Fußball, Sponsoren und Facebook
Bundesliga kriecht im Ausland hinterher

Real gegen Juventus: Im Finale der Champions League spielen zwei Klubs, die konsequent aufs Ausland setzen – mit Sponsoren, Spielern, Reisen und in sozialen Medien. Viele Bundesliga-Klubs laufen hinterher.
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DüsseldorfMehr Umsatz wollen deutsche Fußballvereine künftig vor allem im Ausland machen. Doch abgesehen von Bayern München laufen die hiesigen Klubs bei der Internationalisierung den Spitzenteams aus Spanien und England hinterher. Besonders krass ist der Abstand bei Sponsoren aus dem Ausland und in den sozialen Netzwerken.

Extrem hoch ist der Anteil ausländischer Sponsoren bei den englischen Spitzenvereinen FC Chelsea, Manchester City und Manchester United. Im Schnitt kommen die Geldgeber in der Premier League fast zur Hälfte aus dem Ausland. In der spanischen Liga sind es immerhin fast 35 Prozent, in Deutschland dagegen nur 20 Prozent, ergab eine Studie der Advant Group.

Der Mangel an ausländischen Sponsoren ist auch Symptom des Kernproblems: vergleichsweise geringe Bekanntheit der Bundesliga außerhalb Deutschlands. Durch geschicktere Vermarktung und eine attraktivere Außendarstellung wird Reichweite auf fremden Märkten erzielt. Das zieht Sponsoren an. Andererseits helfen ausländische Partner wiederum massiv, die Reichweite in den Zielmärkten zu erhöhen.

Ein ähnliches krasses Bild ergibt sich, wenn man die ausländischen Fans auf der Internet-Plattform Facebook betrachtet. Die Bundesligaclubs kommen auf durchschnittlich 3,2 Millionen ausländische Fans, die englischen und spanischen Klubs hingegen auf durchschnittlich mehr als 10 Millionen.

Mit mehr als 90 Millionen ausländischen Facebook-Fans belegen die spanischen Top-Klubs, der FC Barcelona und Real Madrid, die ersten beiden Plätze. Der beste deutsche Klub ist der FC Bayern. Die Münchner konnten die Anzahl ihrer ausländischen Facebook-Fans seit 2014 immerhin mehr als verdoppeln.

Mit über 37 Millionen liegen sie zwar auf einem guten fünften Rang. Dennoch sind sie gegenüber Barcelona und Real weit abgeschlagen. Richtig miserabel wird die deutsche Bilanz aber erst, wenn man auf den Rest der Liga schaut. Borussia Dortmund landet mit 13 Millionen ausländischen Facebook-Fans noch formidabel auf Platz zwölf.

Bayer 04 Leverkusen (2,4 Millionen / Platz 23) oder FC Schalke 04 (2,3 Millionen / Platz 24) hätten aber im Vergleich zu den anderen europäischen Top-klubs noch deutliches Verbesserungspotential, stellt die Advant-Studie heraus. Wie gewaltig der Vorsprung der Topvereine in den sozialen Netzwerken ist, zeigt auch folgender Vergleich.

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