Fußball-Sponsoring
FC Bayern erschließt neue Geldquellen

Bayern-Manager Uli Hoeneß hat Spekulationen um einen Einstieg des Ingolstädter Automobilbauers Audi beim Fußballrekordmeister befeuert. Und auch von der Deutsche Telekom gibt es in Zukunft wohl mehr Geld für den deutschen Rekordmeister. Beide Unternehmen wollen die Partnerschaft über werbliche Ziele hinaus für sich nutzen.
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KÖLN. Nach einer Aussage von Klubmanager Hoeneß im TV Sky-Sender gehe es um ein Geschäft im Volumen von "weit über 100 Millionen Euro". Schon am Wochenende hatten sich Hinweise verdichtet, dass eine neuartige strategische Partnerschaft unterschriftsreif sei. Audi wolle knapp zehn Prozent der Anteile der Bayern München AG kaufen.

Hoeneß präzisierte nun: "Das ist eine Beteiligung und ein langfristiger Vertrag. Das ist ein Paket: ein Werbevertrag und eine Beteiligung." Elke Bosselmann, Sportkommunikationsbeauftragte bei Audi, wollte "im Moment keine Stellungnahme" abgeben. Hoeneß bekräftigte hingegen, dass noch vor der Klubjahreshauptversammlung am 27. November eine Bekanntmachung anstehe.

Hartmut Zastrow, Vorstand der Sponsoringberatung Sport + Markt, ging im Vorfeld von einer verstärkten B2B-Ausrichtung der Partnerschaft aus - über werbliche Ziele hinaus. Schließlich treffe man in der Loge wichtige Fuhrparkmanager und Entscheider anderer Firmen. Bisher sponsere Audi Bayern München mit geschätzten fünf bis sechs Mio. Euro im Jahr. "Nach dem Nationalteam ist der FC Bayern der wichtigste deutsche Sport-Asset. Den besetzt Audi ausgerechnet in der BMW-Hauptstadt", sagte Zastrow. Die "Bild"-Zeitung spekuliert gar über einen Betrag von mehr als 200 Mio. Euro. Die Einnahmen sollen vor allem in die Finanzierung der Allianz Arena fließen.

Auch bei den Verhandlungen mit Hauptsponsor Deutsche Telekom wähnt sich Hoeneß dem Blatt zufolge "auf einem guten Weg". Das Unternehmen werde seinen Vertrag bis 2013 verlängern. Statt 20 Mio. Euro, die die Telekom nach Branchenkreisen im Jahr aufwendet, stünden nun 25 Mio. Euro zur Diskussion. Unterschrieben sei noch nichts, sagte Telekom-Sprecher René Bresgen dem Handelsblatt. Auch Summen kommentierte er nicht. "Wir wollen die Partnerschaft aber verstärkt nutzen, um exklusiven Bayern-Content über die T-Plattformen zu verbreiten."

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  • Nur soviel zu dem Kommentar von Fubafan:

    Die hohen Zäune an Trainungsplätzen an der Säbenerstr., die Fans von Spielern trennen, sind ersten keine Zäune, sondern einfach Abgrenzungen in Form von sog. Rails und sind zweitens hüfthoch. Das lässt den Schluss zu, dass es sich bei Fubafan entweder um einen Zwerg mit Sehstörungen oder um jemanden handelt, der es mit der Wahrheit und der Sachlichkeit nicht sooo genau nimmt. Mehr ist zu diesem Kommentar nicht zu sagen.

  • Man scheint beim FC bayern gar keine Skrupel mehr zu haben sich selbst noch mehr zu verkaufen. Nirgendwo sonst in Deutschland hat sich der Fußball von seinen Ursprüngen so weit entfernt wie beim FC bayern. Es geht nur noch um Profitmaximierung. Traditionelle Anhänger und mündige Fans haben beim FC bayern schon lange überhaupt keinen Platz mehr.

    Zweifelsohne, der FC bayern ist ein professionell geführtes Unternehmen, aber eben eines ohne Charme. Das zeigt nicht nur der aktuelle Wille sich selbst noch mehr an Wirtschaftsunternehmen zu verkaufen. Man muss sich nur einmal an der Säbener Straße umsehen. Die hohen Zäune dort um die Trainingsplätze verhindern, dass die Anhänger den Fußball-Millionarios zu nahe kommen und die Klub-Zentrale sieht aus wie geleckt und erinnert an den Stammsitz einer immobiliengesellschaft.

    Die Handvoll leidenschaftlicher Fans, die der FC bayern neben den unzähligen Kunden noch hat, werden von der Vereinsführung behandelt wie Dreck am Ärmel. Wer dieser sich selbst an Wirtschaftsunternehmen verkaufenden Aktiengesellschaft wirklich emotional noch anhängt, wird - trotz all der sportlichen Erfolge - von mir nicht beneidet, sondern verdient mein Mitleid.

    Zu Audi: Nur weil der FC bayern derzeit (selbsternannter?!) Marktführer zu sein scheint, bringt eine solche Kooperation noch lange keine Pluspunkte, erst recht nicht bei Fans anderer Vereine. Audi braucht sich nicht wundern, wenn es bei einem weiteren Engagement von Audi beim FC bayern womöglich boykottaufrufe von Fans anderer Vereine gibt; ich auf jeden Fall würde mir in Zukunft bei einem Pkw-Neukauf zweimal überlegen, ob es unbedingt ein Audi sein muss. Ein schlechterer Werbeträger als der Kotzbrocken-Klub aus München ist jedenfalls kaum vorstellbar. Außer einer Handvoll bayern-Anhänger verbinden nämlich die meisten Menschen in Deutschland (auch die, die mit Fußball nichts am Hut haben!) Arroganz, Übermacht und erduselte Erfolge mit dem Zum-Halse-Raushängeschild des deutschen Fußballs.

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