Fußball
Schwarzer Tag für Milan: Fans überfallen Club-Chef

Von wegen "Bella Napoli"! Für den AC Mailand endete das turbulente Serie-A-Fußballspiel beim Krisen-Club SSC Neapel mit einer bösen Überraschung.

dpa NEAPEL. Erst bezog Milan bei der noch schmeichelhaften Nullnummer sportlich Prügel, dann buchstäblich: Noch im Stadion griffen Napoli-Fans die mitgereisten Milan-Anhänger an, danach überfielen rund 50 Neapolitaner den Mailänder Club-Vize Adriano Galliani im Auto auf dem Weg zum Flughafen.

Wie "La Gazzetta dello Sport" berichtete, wurde Gallianis Auto mit Steinen beworfen, bespuckt und ein Reifen zerstochen. Die Polizei-Eskorte des Mailänders habe Verstärkung rufen müssen, unter dem Schutz von zehn Beamten erst auf der Stadtautobahn den Reifen gewechselt und danach den Weg zum Flughafen fortgesetzt.

Im Stadion seien die nach dem Spiel wartenden Milan-Fans, die zuvor ihrerseits Rauchbomben in Richtung der Napoli-Fans geworfen hatten, mit einem Molotow-Cocktail angriffen worden. Der Sprengsatz sei jedoch nicht explodiert, sondern habe nur einen Brand ausgelöst, so dass in dem vollbesetzten Tribünen-Sektor niemand verletzt wurde. "Aber wie ist es möglich, dass wir uns so etwas immer noch ansehen müssen?", klagte "La Gazzetta dello Sport".

Obwohl in Angst und Schrecken versetzt, verkniff sich Galliani in Neapel jeden Kommentar zur Attacke. Wohl auch, um die Stimmung nicht weiter anzuheizen. Auslöser für die Randale war eine Fehlentscheidung von Referee Andrea De Marco, der ein reguläres Tor des Neapolitaners Marek Hamsik (38. Minute) wegen angeblichen Abseits nicht gab.

"Das Tor war regulär", räumte auch Milan-Trainer Carlo Ancelotti nach der hitzigen Partie ein. Sein Mittelfeldstar David Beckham, der seinen ersten Auftritt im ehemaligen Stadion von Diego Maradona vor dem Spiel noch als Traum bezeichnet hatte, fand sich in einem Alptraum wieder. "Becks" war vom schwachen Milan-Star-Ensemble zwar noch der Beste, bis auf seinen gefährlichen Freistoß kurz vor Abpfiff brachte er aber auch nicht viel zustande und stritt meist nur mit seinen Gegenspielern herum.

Spitzenreiter Inter Mailand (69 Punkte) und Rekordmeister Juventus Turin (62) machen den Titel nun wohl unter sich aus. Milan (55) muss nach dem 0:0 in Neapel als Tabellendritter sogar um den Einzug in die Champions League bangen. Der FC Genua (51) rückt dem Berlusconi-Club immer näher auf die Pelle. Neapel dagegen kann aufatmen. Unter dem neuen Coach Roberto Donadoni bleiben die Süditaliener ungeschlagen und kletterten mit 37 Zählern auf Rang elf. "Die Mannschaft hat gut, diszipliniert und mit vollem Einsatz gespielt", sagte Italiens Ex- Nationaltrainer nach seinem Heimspiel-Debüt. "Was uns noch ein wenig fehlt, ist die Sicherheit im Abschluss", meinte der 45-Jährige.

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