Fußball Spanien
Gegenwind für Schuster vor dem Madrider Stadtduell

Nach einer schlechten Vorbereitung steht Trainer Bernd Schuster mit Real Madrid bereits zum Saisonauftakt unter Druck. Heute Abend startet die spanische Primera Division mit der Real-Partie gegen Lokalrivale Atletico.

Der "Blonde Engel" verspürt zum Auftakt der Primera Division erstmals Gegenwind. Bei seinem Amtsantritt als Trainer des spanischen Meisters Real Madrid hatte Bernd Schuster vollmundig spektakulären Offensivfußball und beste Unterhaltung für die anspruchsvollen Zuschauer versprochen. Vor dem heutigen Saisonstart (20.00 Uhr) gegen den Lokalrivalen Atletico aber steht Schuster bereits unter Druck.

Hohn und Spott schlug dem Europameister von 1980 nach der völlig verkorksten Vorbereitung mit der 3:5-Pleite im Supercup gegen den FC Sevilla als Tiefpunkt entgegen. "Schusters Madrid lächerlich", "Real voller Zweifel" musste der Deutsche in den Zeitungen lesen.

Robben und Heinze kamen auf den letzten Drücker

Zudem wurden die kostspieligen Wünsche des neuen Trainers erst auf den letzten Drücker erfüllt. Am Mittwochabend wurden der niederländische Nationalstürmer Arjen Robben (FC Chelsea/36 Mill. Euro) und der argentinische Verteidiger Gabriel Heinze (Manchester United/12 Mill. Euro) für insgesamt 48 Mill. Euro verpflichtet.

Damit stieg das Investitionsvolumen der Königlichen vor dieser Saison auf rund 120 Mill. Euro. 30 Mill. wurden für den brasilianischen Innenverteidiger Pepe vom FC Porto gezahlt, weitere 77 Mill. für das niederländische Trio Robben, Wesley Sneijder (Ajax Amsterdam) und Royston Drenthe (Feyenoord Rotterdam). Der deutsche Nationalspieler Christoph Metzelder, der ablösefrei von Borussia Dortmund kam, war dagegen ein Schnäppchen.

AC Mailand lehnte Angebot für Kaka ab

Zunächst hatte sich der Schuster-Klub allerdings einige Körbe eingehandelt. Selbst eine 90-Millionen-Euro-Offerte für Brasiliens Superstar Kaka konnte Champions-League-Sieger AC Mailand aber nicht erweichen.

Schuster bemühte sich derweil, trotz wachsender Kritik an seiner Person, seinen Optimismus zu behalten. "Ich mache mir keine Sorgen", behauptete er: "Unser erstes wirklich wichtiges Spiel ist am Samstag, und ich glaube nicht, dass die Stimmung dann schlecht sein wird."

Die "Fantastischen Vier" des FC Barcelona

Leise Zweifel begleiteten auch den Erzrivalen FC Barcelona in der Vorbereitung. Die Euphorie um den neuen Star Thierry Henry, der zusammen mit Lionel Messi, Samuel Eto'o und Ronaldinho die "Fantastischen Vier" bildet, und die Testspielreise durch Asien erinnerten viele Beobachter an die Ära der "Galaktischen" bei Real Madrid. Mit seinen Weltstars David Beckham, Zinedine Zidane, Ronaldo und Luis Figo hatte der Rekordmeister 2003 unter ähnlichen Vorzeichen ebenfalls einen kommerziell erfolgreichen Abstecher nach Fernost gemacht und erlebte dann eine schwarze Saison ohne einen einzigen Titel.

Kein Wunder, dass Eto'o nicht so gerne die Schwärmerei über die "Fantastischen Vier" hört. "Das kann trügerisch sein", meinte der Kameruner, "man hat ja gesehen, was mit den Galaktischen passiert ist. Es ist eine Ehre, aber zugleich kann es auch schwierig sein." Trainer Frank Rijkaard, der für insgesamt 65 Mill. Euro neue Spieler bekam, sieht indes keine Probleme: "Gute Fußballer können immer zusammenspielen."

Kritik an der Asien-Reise

Kritik gab es allerdings auch aus dem Mannschaftskreis an der Reise nach Japan und China. "Die körperliche Vorbereitung ist sehr wichtig, diese Reise war nicht gut dafür", meinte Lilian Thuram, und Gianluca Zambrotta stimmte zu: "Es wäre besser gewesen, in Barcelona zu bleiben und sich richtig auf die Saison vorzubereiten." Für "Barca" beginnt die Jagd auf Meister Real am Sonntag (19.00 Uhr) bei Real Santander.

Insgesamt rund 350 Mill. Euro haben die 20 Klubs der Primera Division im Sommer für Neuverpflichtungen ausgegeben. Neben Real und "Barca" war Atletico Madrid der Großeinkäufer. Der Uruguayer Diego Forlan, der für 21 Mill. vom FC Villarreal kam, der Portugiese Simao Sabrosa für 20 Mill. von Benfica Lissabon, Raul Garcia für zwölf Mill. von Osasuna Pamplona, Jose Antonio Reyes, der den Lokalrivalen Real im Juni zum Meistertitel schoss und jetzt für neun Mill. vom FC Arsenal aus London verpflichtet wurde sowie Heimkehrer Luis Garcia, den der FC Liverpool ziehen ließ, sind die prominentesten Neuen. Sie sollen helfen, den Traditionsklub endlich wieder in die Ligaspitze zu führen.

Der erste Spieltag in der Übersicht:

Real Madrid - Atletico Madrid (heute, 20.00 Uhr), FC Sevilla - Getafe (heute, 22.00 Uhr), Athletic Bilbao - CA Osasuna Pamplona , Racing Santander - FC Barcelona, Real Murcia - Real Saragossa, Real Mallorca - UD Levante, FC Valencia - FC Villarreal, Deportivo La Coruna - UD Almeria, Recreativo Huelva - Betis Sevilla (alle Sonntag, 19.00 Uhr), Espanyol Barcelona - Real Valladolid (Sonntag, 21.00 Uhr)

© SID

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