Fußball-Sicherheitsgipfel
Härtere Strafen für Pyro und Randale

Bei ihrem Sicherheitsgipfel haben sich Vertreter der Fußballclubs und Innenminister Friedrich auf härtere Strafen für Pyrotechnik und gewalttätiges Verhalten geeinigt. Ein Stehplatzverbot wird es – vorerst – nicht geben.
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BerlinIm Kampf gegen Gewalt in Fußball-Stadien haben sich Politik und Vereine auf leicht verschärfte Sanktionen gegen Randalierer geeinigt, einem Stehplatzverbot aber eine klare Absage erteilt. Auf einem Sicherheitsgipfel in Berlin wurde die Höchstgrenze für Stadionverbote am Dienstag von drei auf zehn Jahre verlängert. In einem Verhaltenskodex verpflichten sich die Vereine der drei Profiligen zudem, das Abbrennen von Pyrotechnik selbst schärfer zu ahnden. Andere Maßnahmen gegen Randale wie personalisierte Tickets oder flächendeckende Videoüberwachung blieben zunächst in der Schublade. Die Gipfelteilnehmer wollen aber zur Winterpause noch einmal nachlegen und weitere Beschlüsse fassen.

Bei der Konferenz berieten auf Einladung von DFB und DFL die Vertreter von 53 Proficlubs mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Lorenz Caffier (CDU). Die Fan- und Sicherheitsbeauftragten der jeweiligen Vereine waren nicht eingeladen. Der Fan-Koordinator von Fortuna Düsseldorf, Jörg Emgenbroich, wollte sich auf Anfrage nicht unmittelbar zu den Ergebnissen äußern, da diese erst mit dem Vorstand besprochen werden müssten. Ebenso sein Kollegen in Stuttgart, Christian Schmidt.

Union Berlin sagte als einziger Verein seine Teilnahme ab. Als Begründung nannte Vereinssprecher Christian Arbeit, dass der beschlossene Verhaltenskodex den Vereinen erst am Montag um 16.45 Uhr zugesandt worden sei. „Bevor solch ein Kodex verabschiedet werden kann, sollten sich die Vereine zunächst auf einen Konsens einigen können“, sagte er. „Innerhalb eines Tages ist dies nicht zu machen. Es scheint auch so, als sollte dies bei dieser Akklamationsveranstaltung gar nicht gewollt gewesen zu sein.“

Die Fanvertreter der Fußball-Bundesligaclubs reagierten geschockt auf die Ergebnisse des Sicherheitsgipfels. „Da verschlägt es einem die Sprache. Das sieht danach aus, dass die Repressalien erhöht werden“, fürchtete René Lau von der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte, „meines Erachtens ist der Gipfel für die Fans eine Katastrophe.“

„Das ist eine härtere Keule, als wir erwartet haben. Das ist eine drastischere Verschlechterung und ein falsches Signal“, kritisierte Jakob Falk von der Fanvertretung „Pro Fans“: „Ich frage mich, wozu wir dann in der AG Fanbelange mitarbeiten, wenn wir an solchen entscheidenden Tagen nicht da sind.“ Nur allzu gerne hätten die Fans an der Konferenz teilgenommen. Eine Einladung erhielten sie aber nicht. „Im Grunde ist es ohne Fanvertreter zwecklos, über Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball zu diskutieren“, sagte Falk nur wenige Meter Luftlinie entfernt vom Ort des Gipfels auf einer eigenen Veranstaltung.

