Fußball-Sponsoring
Deutsche Bahn steigt bei Hertha BSC aus

Seit neun Jahren prangt das Logo der Deutschen Bahn auf den Trikots von Hertha BSC. Nun muss sich der Berliner Fußballklub einen neuen Partner suchen. Und der sollte mindestens 4,5 Millionen Euro pro Jahr zahlen.
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BerlinNeun Jahre war die Deutsche Bahn treuer Hauptsponsor von Hertha BSC – im Sommer ist Schluss. Das Unternehmen räumt seinen Platz auf der Brust der „Alten Dame“, 4,5 Millionen Euro war ihnen das zuletzt wert.
Doch die Liebe zwischen dem ehemaligen Staatsunternehmen und dem Hauptstadtklub hat schon ordentlich gelitten.

Als der Dienstleister 2006 erstmals auf dem Trikot der Berliner erschien, kassierte die Hertha dafür noch satte sieben Millionen Euro pro Jahr. In der Saison 2009 waren es sogar 7,5 Millionen plus 500.000 Euro Sonderzahlung bei Erreichen des internationalen Geschäfts.

Doch mit dem sportlichen Niedergang des Vereins verringerten sich auch die Zahlungen des Sponsors, gleich zwei Abstiege machte die Bahn ohne Murren mit – und zahlte noch drei Millionen Euro pro Jahr. Nach dem letzten Aufstieg erhöhten sich die Zahlungen wieder auf zuletzt 4,5 Millionen Euro.

Mehr wollte der Hauptsponsor nun aber nicht mehr zahlen. Er macht damit den Weg frei für einen neuen Geldgeber. Das Geld wird an anderer Stelle gebraucht: Bis 2019 steckt die Bahn zusammen mit dem Bund insgesamt 28 Milliarden Euro in das größte Modernisierungsprogramm der Infrastruktur aller Zeiten.

Dennoch geht die Bahn der Hertha nicht ganz von der Fahne, mit einer Zahlung von einer Million Euro pro Jahr bleibt das Unternehmen der größte „Exklusiv-Partner“. Die Bahn wird also weiterhin mit Bandenwerbung bei Heimspielen im Olympiastadion vertreten sein.

Und die Hertha? Die muss sich nun einen neuen Hauptsponsor suchen, der bereit ist, ebenfalls mindestens 4,5 Millionen Euro pro Saison zu zahlen. Dass das schwierig werden könnte, zeigt das Beispiel Leverkusen. Die Werkself lief in der Vergangenheit bereits öfters eine Zeit lang mit blanker Brust auf, weil sich nicht direkt ein neuer Partner finden ließ. Und das, obwohl Leverkusen regelmäßig mindestens in der Europa League, wenn nicht gar in der Champions League vertreten ist. Davon ist die Hertha weit, weit entfernt. Bis zum Sommer dürfte es also spannend werden in Berlin.

Marcel Reich
Marcel Reich
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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