Fußball U21
Neuer Trainer, neue Ziele

Rainer Adrion gibt beim Spiel gegen San Marino seine Heimpremiere als Coach der U21-Nationalmannschaft. Der Test ist Auftakt zu einer neuen Entwicklungsphase der Mannschaft.

Die Europameister wurden noch einmal im ganz großen Stil geehrt, nun startet die "Next Generation" in die Missionen Titelverteidigung und Olympia-Qualifikation. Der Nachwuchs aus dem 30 000-Einwohner-Staat San Marino wird für die neu formierte deutsche U21 am heutigen Freitag (18.00 Uhr/live im DSF) sicher kein Stolperstein werden. Doch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den Jung-Profis der Jahrgänge 1988 bis 1990 vor dem Auftaktspiel der Qualifikation zur EM 2011 in Dänemark schon einmal einen besonderen Motivationsschub verpasst.

Von Montag bis Mittwoch logierten die U21-Kicker in Köln unter einem Dach mit dem A-Team, absolvierten gemeinsam mit Michael Ballack und Co. auch den Leistungstest. Dabei konnten sie am Beispiel von vier zu Bundestrainer Joachim Löw aufgerückten Europameistern schon einmal erkennen, wie kurz sie vor dem großen Ziel A-Team sind. Und als die Euro-Helden von Malmö im Beisein der kompletten DFB-Prominenz und Nationalelf stimmungsvoll für den Titelgewinn im Juni geehrt wurden, bekamen auch die Neulinge funkelnde Augen.

Motivation für den Nachwuchs

"Das ist ein Mosaikstein, um den jungen Spielern das große Ziel vor Augen zu halten, das sie erreichen wollen und können", sagt der neue Trainer Rainer Adrion, der nach Platz drei bei einem Einladungsturnier in Kiew am Freitag auf dem neuen Aachener Tivoli seine Heim- und Pflichtspielpremiere gibt. Sein großes Ziel ist nicht nur die EM-Qualifikation - was bei nur sieben Tickets kein leichtes Unterfangen wird - sondern dort auch das Erreichen des Halbfinals und damit die Qualifikation für Olympia 2012 in London. Seit 1988 in Seoul ein Team um den späteren Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Bronzemedaille holte, war Deutschland nicht mehr beim olympischen Fußballturnier vertreten.

"Ein Einzelerfolg ist toll. Aber spannend ist es, einen solchen Erfolg zu wiederholen", meint Adrion: "Die jungen Spieler sollen sehen: Europameister ist man ein Leben lang. Und man hat eine ganz andere Wertstellung in seinem Verein. Das muss eine ganz besondere Motivation sein."

Diesen Geist sollen die sechs verbliebenen Europameister Benedikt Höwedes, Jerome Boateng, Mats Hummels, Marcel Schmelzer, Daniel Schwaab und Tobias Sippel vermitteln. "Sie sollen das Gerippe stellen", meint Adrion, dessen Team als Europameister auftritt und daran gemessen wird, obwohl es mit der Mannschaft aus Schweden wenig zu tun hat.

"Wir stehen am Anfang eines Prozesses"

"Wir stehen erst ganz am Anfang des Prozesses, eine Mannschaft zu entwickeln. Und dieser Prozess wird uns eine ganze Weile beschäftigen", meint der Nachfolger des EM-Machers Horst Hrubesch, will dies aber nicht als Alibi gelten lassen: "Dennoch müssen wir dabei unsere Hausaufgaben machen und wollen auch in dieser frühen Phase schon gute Ergebnisse erzielen und gute Leistungen zeigen."

Gegen den Gegner aus dem Zwergstaat inmitten Italiens scheint am Freitag ein Punktverlust ausgeschlossen, haben die San-Marinesen gegen Tschechien zuletzt doch 0:8 verloren. "Das hat nichts mit Hochnäsigkeit zu tun. Aber wir müssen San Marino schlagen und wir wollen etwas fürs Torverhältnis tun", sagt Adrion. Im Endeffekt könnte das erhoffte Schützenfest sogar wichtige Blockaden lösen. Adrion: "Das Stürmerproblem der letzten Generation könnte auch uns beschäftigen."

© SID

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