstes Ziel ist aber die dritte Profiliga", erklärt Trainer Uwe Weidemann, der ein Dutzend neue Spieler verpflichtete.

Während sich im Norden die abgestürzten Traditionsvereine tummeln (Union Berlin, 1. FC Magdeburg, Dynamo Dresden), ist im Süden wieder kein Klub dabei, der als Zuschauermagnet bezeichnet werden könnte. Beste Karten im Aufstiegspoker haben wohl die Spvgg Unterhaching (14 Nennungen) mit der Trainer-Kultfigur Werner Lorant, Wacker Burghausen und Ingolstadt. Wir nehmen die Favoritenrolle gern an", meinte Lorant, "wir wollen hoch".

© SID

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