Fußball U21
Höwedes sichert EM-Ticket in letzter Minute

Dank Benedikt Höwedes hat sich die U21 im Play-off-Rückspiel das Ticket für die EM 2009 gesichert. Der Innenverteidiger traf in der Schlussminute zum 1:0-Sieg gegen Frankreich.

Der Schalker Benedikt Höwedes hat den deutschen Nachwuchskickern den Traum von der EM-Teilnahme doch noch erfüllt und den Arbeitsplatz von Trainer Dieter Eilts gerettet. Nach dem 1:1 im Hinspiel setzte sich die U21-Nationalmannschaft durch ein Tor des Innenverteidigers in der 90. Minute mit 1:0 (0:0) im Play-off-Rückspiel in Frankreich durch und sicherte sich damit das Ticket für die Endrunde 2009 in Schweden.

Durch die EM-Qualifikation, die das Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor zwei Jahren verpasst hatte, dürften die zuletzt aufgekommenen Diskussionen um Eilts verstummen. Höwedes traf nach einer Flanke von Mesut Özil im Nachschuss. Zuvor hatte sein Schalker Vereinskollege Manuel Neuer im Tor mit mehreren Glanzparaden einen Rückstand verhindert.

Matchwinner Neuer: "Das Tor war symptomatisch für uns"

"Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen, wie sie gekämpft hat und bis zuletzt daran geglaubt hat", sagte Trainer Eilts: "Ich war davon überzeugt, dass es machbar ist." Er selbst habe keinen besonderen Druck verspürt: "Es geht nicht um nicht mich, sondern um die Mannschaft." DFB-Sportdirektor Matthias Sammer stellte zufrieden fest: "Wir sind weiter, das ist das Wichtigste. Die Mannschaft hat in diesem Spiel alles erlebt und natürlich das nötige Glück gehabt, was man auch braucht."

Neuer, der im Hinspiel mit einem Patzer noch das Gegentor verschuldet hatte, freute sich besonders über den entscheidenden Treffer seines Klubkollegen Höwedes: "Das Tor war symptomatisch für uns, es war keine klare Aktion. Wir haben alle unsere Arbeit gemacht und sind zu Recht in Schweden dabei. Jetzt werden wir uns feiern." Der Schalker Torwart erhielt von Eilts ein Sonderlob: "Das war ein unglaubliches Spiel von Manu. Er hat fantastisch gehalten und genau die richtige Antwort gegeben."

Neuer bewahrt Deutschland vor dem frühen Rückstand

Vor 16 000 Zuschauern im Stade Saint-Symphorien, darunter DFB-Sportdirektor Sammer, erwischte die deutsche Mannschaft einen schlechten Start. Vor allem in der Defensive hatte die Elf von Eilts, der auf die verletzten A-Nationalspieler Sami Khedira (Sprunggelenk) und Marko Marin (Wade) verzichten musste, große Probleme. Die "Equipe Tricolore" verbuchte durch Loic Remy (5., 17.) und Jeremy Menez (8.) drei hochkarätige Chancen. Die Gäste hatten es Torwart Neuer zu verdanken, dass sie nicht in früh in Rückstand lagen.

Auch im Anschluss an die Anfangsoffensive dominierten die Gastgeber weiter die Partie. Die Mannschaft von Eilts, der seine Startformation im Vergleich zum Hinspiel auf drei Positionen verändert hatte, leistete sich zu viele Fehler im Spielaufbau. Dazu kamen offensichtliche Nachteile in der Schnelligkeit gegenüber den bissiger wirkenden Franzosen.

Dem DFB-Team fehlt die Durchschlagskraft

Dabei hatte der seit 2004 im Amt befindliche Eilts, dessen Vertrag nach der EM-Endrunde vom 15. bis 29. Juni ausläuft und der von der DFB-Chefetage U20-Trainer Horst Hrubesch für die Ausscheidungsspiele an die Seite gestellt bekam, vor dem Anpfiff eine leidenschaftliche Vorstellung seiner Schützlinge gefordert.

Von der Umsetzung der Trainer-Vorgabe waren die Deutschen in der ersten Hälfte allerdings weit entfernt. Erst in der 32. Minute erarbeiteten sich die Gäste ihre erste Möglichkeit, die Ashkan Dejagah vom VfL Wolfsburg vergab. Nur drei Minuten später waren die Franzosen der Führung wieder sehr nahe, der eingewechselte Yohan Benalouane traf aber nur die Latte.

Nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Deutschen ein wenig. Bis zur ersten echten Gelegenheit durch Dejagah verging aber wieder eine knappe Viertelstunde (58.). Obwohl sich das Eilts-Team eine optische Überlegenheit erarbeitete, fehlte es weiterhin an der Durchschlagskraft.

In der 70. Minute versuchte Eilts, das lahmende Offensivspiel durch die Einwechslung von Jungstar Toni Kroos von Rekordmeister Bayern München zu beleben. Die Maßnahme blieb aber zunächst ohne Erfolg. Vielmehr verhinderte Neuer mit drei Paraden in der Schlussphase eine Führung der Franzosen.

Serbien und Italien komplettieren EM-Feld

Neben der deutschen Mannschaft haben am Abend Serbien und Italien das Teilnehmerfeld für die Europameisterschaft in Schweden (15. bis 29. Juni 2009) komplettiert.

Serbien gewann wie im Hinspiel 1:0 gegen Dänemark und Italien ließ nach dem 0:0 am Freitag ein 3:1 in Israel folgen.

Bereits am Dienstag hatten sich neben Gastgeber Schweden die U21-Auswahlteams von England, Spanien, Finnland und Weißrussland qualifiziert. Titelverteidiger Niederlande war in der Gruppenphase gescheitert.

© SID

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