Fußball Spanien
Schlussspurt beschert Real Madrid den Titel

Real Madrid ist zum 30. Mal spanischer Meister. Die "Königlichen" setzten sich im Titelkampf erst durch drei späte Treffer 3:1 gegen Real Mallorca durch und schnappten Titelverteidiger FC Barcelona die Trophäe weg.

In einem packenden Saisonfinale hat sich Real Madrid den 30. Meistertitel der Vereinsgeschichte mit einem Kraftakt gesichert. Der Spitzenreiter gewann am 38. Spieltag der spanischen Primera Divison durch drei späte Treffer mit 3:1 (0:1) gegen Real Mallorca und entthronte damit den punktgleichen Titelverteidiger FC Barcelona, dessen 5:1 (3:0)-Sieg bei Absteiger Gimnastic Tarragona nichts mehr nutzte. Die "Königlichen" setzten sich im Titelkampf aufgrund des direkten Vergleichs durch. Der FC Sevilla mit dem deutschen Nationalspieler Andreas Hinkel in der Startformation verspielte seine ohnehin nur vagen Titelhoffnungen durch eine 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Real Valladolid. Als Tabellendritter geht der Uefa-Pokalsieger in die Champions-League-Qualifikation.

Zitterpartie im Bernabeu

80 000 Zuschauer im Estadio Santiago Bernabeu mussten lange zittern, ehe der erste Titelgewinn seit 2003 unter Dach und Fach war. Nach dem frühen Rückstand durch Varela (17.) agierte das Starensemble von Fabio Capello lange Zeit kopf- und ideenlos. Vom zuletzt so überragenden David Beckham, der vor seinem Abschied nach Los Angeles Galaxy doch noch einen Titel mit Real holte, war überhaupt nichts zu sehen.

Erst mit dem Ausgleich durch Joker Jose Antonio Reyes (68.) löste sich die Verkrampfung. Mahamadou Diarra (80.) erzielte den erlösenden Führungstreffer, bevor erneut Reyes (83.) alles klarmachte.

Zuvor durfte sich "Barca" 63 Minuten als Meister fühlen. Zweimal Lionel Messi (35. und 51.), Carlos Puyol (20.), Ronaldinho (38.) und Gianluca Zambrotta (90.) machten beim Absteiger schnell alles klar. Am Ende blieb der Sieg aber wertlos.

Odonkor mit Betis gerettet

Wenige Stunden zuvor hatte der deutsche Nationalspieler David Odonkor mit Betis Sevilla gerade noch den Klassenerhalt geschafft, die Traditionsklubs Real Sociedad San Sebastian und Celta Vigo müssen hingegen den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Betis gewann durch zwei späte Treffer von Edu (80. und 90.) bei Racing Santander 2:0 (0:0) und sicherte sich damit den Ligaverbleib.

San Sebastian kam dagegen nicht über ein 3:3 (2:2) beim FC Valencia hinaus und ist damit erstmals nach 40 Jahren wieder aus der ersten Liga abgestiegen. Das gleiche Schicksal teilt Vigo trotz eines 2:1 (1:1)-Sieges gegen den von Bernd Schuster trainierten FC Getafe. San Sebastian und Vigo, das vor einigen Wochen im Uefa-Cup-Achtelfinale noch an Werder Bremen gescheitert war, folgen damit dem abgeschlagenen Schlusslicht Gimnastic de Tarragona in die zweite Liga.

Als Gewinner aus dem Abstiegskampf ging neben Betis auch Athletic Bilbao hervor. Die Basken besiegten UD Levante 2:0 (0:0) und bleiben damit weiter seit der Gründung der spanischen Fußball-Liga im Jahr 1928 erstklassig. Als Aufsteiger werden in der kommenden Saison Real Valladolid, Real Murcia und Almeria die Primera Division komplettieren.

Zehn Minuten vor Schluss stand Betis noch vor dem Abstieg, ehe der Brasilianer Edu mit seinen Treffern doch noch für die Rettung sorgte. Odonkor stand diesmal in der Anfangsformation, wurde kurz nach der Pause aber ausgewechselt.

© SID

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