Fußball U21
England lässt EM-Träume der deutschen U21 platzen

Die Endrunde der U21-Europameisterschaft 2007 findet ohne deutsche Beteiligung statt. Nach der 0:1-Niederlage am Freitag in Coventry unterlag das DFB-Team im Rückspiel in Leverkusen durch zwei Tore von Theo Walcott 0:2.

EM-Ticket verpasst, Olympia-Traum geplatzt: Trotz einer großartigen kämpferischen Leistung hat die deutsche U21-Nationalmannschaft die dritte EM-Teilnahme in Serie verspielt. Das Team von Trainer Dieter Eilts unterlag in einem hitzigen Rückspiel der Play-offs dem Erzrivalen England in Leverkusen 0:2 (0:0) und ist nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel bei der Endrunde 2007 in den Niederlanden nicht dabei. Dort hätte die deutsche Elf mit einem Platz im Halbfinale die erste Olympia-Teilnahme seit Bronze in Seoul 1988 perfekt machen können.

Trotz knapp 50-minütiger Unterzahl nach der frühen Roten Karte gegen Markus Brzenska (13.) stemmte sich die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aufopferungsvoll gegen das Aus und ließ sich auch von Gonzalo Castros verschossenem Foulelfmeter (23.) nicht beirren. Für den ersten Sieg gegen England seit 1987 reichte es jedoch trotz Gelb-Rot gegen Steven Taylor (59.) wegen wiederholten Foulspiels nicht. Die Treffer der Gäste erzielte der in der 77. Minute eingewechselte 17-jährige Theo Walcott (84. und 90.+2).

Augenzeuge Zwanziger enttäuscht

"Schade, schade, schade. Die Mannschaft hat alles gegeben. Das war eine großartige kämpferische Leistung. Man kann nur die Chancenverwertung kritisieren", sagte ein enttäuschter DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Vor 20 800 Zuschauern in der Leverkusener Bayarena war das deutsche Team bemüht, die notwendige Balance zwischen defensiver Stabilität und Angriffsspiel zu finden, musste aber früh den Schock des Platzverweises verkraften. David Nugent war Brzenska nach einem Steilpass davongelaufen, der Dortmunder zog die Notbremse und sah zurecht die Rote Karte (13.). "Er hat versucht einen Fehler auszubügeln, den wir vorher gemacht haben. Danach waren wir eigentlich wieder gut im Spiel. Am Ende haben wir auf eine Dreierkette umgestellt und alles versucht", erklärte Eilts.

Zwei Minuten später hätte auf der anderen Seite Leighton Baines vom Platz gestellt werden können, aber der tschechische Schiedsrichter Jaroslav Jara übersah einen Schlag des Hinspiel-Torschützen ins Gesicht von Kapitän Stefan Kießling. Trotz Unterzahl zwang die Eilts-Elf England fortan in die Defensive. Castro vergab die riesige Chance zum Ausgleich und schoss den von Steven Taylor an Mario Gomez verschuldeten Strafstoß links am Tor vorbei. Allerdings war der Elfmeterpfiff sehr umstritten. Der Stuttgarter Gomez ließ noch vor der Pause zwei weitere Gelegenheit ungenutzt (29. und 45.+1).

Hilbert ersetzt verletzten Matip

Eilts taktisches Konzept war nach der Roten Karte über den Haufen geworfen. Der Europameister von 1996 hatte Roberto Hilbert für den verletzten Kölner Marvin Matip (Gehirnerschütterung) in die Startelf gestellt. Matips Part in der Innenverteidigung neben Brzenska übernahm überraschend der Gladbacher Eugen Polanski, der auf ungewohnter Position überzeugte.

In der zweiten Hälfte rannte Deutschland mit dem Mute der Verzweiflung an und entblößte die Defensive. Die beste Chance vergab Gomez (64.) per Kopfball. Im Spiel nach vorne fehlte aber die Genauigkeit, zu viele Anspiele fanden keinen Abnehmer.

© SID

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