Fußball U21: Auch Herrlich übernimmt die U21 nicht

Fußball U21
Auch Herrlich übernimmt die U21 nicht

Der DFB muss weiter nach einem neuen Coach für die U21-Nationalmannschaft suchen. U19-Trainer Heiko Herrlich steht nach eigenen Angaben als Kandidat "nicht mehr zur Verfügung."

Wunschkandidat Rainer Adrion darf noch nicht, Ersatzmann Heiko Herrlich will nicht mehr: Während sich Sportdirektor Matthias Sammer und Bundestrainer Joachim Löw am Donnerstag nach einem Gespräch mit Präsident Theo Zwanziger zunächst nicht an den weiter hochkochenden Spekulationen um den Trainerposten bei der deutschen U21-Nationalmannschaft beteiligen wollten, erteilte U19-Nationalcoach Herrlich dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Absage.

"Ich habe Sportdirektor Matthias Sammer mitgeteilt, dass ich als Kandidat für die U21-Nationalmannschaft nicht mehr zur Verfügung stehe. Ich möchte mich als Trainer der U19 ganz auf den Jahrgang 1990 und die zweite EM-Qualifikationsrunde konzentrieren", sagte Herrlich am Donnerstag dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Herrlich will Fokus auf U19 legen

Herrlich, der zunächst als erster Kandidat für den U21-Posten galt und dessen Job beim zwei Jahre jüngeren Jahrgang nach einer Idee von Sammer ursprünglich Adrion übernehmen sollte, will seinen Fokus nun ganz auf die Qualifikation für die U19-EM legen und sich damit als junger Coach zunächst weitere Meriten verdienen. Immerhin warten in der im Mai beginnenden zweiten Qualifikationsrunde in den Gegnern Spanien und Tschechien zwei schwere Brocken auf die Herrlich-Elf.

Dass die Absage des ehemaligen Bundesliga-Profis von Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach auch mit dem anhaltenden Machtkampf zwischen der Nationalmannschafts-Führung und Sammer zu tun hat, wollte Herrlich im Gespräch mit dem sid nicht bestätigen. Allerdings sickerte mittlerweile durch, dass Sammer zu Beginn der Diskussionen um die Nachfolge von Dieter Eilts Herrlich in Position und Adrion beim DFB als neuen U19-Trainer ins Gespräch gebracht hatte.

Nach Ansicht von Löw und Bierhoff ist Adrion aber offenbar der geeignetere Kandidat, um die Schnittstelle zwischen Junioren-Teams und A-Nationalmannschaft auszufüllen. "Rainer Adrion ist weiter unser Wunschkandidat. Wir versuchen, ihn loszueisen. Ich denke, bis zum Wochenende werden wir mehr wissen", sagte Bierhoff der Bild-Zeitung. Sollte der VfB Stuttgart, wo Adrion noch als Trainer der 2. Mannschaft unter Vertrag steht, keine Freigabe erteilen, könnte sich der DFB bis Sommer auch eine Doppelfunktion vorstellen.

Verhandlungen mit Stuttgart schwierig

Möglicherweise muss der Verband dem VfB aber auch beim Thema Markus Babbel entgegenkommen, um Adrion unter Vertrag nehmen zu können. Adrion soll offenbar nur dann die Freigabe erhalten, wenn der DFB eine Kompromisslösung bei der Ausbildung des VfB-Trainers zum Fußballlehrer anbietet.

Derzeit beharrt der Verband noch darauf, dass Babbel nur in dieser Saison als Teamchef fungieren kann und ab diesem Sommer dann einen 28-wöchigen Lehrgang an der Kölner Hennes-Weisweiler-Akademie absolvieren muss. Allerdings hatte vor allem DFB-Sportdirektor Sammer einen derartigen Kompromiss stets ausgeschlossen.

Unterdessen brachte DFB-Chefausbilder Frank Wormuth die Variante ins Spiel, dass Babbel beim VfB den Job von Adrion übernehmen könne. "Wenn der Verein so überzeugt von Markus Babbel ist, dann sollte er ihn konsequent aufbauen. Über die 2. Mannschaft könnte er Erfahrungen sammeln, das wäre für alle Beteiligten am sinnvollsten", sagte Wormuth der Stuttgarter Zeitung.

© SID

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