Fußball Spanien
Schusters Spießrutenlauf führt nach La Coruna

Real Madrid müht sich mehr schlecht als recht durch die Primera Division, Verfolger FC Barcelona fällt dennoch immer weiter ab. Im Fernduell der Kriselnden legt heute Real vor.

Der Hühneräugige ist der König unter den Blinden - dieses leicht abgewandelte Sprichwort könnte die augenblickliche Situation in der spanischen Primera Division überschreiben. Denn dort bietet sich die paradoxe Situation, dass zwar über Real Madrid und besonders Trainer Bernd Schuster nach dem Champions-League-Aus gegen den AS Rom und den jüngsten Darbietungen in der Meisterschaft kübelweise Spott und Kritik ausgeschüttet wurden, der Rekordmeister unterdessen seine Tabellenführung von zwischenzeitlich drei wieder auf stolze acht Punkte auf den FC Barcelona ausgebaut hat. "Barca" steht zwar in der "Königsklasse" unter den letzten Acht, in der Liga stecken die Katalanen aber tief in der Krise - vor dem morgigen Auswärtsspiel bei UD Almeria (19 Uhr) schrillen deshalb die Alarmglocken.

Cruyff sieht fußballerische Mängel

Es stimme nach der Verletzung von Lionel Messi fußballerisch nicht, diagnostizierte "Barca"-Legende Johan Cruyff. Ein vernichtendes Urteil eingedenk der Tatsache, dass gerade die "Blugrana" als Sinnbild für moderne Fußball-Kultur galt. Die iberische Presse überschlägt sich in weiteren Analysen. Der nötige "Punch" fehle, für den einst Spieler wie Hristo Stoitschkow, Edgar Davids oder auch Mark van Bommel sorgten, schrieb "Sport"; derweil glaubt "El Pais", dass die Stürmerstars Ronaldinho und Thierry Henry nicht harmonieren. Wie dem auch sei: Barcelona läuft Gefahr, auch Platz zwei zu verspielen: Der FC Villarreal, der dem Team von Trainer Frank Rijkaard vor Wochenfrist die zweite Pleite in Serie beibrachte, liegt nur noch vier Punkte zurück.

Zudem ist Almeria ein ganz unbequemer Gegner: Der kecke Aufsteiger bezwang in der laufenden Saison bereits den FC Sevilla, den FC Valencia, Espanyol Barcelona und auch Real Madrid - die "Königlichen" zogen Anfang Februar im Estadio del Mediterraneo mit 0:2 den Kürzeren. Für den Rekordmeister war es die erste von nun schon drei Liga-Pleiten seit dem Jahreswechsel - im gesamten 2007 hatte es ganz vier Pleiten gegeben. Das jüngste 2:1 gegen Espanyol sei "keine Partie für die Galerie" gewesen, sagte der sonst so kritikresistente Bernd Schuster und gestand damit ein, dass im Offensivspiel der "Merengues" einiges im Argen liegt. Da Ruud van Nistelrooy weiter verletzt ist, bleibt auch im heutigen Auswärtsspiel bei Deportivo La Coruna (20 Uhr) alles an Robinho und Raul hängen, die bei den beiden jüngsten Real-Erfolgen vier der fünf Tore erzielten. In der Abwehr kehrt zumindest Sergio Ramos nach abgesessener Sperre zurück.

Während an der Spitze höchstens noch Villarreal in das ewige Duell zwischen Real und "Barca" eingreifen kann, steckt mehr als die halbe Liga im Kampf um den Klassenerhalt. Den Achten Almeria trennen gerade acht Punkte von einem Abstiegsplatz. Timo Hildebrand muss also mit dem Tabellenneunten FC Valencia (empfängt heute den FC Sevilla) ebenso bangen wie David Odonkor vom 15. Betis Sevilla (trifft heute auf Athletic Bilbao).

Der 28. Spieltag im Überblick:

Betis Sevilla - Athletic Bilbao, Recreativo Huelva - Real Murcia, Deportivo La Coruna - Real Madrid (alle heute, 20 Uhr), FC Valencia - FC Sevilla (heute, 22 Uhr), FC Villarreal - Real Saragossa, Real Valladolid - CA Osasuna Pamplona, Getafe - Racing Santander, Espanyol Barcelona - Real Mallorca (alle Sonntag, 17 Uhr), UD Almeria - FC Barcelona (Sonntag, 19 Uhr), Atletico Madrid - UD Levante (Sonntag, 21 Uhr)

© SID

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