Fußball
Stadiontourismus bringt Klubs Millionen

Umkleidekabinen, Ersatzbank, VIP-Logen – Führungen durch Bundesliga-Arenen erweisen sich für die Betreiber zunehmend als lukratives Zusatzgeschäft. Sie rechnen sich aber nicht nur durch die Eintrittsgebühren. Die Besuche sind auch aus anderen Gründen für die Vereine lukrativ.

HAMBURG. Auch eine Woche nach dem großen Ereignis kann „Herrdaum“ mit seiner Entzückung nur schwer hinterm Berg halten. Der Grund seiner Freude: eine Führung durch die Rhein-Energie-Arena, die Spielstätte des 1. FC Köln. „Eine geile Sache“ sei das gewesen, inklusive Gang „in die Umkleide und in die Logen“. Sogar auf der Auswechselbank durfte „Herrdaum“ Platz nehmen. Wer das noch nicht mitgemacht hat, sollte es auf jeden Fall einmal tun, lautet die abschließende Empfehlung des Köln-Fans, der sich in einem Internetforum den Namen von FC-Trainer Christoph Daum geliehen hat.

Mit seiner Euphorie steht „Herrdaum“ nicht alleine da. Rund 17 500 Fußballfans pilgern jedes Jahr ins Kölner Fußballstadion, damit sie für Preise zwischen vier und sieben Euro 75 Minuten lang durch Umkleidekabine, Vereinsmuseum, Spielertunnel und andere Bereiche der Katakomben geführt werden.

Laut einer Erhebung der Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel über „Stadionführungen als Marketinginstrument“ liegt die Rhein-Energie-Arena in der Rangliste der jährlichen Besucherzahlen gemeinsam mit dem Dortmunder Signal-Iduna-Park auf dem fünften Platz.

Die Wissenschaftler haben für die Studie die Stadienführungen der Bundesligaklubs untersucht – mit Ausnahme von 1899 Hoffenheim, die in der Hinrunde im Mannheimer Carl-Benz-Stadion spielten. Dort werden keine Führungen angeboten.

Die Hochschule stellte unter anderem fest, dass die meisten Vereine die Stadionführung als Marketinginstrument wahrnehmen. „Um Marketingpotenziale auszuschöpfen, muss eine Stadionführung bestimmten Regeln folgen und darf kein intuitiv geleiteter Rundgang sein“, sagt Studienleiter Florian Riedmüller. In Köln übernehmen beispielsweise fachkundige Sportstudenten die Touren. Dort sind teilweise mehrere Führungen gleichzeitig unterwegs, um dem Besucherandrang am Wochenende Herr zu werden.

Stadionführungen rechnen sich nach den Erkenntnissen der Marketing-Experten nicht nur durch die Eintrittsgebühren. Die Besuche sind auch aus anderen Gründen für die Vereine lukrativ. „Sie zahlen auf die zentralen Geschäftsfelder Ticketing, Sponsoring und Merchandising ein“, sagt Riedmüller. So ließen sich etwa neue Zuschauergruppen für den Besuch eines Heimspiels begeistern.

Seite 1:

Stadiontourismus bringt Klubs Millionen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%