Fußball-Transfers im Winter England siegt, China trifft, Bundesliga jagt

China setzt Ausrufezeichen, liegt aber in der Wintertransferbilanz hinter England. Die Bundesliga erreicht Platz 4, obwohl die Vereine 100 Millionen Euro ausgegeben haben – so viel wie nie zuvor im Winter. Eine Bilanz.
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Der 17-Jährige Winterzugang von Borussia Dortmund ist mit einer Ablöse von 8,6 Millionen Euro der teuerste U18-Transfer der Bundesliga-Geschichte. Quelle: dpa
Alexander Isak

Der 17-Jährige Winterzugang von Borussia Dortmund ist mit einer Ablöse von 8,6 Millionen Euro der teuerste U18-Transfer der Bundesliga-Geschichte.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Manager im Fußball sind weder in einem „Kaufrausch“ noch „verrückt“. Die Summen der offiziellen Wechselperiode für Fußballspieler in diesem Winter knüpft vielmehr an den Trend an, der seit gut einem Jahr zu beobachten ist: Die Ablösesummen für Kicker steigen, von Transferfenster zu Transferfenster. Hauptgrund dafür sind die TV-Verträge in England und die Fußballoffensive aus China.

Von den milliardenschweren Fernsehverträgen der englischen Premier League profitieren alle großen Ligen in Europa, wie die Marktbeobachter von Fifa/TMS in ihrem Jahresbericht 2017 darstellen. Die dort dargestellten Zahlen sind zwar in Dollar angeben, doch sie zeigen den Trend: Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien haben – in dieser Reihenfolge – die besten Deals mit englischen Klubs gemacht.

Beste und schlechteste Einkäufer der Bundesliga
Bundesliga
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Die Fußballforscher des Schweizer Instituts Cies haben die Wertentwicklung bei europäischen Vereinen unter die Lupe genommen. Dafür wurden die zusammengerechneten Transferausgaben für den aktuellen Kader dem gesamten Teamwert gegenübergestellt – die Differenz zeigt, um wie viel Millionen Euro der Kader an Wert gewann oder verlor. Alle 18 Bundesligaklubs in der Übersicht, gerankt nach Wertzuwächsen.

Platz 1: FC Bayern München
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Natürlich, die Bayern. Der deutsche Klassenprimus hat nicht nur natürlich den wertvollsten Bundesligakader mit einem Gesamtwert von 560 Millionen Euro. Nein, die Münchner können dank Transferausgaben von „nur“ 357 Millionen Euro auch den höchsten Wertgewinn verbuchen: 203 Millionen Euro stehen für den Deutschen Meister so zu Buche.

Quelle: Cies Football Observatory

Platz 2: Bayer Leverkusen
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Schon länger investiert Bayer Leverkusen kräftig in den Kader, gerade bei jungen Spielern: Jonathan Tah, Hakan Calhanoglu, oder Julian Brandt sind Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit – alle drei Spieler mit mächtig Wertsteigerungspotential. Einem Kaderwert von mittlerweile bereits stolzen 323 Millionen Euro stehen Transferausgaben von 147 Millionen Euro gegenüber. Das macht ein Plus von 176 Millionen Euro. Den Vizetitel teilt sich Leverkusen mit...

Platz 2: Borussia Dortmund
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...Borussia Dortmund, ebenfalls mit einem Plus von 176 Millionen Euro. Ein Platz der zeigt, wie stark Deutschlands Nummer zwei nach Einschätzung von Cies investiert. Denn trotz einer Transferoffensive mit Einkäufen von über hundert Millionen Euro im Sommer stehen insgesamt vergleichsweise moderate Investitionen von 237 Millionen Euro einem Kaderwert von 413 Millionen Euro gegenüber.

Platz 4: Borussia Mönchengladbach
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Sportlich läuft es für die Borussia in dieser Saison überhaupt nicht – finanziell schätzen die Schweizer Forscher die „Fohlen“ aber immer noch Champions-League-würdig ein. Die Fohlen kommen bei Ausgaben von 94 Millionen Euro auf einen Kaderwert von 156 Millionen Euro, machen so also ein Plus von 62 Millionen Euro.

Platz 5: 1. FC Köln
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In Köln läuft es prächtig derzeit. Unter Sportchef Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger ist der Verein sein Image als Karnevals- und Chaosklub losgeworden, sportlich und finanziell ist der Verein mehr als im Soll. Das zeigt auch die Wertentwicklung des Kaders. Den schätzt Cies zwar nur mit 78 Millionen Euro ein – bei Ausgaben von lediglich 28 Millionen Euro macht der Verein so aber dennoch ein Plus von 50 Millionen Euro.

Platz 6: FSV Mainz 05
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Schon eine Ecke höher bewertet wird von den Schweizern der Kader des FSV Mainz 05, den Cies auf 95 Millionen Euro schätzt. Bei Ausgaben von 47 Millionen Euro bleibt aber eine etwas geringere Differenz von 48 Millionen Euro.

Für das Jahr 2016 geht es dabei für die vier Ligen um Beträge zwischen 210 und 240 Millionen Dollar. In diese Statistik ist das aktuelle Transferfenster im Januar noch nicht einbezogen. An der Reihenfolge der Ligen könnte sich dadurch etwas ändern, nicht jedoch an dem Trend. Die Premier League zieht vor allem die Topspieler Europas an, weil dort mit Abstand die besten Gehälter gezahlt werden.

Interessant an dieser Winterperiode ist: Nach den Daten von Transfermarkt.de liegt die Premier League unter dem Strich leicht im Plus. Ausgaben von rund 260 Millionen Euro stehen Einnahmen von rund 270 Millionen Euro über. Das ist ungewöhnlich, kommt aber im Winter schon mal vor, weil die Superdeals fehlen und Kader bereinigt werden.

Ganz anders sieht dagegen die Bilanz der Chinese Super League aus: Für rund 220 Millionen Euro haben sie eingekauft – und dabei nur gut 40 Millionen Euro eingenommen. Im Gegensatz zu Europa ist der Winter die Haupteinkaufsperiode für die Chinesen, deshalb liegen sie in diesem Ranking auch vergleichsweise weit vorne – und sogar vor Italienern und Deutschen.

In der Spielerrangliste dominiert ein China-Deal. Shanghai SIPG kaufte den Brasilianer Oscar für angeblich rund 60 Millionen Euro. Gut für den FC Chelsea und die Transferbilanz der Premier League. Oscar soll 417.000 Euro nach Steuern pro Woche kassieren. „Das ist nur noch krank“, kommentierte Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Aber ein gutes Mittel, um Spieler zu locken.

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