Fußball Spanien
Trotz Pokalfinale - Koeman vor dem Aus

Im Finale um den Königspokal treffen der FC Valencia und der FC Getafe aufeinander. Trotz eines möglichen Titels, stehen die Zeichen bei Valencias Trainer Koeman auf Abschied.

Im Finale um den spanischen Pokal stehen sich heute (21.00 Uhr) der FC Valencia und der FC Getafe gegenüber. Dabei geht es für die Kontrahenten um die Wiedergutmachung einer durchwachsenen Saison. Während der deutsche Nationaltorwart Timo Hildebrand in Diensten des sechsmaligen spanischen Meisters FC Valencia mit einem Sieg im Finale trotz der verkorksten Spielzeit seinen ersten Titel im Ausland anvisiert, dürfte die Amtszeit des niederländischen Trainers Ronald Koeman unabhängig vom Ausgang des Endspiels bald vorüber sein.

Laut Berichten spanischer Medien und der französischen Fachzeitung L'Equipe ist die Autorität Koemans, der erst Anfang November des vergangenen Jahres die Nachfolge von Quique Sanchez Flores angetreten hatte, bereits derart beschädigt, dass ihn seine Schützlinge schon nicht mehr ernst nehmen.

Schuld daran ist die Talfahrt des sechsmaligen Pokalsiegers, der mit 39 Punkten in der Primera Division derzeit nur fünf Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat. Laut Medienberichten sei sogar schon die Abfindung (drei Mill. Euro) für Koeman ausgehandelt.

Hildebrand: "Wir wollen die Schmerzen der Fans lindern"

Angesichts dieser erschreckenden Zahlen hofft Hildebrand auf den Pokaltriumph, um so "die Schmerzen der Fans" ein wenig zu lindern. "Sie haben bisher schon ziemlich leiden müssen wegen uns. Es ist die Chance, das Ruder jetzt endlich herumzuwerfen. Wir wollen gewinnen, uns damit die Uefa-Cup-Qualifikation erkämpfen und danach die bisher so schlecht verlaufene Saison halbwegs retten", erklärte der frühere Torwart des deutschen Meisters VfB Stuttgart im kicker.

Hildebrand, der mit seinem Team die Generalprobe am Wochenende in der Liga beim 1:2 gegen Racing Santander verpatzte, sieht in der momentanen Lage große Parallelen zu seiner Anfangszeit als Stammspieler beim VfB, als die Schwaben in der Spielzeit 2000/2 001 nur knapp dem Abstieg entkamen.

"Auch damals lief es im ersten Jahr nicht rund, hat es gehakt, war Sand im Getriebe. Aber diese Erfahrung gibt mir jetzt auch das nötige Selbstbewusstsein. Ich weiß, dass man Widerstände und Probleme besiegen kann, wenn man unbeirrt an sich arbeitet, voll durchzieht, auf sich vertraut und positiv denkt", sagte der 29-Jährige.

Beim Finale im Vicente-Calderon-Stadion von Madrid, nach dem traditionell Spaniens König Juan Carlos den Pokal überreichen wird, darf Hildebrand allerdings nicht auf die Unterstützung der Zuschauer vertrauen. Die überwiegende Mehrzahl der 55 000 Fans wird dem Team aus dem Vorort der Hauptstadt, das wie Valencia die garantierte Einnahme von einer Million Euro bereits auf dem Konto verbuchen darf, die Daumen drücken.

Titel wäre für Getafe eine Wiedergutmachung für das Aus im Uefa-Cup

Grund dafür ist in erster Linie der in den spanischen Medien als "heldenhaft" gefeierte Auftritt Getafes im Uefa-Cup gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München (1:1 in München, 3:3 n.V. im Rückspiel). Als Wiedergutmachung für das unglückliche Aus gönnen die Iberer dem Team von Trainer Michael Laudrup den ersten Titel der Klubgeschichte.

Die Chancen dafür dürften nicht schlecht stehen. Denn Getafe zeigte in der laufenden Saison bessere Leistungen als Valencia und hat zudem aus dem Scheitern gegen die Bayern gelernt. Anstatt des gegen München unglücklich agierenden Torwarts Roberto "Pato" Abbondanzieri wird dessen argentinischer Landsmann Oscar Ustari zwischen den Pfosten stehen.

© SID

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