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Aufweichung bei Stadionverboten zurückgenommen

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  • @ Wahrlich, so ein Kommentar wie von Ihnen kann man sich getrost sparen, so eine naive Denkweise hab ich lange nicht mehr gehört. Aber alle Deutsche sind ja auch Nazis ne? Absolut unverständlich so ein schlechter Kommentar!
    Sie sind wahrscheinlich von der Sorte "Fans" die ins Stadion gehen, eine (bis zehn) überteuerte Wurst kaufen und sich dann 90 min lang auf den Hintern setzen. Blos nicht aufstehen, bestenfalls mal höflich klatschen aber nicht zu laut sonst bekommen die armen Spieler ja Todesangst! Sich fürchterlich aufregen wenn eine Bengale brennt und die ganze Kurve mit Kinderschändern gleichsetzen, aber die von eben diesen Leuten aufwändig erstellten Choreographien, die sind ja schön das sollen die bitte so weiter machen. Es sind genau diese Leute die jede freie Minute und jeden Cent für den Verein geben, um eine CHoreo zu untermalen gehört auch mal Pyro dazu, gut das ist ein Punkt wo man intensiv drüber sprechen müsste. Es wurde letztes Jahr von DFB gegenüber den Fans und Ultras ein Gespräch angekündigt bezgl. Pyro, nach eine Gesprächsrunde stellte der DFB die Gespräche ohne angabe von Gründen einfach so ein. Genau das Gleiche wie jetzt, so ein Konferenz ohne Fans...die reinste Farce, Selbstdarstellung bis zum geht nicht mehr, aber wie man es ja bei der FIFA sieht, Medien kaufen ist das Beste mittel, dann klappts auch mit dem Motto "DFB gut - Fans böse" bei "Wahrlich" hat die Manipulation schonmal geklappt und leiter bei vielen anderen auch, die die Fußball-Fankultur nicht verstehen bzw nie einen Kontakt zu denen hatten.

  • @ Wahrlich:
    Genau alle dumm und vollgesoffen!Bloß nicht differenzieren.Ich bin mal gespannt was für einen Aufschrei es geben würde, wenn die Maßnahmen die gegen Fussbalfans angewendet werden, auf die jeden Bereich der Gesellschaft angewedent werden.
    Um eines vorweg zu sagen, wenn Straftaten begangen werden so sind diese zu verfolgen und sowohl straf- wie auch zivilrechtlich zu bestrafen.
    Leider ist es aber so,dass Leute Stadionverbote erhalten,
    obwohl Sie freigesprochen wurden oder das Verfahren wegen geringfügigkeit eingestellt wurde. So kenne ich persönlich jemanden,der 2 Jahre Stadionverbot erhielt,weil nach 1,5 Stunden warten vor der Einlasskontrolle, ns Gebüsch gepinkelt hat.
    Seit ca. 1995 gibt es die Datei Gewalttäter Sport.Es gibt keine einheitlichen Regeln, wie jemand auf diese Liste kommt bzw. sind bisher keine Personen von dieser Liste gelöscht worden. Die Personen die in der Datei stehen, haben z.T. umfangreiche Meldeauflagen zu erfüllen, Ihnen wird bei Großereignissen die Reisefreiheit eingeschränkt. Jetzt erst, nach den NSU-Morden wird darüber nachgedacht eine ähnliche Datei für Rechtextreme aufzubauen.Zdem gibt es jetzt immer mehr, auch für Stadionverbotler Stadtverbote. an stelle sich nur mal die Aufregung vor, wenn bekannte linksextrem oder rechtsextreme am 01.05. Stadtverbot für Hamburg erteilt bekommen würden. Ich möchte nicht wissen, ob das BVG diese Praxis akzeptieren würde. Bitte vorher informieren.
    Und wirft lieber mal die Frage auf warum gestern kein einziger Vertreter einer Fanorganisation,wie ProFans,BAFF (Bündnis aktiver Fussballfans),IG Meine Kurve oder auch die AG Fananwälte mit am Tisch saßen. Denn nur mit Dialog ist das Provblem aus der Welt zu schaffen. Man hat gerade im Bereich Pyrotechnik gesehen,was passiert,wenn ein Dialog von einer Seite(DFB/DFL)unterbrochen wird!

  • "anonym" hat völlig recht, denn die Wurzel des ganzen Krawallgeschehens ist die Mischung aus Geldverschwendung für -auch von den ö.r. Medien hochgelobten- "Popstars des Sports", den sogenannten "Events" sowie des kostenlosen Sicherheitsdienstes durch die Polizei.

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