Fußball-Studie
Bundesliga ist nur zweite Wahl

Beschwingt von der WM-Stimmung und mit einem satten Einnahmeplus aus den Lizenzen für die Fernseh-Berichterstattung startet die Bundesliga in die neue Saison. Trotz der gefüllten Geldbeutel deutscher Vereine gehen viele Top-Spieler lieber ins Ausland. Dort locken die Clubs mit noch dickeren Budgets, wie eine Studie von Ernst & Young ergab.

HB FRANKFURT/MAIN. Die Euphorie im WM-Sommer 2006 beflügelt die Bundesliga-Manager: Satte 96 Prozent erwarten, dass die WM sich positiv auf das Image des deutschen Profifußballs auswirkt, ebenfalls 96 Prozent rechnen mit mehr Stadiongästen, und 88 Prozent erhoffen sich ein stärkeres Sponsoreninteresse. Das geht aus einer Studie der Beraterfirma Ernst & Young hervor, die drei Tage vor dem Start der Saison 2006/2007 am Dienstag in Frankfurt am Main veröffentlicht wurde. Befragt wurden die 36 Manager der Klubs in der ersten und zweiten Liga, geantwortet haben 25 von ihnen.

Deutlich gestiegen sind die Medieneinnahmen: Der Vertrag für 2006/2007 sieht ein Plus von 42 Prozent auf 430 Millionen Euro vor. Oder ein Steigerung um satte 128 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Das heißt für die Klubs beispielsweise: Falls Bayern München wieder Meister wird, fließen dem Verein 28 Millionen Euro zu - ein Zuwachs von 73 Prozent. Auch in unteren Tabellenregionen gibt es Steigerungen, wenngleich deutlich weniger. „So würde zum Beispiel Eintracht Frankfurt bei einem ähnlichen Saisonverlauf wie im Vorjahr die geringste Steigerungsrate verzeichnen können: Ein Plus um 35 Prozent auf etwa 14,5 Millionen Euro“, hieß es in der Untersuchung weiter.

Im internationalen Vergleich fließt der Liga jedoch ziemlich wenig Geld zu, wie Ernst & Young vorrechnet: So bekomme die britische Premier League 2006/2007 rund 710 Millionen Euro an Mediengeldern und in der darauf folgenden Saison sogar eine Milliarde Euro. Die französische Ligue 1 werde Einnahmen von 600 Millionen beziehungsweise 650 Millionen Euro für sich verbuchen können.

Dafür haben die deutschen Klubs bei der Spieler-Bezahlung Vorteile gegenüber anderen Ligen. „Für einen ledigen Spieler ohne Kinder mit einem Jahresnettogehalt von 500 000 Euro muss ein deutscher Verein - inklusive aller Nebenkosten wie Steuern und Sozialversicherung - 913 000 Euro aufbringen.“ In Frankreich hingegen müssten die Vereine für das gleiche Nettogehalt 1,322 Millionen Euro bezahlen. In Italien seien es 1,006 Millionen und in England 935 000. Es geht aber auch günstiger: In Spanien kostet ein solches Spielergehalt 680.000 und in den Niederlanden 775 000 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%