Fußball Spanien: Mourinho enttäuscht von Real

Fußball Spanien
Mourinho enttäuscht von Real

Trotz des Sieges herrscht dicke Luft bei Real Madrid. Trainer Jose Mourinho ist verärgert darüber, dass der Verein sein Engagement als Interimscoach in Portugal abgelehnt hat.

"Magier" Mesut Özil stand am Ende einer wahrhaft königlichen Woche im Schatten von Cristiano Ronaldo, die größten Schlagzeilen bei Real Madrid schrieb aber der erste Streit zwischen Star-Trainer Jose Mourinho und der Klubführung. Die von TV-Sendern und Zeitungen engagierten Lippenleser hätte es gar nicht gebraucht, seinem Unmut über das Verbot, als Interim-Nationaltrainer für sein Heimatland Portugal einzuspringen, machte der exzentrische Coach nach dem Spiel vor den TV-Kameras deutlich Luft.

"Ich verstehe nicht, warum mich Real nicht Portugal trainieren lässt, in einer Zeit, in der ich in Madrid fast nichts zu tun habe", sagte der Vereinscoach der deutschen Nationalspieler Özil und Sami Khedira nach dem 2:1-Arbeitssieg bei Real Sociedad San Sebastian dem portugiesischen Fernsehen: "Wenn die Länderspiele stattfinden, habe ich in Madrid ohnehin neun Tage Urlaub." Real-Generaldirektor Jorge Valdano wehrte sich wehement gegen die Vorwürfe. "Es gibt keinen Grund für irgendwen, den Verein zu kritisieren", sagte der argentinische Weltmeister von 1986.

Mürrischer Mourinho

Schon während des Spiels wirkte Mourinho mürrisch, schleuderte sogar eine Wasserflasche durch die Luft. Mit seinen Assistenten sprach er nur mit der Hand vor dem Mund, zumindest Flüche und taktische Anweisungen wollte er den Lippenlesern nicht offenbaren.

Für ein versöhnliches Ergebnis sorgte derweil der frühere Weltfußballer Cristian Ronaldo. Nachdem er 75 Minuten lang durch Theatralik und ständige Diskussionen mit dem Schiedsrichter die Fans gegen sich aufgebracht hatte, schoss er mit einem abgefälschten 28-Meter-Freistoß das Siegtor. "Cristiano ist eben Cristiano, und wir werden ihn nicht mehr ändern", meinte Valdano: "Er hat eine Persönlichkeit, die ihn zu einem der besten Spieler der Welt macht. Wir akzpetieren dies und betrachten es als eine Stärke."

Kritik an Özil

Özil, der wie der unauffällige Khedira in der Startformation stand, aber nach 77 Minuten ausgewechselt wurde, wurde dagegen nach einer glanzvollen Woche sogar auf der Real-Homepage kritisiert. "Özil fühlte sich diesmal auf dem Feld nicht so wohl", hieß es dort: "Sein gewohnt intelligentes Spiel schien durch die fehlende Spielkontrolle eingeschränkt." Nach dem 1:0 gegen CA Osasuna und seiner Gala beim 2:0 gegen Ajax Amsterdam in der Champions League hatten die spanischen Medien den deutschen Spielmacher noch als "Magier von Bernabeu" und "Entdeckung des Jahres" gehuldigt.

Seine stärkste Szene hatte der frühere Bremer in der 18. Minute, als sein Freistoß von San Sebastians David Zurutuza auf dem Weg zum Tor mit dem Ellenbogen gebremst wurde, der fällige Elfmeterpfiff aber ausblieb. Der für 25 Mill. von Benfica Lissabon verpflichtete Argentinier Angel di Maria hatte mit einem sehenswerten Schlenzer zu seinem ersten Pflichtspieltor für Real die Führung erzielt (51.), Raul Tamudo (62.) für die Basken zwischenzeitlich ausgeglichen.

Das Portugal-Verbot für Mourinho wollte Real explizit übrigens gar nicht ausgesprochen haben. "Es gab keine offizielle Anfrage und so haben wir auch gar nicht unsere Position vertreten müssen", sagte Valdano. Es habe zwar einen Anruf von Portugals Verbandspräsident bei Real-Boss Florentino Perez gegeben, aber nur "um nach den großen Geschichten in den Medien zu versichern, dass sie von der Idee Abstand genommen haben".

© SID

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