Fußball U21
Gegen Frankreich eilt´s für Eilts

Der Trainerjob von Dieter Eilts ist wohl eng verknüpft mit dem Ergebnis des EM-Qualifikationsspiels der deutschen U21 am Mittwoch gegen Frankreich.

Die deutschen Nachwuchskicker residieren zwar direkt am deutsch-französischen Garten, doch die Idylle im Quartier der U21-Nationalmannschaft in Saarbrücken kann über die angespannte Lage nicht hinwegtäuschen. Nach dem mageren 1: 1 im Hinspiel muss die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Play-off-Rückspiel gegen Frankreich am Mittwoch in Metz (19.00 Uhr/live im DSF) die deutsch-französische Freundschaft ruhen lassen, um sich für die EM 2009 in Schweden zu qualifizieren und den Arbeitsplatz von Trainer Dieter Eilts zu sichern.

Die andauernden Spekulationen um den Coach, der über weite Strecken schwache Auftritt im Hinspiel am Freitag in Magdeburg sowie das Fehlen der verletzten A-Nationalspieler Marko Marin und Sami Khedira trägt zwar nicht unbedingt zur Entspannung der Situation bei, doch immerhin scheinen sich die Spieler nach einem freien Abend am Samstag auf einen Erfolg im Stade Saint-Symphorien eingeschworen zu haben.

90 Minuten Druck ausüben

"Wir müssen in Frankreich neu anfangen. Wir wissen, wie es geht. Wir müssen sie unter Druck setzen. Aber nicht nur 15 Minuten wie zuletzt, sondern 90 Minuten", erklärte Kapitän Marc-Andre Kruska. Auch Toni Kroos, der voraussichtlich Marin im Mittelfeld ersetzen wird, hat sich viel vorgenommen. "Ich nehme mich in die Pflicht und erwarte ein gutes Spiel von mir", sagte der Jungstar von Bayern München.

Sollten Kroos und Co. diese Vorsätze auch auf dem Platz umsetzen, dann wäre das Hauptanliegen von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer erfüllt. Der Funktionär, der in Metz vor Ort sein wird und dafür sogar auf den Besuch der Partie der A-Mannschaft gegen Wales verzichtet, fordert seit langem eine stärkere Siegermentalität bei den Schützlingen von Eilts, dessen Vertrag im Juni 2009 ausläuft. "Wir müssen in Zukunft darauf achten, mehr Spieler-Persönlichkeiten herauszubilden", meinte Sammer mit Blick auf die kommenden Jahre.

Sieg gegen Frankreich hilft allen weiter

Ob die nächsten Jahre von Eilts bestimmt werden, hängt wahrscheinlich vom Ergebnis am Mittwoch ab. Immerhin kann der Coach, dem von der DFB-Chefetage U20-Trainer Horst Hrubesch zur Seite gestellt wurde, auf die Ambitionen der Profis bauen. Sie wollen sich mit einer erfolgreichen Qualifikation und einem gelungenen Auftritt bei der Endrunde vom 15. bis 29. Juni in Schweden für höhere Aufgaben empfehlen.

"Ich will gegen Frankreich wie zuletzt bei Werder Bremen meine Leistung bringen. Die EM-Teilnahme wäre für uns alle und für mich persönlich eine wichtige Erfahrung. Mein Traum ist es, bei der WM 2010 dabei zu sein", meinte der Deutsch-Türke Mesut Özil, der aber nach den Spekulationen der vergangenen Wochen weiter offen ließ, ob er dieses Ziel im deutschen oder türkischen Trikot anstrebt.

Um zunächst einmal das Nahziel U21-EM zu erreichen und nicht wie vor zwei Jahren gegen England in den Ausscheidungsspielen zu scheitern, muss Özils Trainer Eilts in erster Linie die richtigen Personalentscheidungen treffen. Dabei geht es für den seit 2004 im Amt befindlichen Coach vor um allem um die vakante Position Khediras: "Dort können Kevin Boateng, Eugen Polanski und Gonzalo Casto spielen."

© SID

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