Fußball Spanien
"Königliches" Ultimatum für Fabio Capello

Langsam wird es eng für Real Madrids Trainer Fabio Capello. Spanischen Medienberichten zufolge hat die Vereinsführung dem Coach ein Ultimatum gesetzt. Gegen San Sebastian ist demnach ein Sieg Pflicht.

Die Schlinge um den Hals von Real Madrids Fabio Capello zieht sich immer weiter zu. Nach dem blamablen 0:1 gegen den Abstiegskandidaten UD Levante ausgerechnet im 1 000. Ligaspiel im Estadio Santiago Bernabeu heißt es für den vor der Saison als Heilsbringer verpflichteten Italiener am Samstag bei Real Sociedad San Sebastian: siegen oder fliegen!

Auf diese "Galgenfrist" sollen sich nach übereinstimmenden Berichten spanischer Medien die Klub-Verantwortlichen um Präsident Ramon Calderon in einer Krisensitzung geeinigt haben. Sportdirektor Predrag Mijatovic wollte zu den Spekulationen erst am Montagabend in einem Radio-Interview Stellung nehmen.

Ich habe sicher eine Teilschuld

"Ob ich entlassen werde? Ich habe sicher eine Teilschuld, will aber meinen Vertrag erfüllen. Allerdings ist der Präsident derjenige, der entscheidet", sagte Capello, der sich der Mechanismen in der Branche angesichts von vier Niederlagen aus den vergangenen sechs Spielen sowie dem Abrutschen auf Platz vier bewusst ist: "In so einer Situation hat immer der Trainer Schuld."

Dies sehen zumindest im Fall Capello auch die spanischen Medien so. Nach der "Rebellion im Bernabeu-Stadion" forderte AS: "Capello muss man zurück an die Grenze schicken!" Vor allem wegen seines nicht immer glücklichen Umgangs mit den Stars, in dessen Folge Ronaldo zu Inter Mailand geflüchtet ist und David Beckham vor seinem Absprung nach Kalifornien auf der Tribüne versauert, steht der Coach in der Kritik. "Capello hat seinen Kader nicht im Griff. Er sollte gehen, bevor er seinen guten Ruf endgültig zerstört", schrieb Marca.

Capello hatte erst im Juli seinen Drei-Jahres-Vertrag mit dem Versprechen unterschrieben, Real nach drei Jahren ohne Titel wieder zu "verlorenem Glanz" zu verhelfen. Doch mittlerweile traut man Capello, der die Königlichen 1997 bei seiner ersten Visite in Madrid zum Meistertitel geführt hatte, die Wende nicht mehr zu.

Del Bosque im Gespräch

Wie immer in Madrider Krisenzeiten geistert im spanischen Blätterwald der Name Vicente Del Bosque als möglicher Nachfolger. Der ehemalige Meistertrainer, der mit dem Klub in drei Jahren sieben Titel gewann, könnte bei einer Entlassung Capellos ähnlich wie Ottmar Hitzfeld bei Champions-League-Gegner Bayern München kommissarisch bis zum Saisonende auf der Trainerbank sitzen.

Doch noch gibt sich Capello kämpferisch: "Ich bin nicht gescheitert. Wir sind in der Liga noch aussichtsreich im Rennen und in der Champions League im Achtelfinale." Auch auf dem vorläufigen Tiefpunkt hält Capello seine schützenden Hände über seine Spieler: "Das Resultat ist sehr schlecht, aber in Sachen Einsatzwillen kann ich niemandem einen Vorwurf machen."

© SID

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